Duisburg: Einzelhandel sieht City auf dem richtigen Weg

Trotz Kritik an Wettbüros und Shishabars : Einzelhandel sieht Duisburger City auf dem richtigen Weg

Der Einzelhandel in Duisburg ist im Vergleich zu vergleichbaren Städten „verbesserungsfähig“. Die Anzahl der Geschäfte und die Handelsflächen sind zurückgegangen. Es gibt Kritik an zu vielen Wettbüros und Shishabars.

„Die Duisburger Innenstadt entwickelt sich“, so Wilhelm Bommann, Hauptgeschäftsführer des in Moers ansässigen Einzelhandelsverband Niederrhein, der auch für unsere Stadt zuständig ist. Die Zahl der Einzelhandelsbetriebe ist im Zeitraum von 2008 bis 2017 um 27 Prozent zurückgegangen, bei den Verkaufsflächen gab es einen Rückgang um zehn Prozent. Dies sei aber kein Duisburger Phänomen, sondern in vielen Städten und Gemeinden so. Die Entwicklungen an der Düsseldorfer Straße mit den nicht mehr genutzten Gebäuden der ehemaligen Zentralbibliothek und der früheren Hauptstelle der Volksbank Rhein-Ruhr hätten jetzt ebenso „freie Fahrt“ wie die südliche Altstadt. An der Düsseldorfer Straße will Fokus Development bekanntlich ein Geschäfts- und Bürogebäude errichten. Mit einem großen Edeka-Markt steht ein Ankermieter bereits fest. Viele Entwicklungen in der City, aber auch in den Stadtteilen, ließen eine verbesserte Standortqualität erwarten. „Ein langer, aber lohnenswerter Weg“, so Bommann. Auch auf den ersten Blick nicht handelsrelevant wirkende Projekte wie 6-Seen-Wedau, Mercator One oder das Mercatorviertel rundeten das Gesamtpaket Stadtentwicklung ab und würden daher ausdrücklich begrüßt.

Der Verband forderte die Stadt auf, mehr für die Aufwertung der Innenstadt zu tun. Eine Befragung des Kölner Instituts für Handelsforschung (IFH) erbrachte für westdeutsche Innenstädte nur durchschnittliche Noten, während die ostdeutschen besser abschnitten.

Gestärkt werden müssten nach Auffassung des Verbandes aber auch die Stadtteilzentren. In einer Umfrage des Verbandes hätten viele Einzelhändler den „berechtigten Wunsch“ geäußert, dass man die Stadtteile von der gesamten Entwicklung nicht abkoppeln dürfe. Arbeitsgruppen unter Führung der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung (GFW) für Hamborn, Meiderich, Marxloh und Rheinhausen seien als positive Ansätze zu sehen.

Die Umsätze im Handel seien im vergangenen Jahr unterschiedlich ausgefallen. Immerhin 61,8 Prozent der befragten Einzelhandelsbetriebe meldeten ein Umsatzplus. Dagegen verzeichneten 2019 insgesamt rund 29 Prozent der Betriebe einen Umsatzrückgang – 2018 waren es noch mehr als 32 Prozent gewesen. Die Zahl der Arbeitslosen in Duisburg in verkäuferischen Berufen ging von 3201 auf 2979 zurück. Insgesamt 986 Ausbildungsverträge sind im Handel abgeschlossen worden: 479 für Verkäufer, 497 für Kaufleute im Einzelhandel und zehn für Kaufleute im Bereich E-Commerce. Die Ausbildungsquote liegt damit leicht unter dem Vorjahresniveau, als 1043 Verträge abgeschlossen wurden. Der Verband spricht von einer „stabilen Quote“. Auch künftig würden die Betriebe auf einem „hohen Niveau“ ausbilden: Fast 90 Prozent der Betriebe beabsichtigten, die Ausbildung konstant zu halten oder zu erweitern.

Zudem gehen die Einzelhändler mit Optimismus in das Jahr 2020. „Nach wie vor niedrige Zinsen und ein anhaltend hohes, aber leicht abgeschwächtes Konsumklima veranlassen manchen Bürger, Anschaffungen in mittel- und langfristigen Konsumgütern wie Einrichtungsgegenstände, Elektronikartikel, aber auch Textilien, Spielwaren oder Hausratsartikel zu planen“, teilte der Verband am Dienstag mit. Leerstände bereiten dem Einzelhandel weiter Sorgen. Die Händler fordern, dass die gewachsenen Einkaufsbereiche attraktiver gestaltet werden müssten und „falsche“ Nutzungsformen wie Wettbüros und Shishabars verhindern werden sollten.