1. NRW
  2. Städte
  3. Duisburg

Duisburg: Erich Staake entschuldigt sich für vorzeitige Corona-Impfung

„Mein Verhalten war falsch“ : Duisburger Hafen-Chef entschuldigt sich für vorzeitige Corona-Impfung

Nach heftiger öffentlicher Kritik hat sich der Duisburger Hafenchef Erich Staake für seine vorzeitige Corona-Impfung entschuldigt. Im Januar ließ er sich über Kontakte auf die Liste einer Senioreneinrichtung setzen. Sein Verhalten sei falsch gewesen, erklärte er am Donnerstag.

Erich Staake verkündete am Donnerstag, er habe in der Impf-Affäre aus Sorge um seine persönliche Gesundheit gehandelt. „Diesen Fehler bedauere ich sehr“, erklärte der Duisburger Hafenchef. „Mein Verhalten war falsch. Ich möchte mich dafür entschuldigen.“

Der 67-jährige Staake hatte sich unter Umgehung der geltenden Priorisierung bereits am 13. Januar und am 3. Februar in einer Senioreneinrichtung impfen lassen. Das hatte unter anderem Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link (SPD) und den SPD-Landtagsfraktionschef Thomas Kutschaty auf den Plan gerufen. „Wer meint, den Weg zur Spritze abkürzen zu können, schadet dem ohnehin angeschlagenen Vertrauen in der Bevölkerung massiv“, hatte Link erklärt. Die Stadt Duisburg ist zusammen mit dem Land Eigentümerin der Hafengesellschaft Duisport.

Ein Hafensprecher hatte die Impfung zunächst mit Staakes zahlreichen Auslandsreisen im Dienst des als systemrelevant eingestuften Unternehmens gerechtfertigt. Nun betonte Staake: „Dienstliche Gründe haben hier keine Relevanz.“

  • Ein Impfarzt aus Essen soll heimlich
    Mitarbeiter verständigten die Polizei : Impfarzt aus Essen soll Familienmitglied heimlich geimpft haben
  • Aktuelle Corona-Impfzahlen für Deutschland : Zahl der Menschen mit einfachem Impfschutz in Deutschland steigt auf rund 42,1 Millionen
  • Impfzentrum des Kreises Mettmann am Timocom-Platz
    Panne im Zentrum in Erkrath : 50 Geimpfte haben falschen Aufkleber im Impfpass

Angesichts des knappen Impfstoffs gilt eine strenge Reihenfolge, wer zuerst geimpft wird. Die über 80-Jährigen und die Menschen in Pflegeheimen erhalten den Schutz vorrangig, weil das Todesrisiko bei Covid-19 bei den Hochbetagten am größten ist. Für Schlagzeilen hatten aber Fälle gesorgt, in denen führende Mitarbeiter im Klinik- oder Feuerwehrbereich sowie Bürgermeister den Impfstoff bereits erhalten hatten.

(dpa/atrie)