Wie das Güterbahnhofsgelände künftig aussehen soll Neue Pläne fürs Love-Parade Gelände - Duisburger Dünen machen das Rennen

Duisburg · Auf der Fläche des Alten Güterbahnhofs in Duisburg soll in den kommenden zehn Jahren ein modernes Stadtquartier entstehen. Klarer Favorit für das ehemalige Love Parade-Gelände sind die „Duisburger Dünen”.

 Eine Parklandschaft, aber auch großstädtisches Ambiente: Die Dünenlandschaft soll von einem topographischen Auf und Ab gekennzeichnet sein.

Eine Parklandschaft, aber auch großstädtisches Ambiente: Die Dünenlandschaft soll von einem topographischen Auf und Ab gekennzeichnet sein.

Foto: Gebag/Screenshot

Reichlich Lob gab es am Donnerstag für den siegreichen Entwurf des Städtebauwettbewerbs für das Güterbahnhofsgelände. Der Architekt Prof. Christoph Kohl und der Landschaftsplaner Harald Fugmann stellten den Entwurf für die „Duisburger Dünen“, der sich gegen 16 andere Teams am Ende durchgesetzt hatte, im Rahmen einer Online-Pressekonferenz vor. Gebag-Chef Bernd Wortmeyer zeigte sich erfreut darüber, dass die Fachleute nicht an den Wünschen der Bürger vorbei entschieden hätten, Oberbürgermeister Sören Link sprach im Kontext von 6-Seen-Wedau und Rheinort sogar von einer „Jahrhundertchance“ für Duisburg.

 Ein Wasserbecken mit einer einer Eisenbahnbrücke nachempfundenen Querung ist im nördlichen Teil angesiedelt.

Ein Wasserbecken mit einer einer Eisenbahnbrücke nachempfundenen Querung ist im nördlichen Teil angesiedelt.

Foto: Gebag

Der Entwurf soll im Norden durch einige „gewagte Hochpunkte“ den baulichen Anschluss an den Hauptbahnhof und die Innenstadt bilden. Es sollen aber keine „Skyscraper“ (Wolkenkratzer) entstehen, so Kohl. Die Planer möchten entlang der A 59 eine Lärmschutzwand errichten, an die sich eine begrünte Dünenlandschaft, zum Beispiel mit Dünengras und Kiefern anschließt, die dann in eine grüne Parklandschaft übergeht. Dabei spielt ein Auf und Ab in der Topografie eine entscheidende Rolle. Erst dann schließt sich in bis zu 160 Metern Entfernung von der Autobahn, die Wohnbebauung an. Entlang der Bahngleise im östlichen Bereich soll eine robuste, etwa sechsstöckige Bebauung, zum Beispiel für Gebäude mit Dienstleistung, Co-Working oder Büros, für entsprechenden Lärmschutz sorgen. Die Wohngebäude erhalten Tief- und Quartiersgaragen und sind direkt erreichbar – ansonsten soll da Quartier weitgehend autofrei gestaltet werden. Eine Anbindung durch eine Buslinie ist ebenfalls gegeben, eine große Rolle spielen aber die Radwege, unter anderem mit Anschluss an den Radschnellweg RS1.

Die bisher im Entwurf dargestellten Gebäudeformen seien reine „Platzhalter“, so die Planer – wie die Gebäude hinterher tatsächlich aussehen, ist Gegenstand weiterer Wettbewerbe und Verfahren und wird von den Investoren gestaltet. „Es ist nicht geplant, dass Gelände an einen Investor zu verkaufen, vielmehr wollen wir viele interessierte Investoren anlocken“, erklärte Gebag-Chef Bernd Wortmeyer. Planungsdezernent Martin Linne ergänzte, dass der Plan „Standards setze“, die später „präzisiert, aber nicht in Frage gestellt“ werden sollten. Auch bei der zeitlichen Abfolge geplanter Baumaßnahmen werde sich die Stadt bei den Investoren vertraglich absichern, um „Flächenbevorratung und Bodenspekulation“ zu verhindern. Bei der Planung spielte auch die künftige Gestaltung der Loveparade-Gedenkstätte eine wichtige Rolle. Die Planer wollten dies angemessen würdigen, ohne zu überhöhen. So soll die Rampe in ihrer ursprünglichen Breite wieder hergestellt werden und das Thema „vom Dunklen ins Helle“ angemessen umgesetzt werden.

 Das Modell zeigt die Dünenlandschaft im westlichen Teil zur Autobahn 59 hin und die Bebauung im nördlichen Teil und entlang der Bahngleise.

Das Modell zeigt die Dünenlandschaft im westlichen Teil zur Autobahn 59 hin und die Bebauung im nördlichen Teil und entlang der Bahngleise.

Foto: gebag

Der Vorsitzende der Jury, Johannes Ringel, Universitätsprofessor für Stadtentwicklung in Leipzig, lobte den Entwurf als „klug durchdacht und klar strukturiert“. Hier entstehe „ein neues Stück Duisburg“. Seitdem die Stadt durch die Gebag als Eigentümerin selbst über den Fortgang entscheiden kann, ist allen Beteiligten klar, dass es sich hier um ein Dekadenprojekt handelt. Großen Zeitdruck sieht man hier nicht. Trotzdem muss die Realisierung am Ende wirtschaftlich darstellbar sein. Die Marke „Duisburger Dünen“ sei ein guter Arbeitstitel, der angenehme Assoziationen erwecke, so Wortmeyer. Ob der Markenname am Ende so bleibt, ließ er offen. Schließlich erhoffen sich die Beteiligten, dass die Stadtentwicklung in diesem Bereich eine Strahlkraft entfaltet, die am Ende auch international wahrgenommen werden sollte.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort