Duisburg: Eine neue Auswahlkommission bei der Filmwoche

Duisburger Filmwoche : Neue Blicke auf neue Filme

Am 31. August endet die Frist für Filmemacher, um ihre Produktionen zur Duisburger Filmwoche einzureichen, die vom 4. bis 10. November stattfindet. Eine neue Auswahlkommission hat bereits mit der Sichtungsarbeit begonnen.

Neu erfunden wird die Duisburger Filmwoche natürlich nicht. Das ist auch nicht nötig, denn ihr Konzept lässt sich nicht verbessern. Das heißt, auch unter der neuen Leitung von Gudrun Sommer und Christian Koch bleibt es dabei: Jeder Film, der ins Festivalprogramm aufgenommen wird, wird nicht nur gezeigt, sondern im Anschluss daran auch im Beisein der Filmmacher öffentlich diskutiert, wobei es kein Parallelprogramm gibt.

Dieses Prozedere wollen Gudrun Sommer und Christian Koch „natürlich“ beibehalten; es ist das Markenzeichen des Duisburger Festivals. Neue Akzente wird es dagegen trotzdem geben. Dafür werden die Mitglieder der Auswahlkommission sorgen. Diese Kommission ist gänzlich neu zusammengestellt worden. Sie besteht aus aktiven Filmemachern, Fiimwissenschaftlern und Fachpublizisten. Praktiker und Theoretiker entscheiden somit, welche Filme den Sprung ins Festival-Programm schaffen. Neben Gudrun Sommer und Christian Koch gehören sechs „Auswärtige“ der Auswahlkommission an:

Am bekanntesten ist dabei die mehrfach ausgezeichnete Filmemacherin Bettina Braun, die bereits mit Dokumentationen auf früheren Filmwochen vertreten war. Ihr Film „Was lebst du?“ wurde übrigens 2004 mit dem Publikumspreis der Rheinischen Post ausgezeichnet. Im vergangenen Jahr zeigte sie ein eindrucksvolles Porträt einer Sinti-Mutter, die ihre Familie mehr schlecht als recht durchzubringen versucht ( „Lucia und ihre Kinder“). Der Medienwissenschaftler und Filmjournalist Jan Künemund stammt aus Bochum. Bereits als Student besuchte er regelmäßig die Filmwoche. Zurzeit arbeitet er für den Filmverleih Edition Salzgeber und lehrt an der Uni Hildesheim.

Mit Alex Gerbaulet und Anja Dreschke verstärken zwei Filmemacherinnen das Team. Dreschke, promovierte Ethnologin, arbeitet an der Heinrich-Heine-Uni in Düsseldorf, ist Regisseurin und Ausstellungsmacherin. Alex Gerbaulet ist Filmemacherin und Produzentin bei der Berliner Produktionsfirma Pong. Außerdem arbeitet sie als Dozentin, zuletzt an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig.

Aus Österreich kommt der Autor und Filmwissenschaftler Alejandro Bachmann, der in den vergangenen Jahren für den Kultursender Arte einen der Hauptpreise der Duisburger Filmwoche ausgelobt hat. Komplettiert wird die Auswahlkommission durch den Schweizer Luc Schaedler. Er ist Filmemacher und Produzent sowie Mitglied im Stiftungsrat von Swiss Film. Vor 22 Jahren präsentierte er übrigens auf der Duisburger Filmwoche seine Dokumentation „Made in Hong Kong“.

Bislang wurden von den Filmemachern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz rund 200 längere Dokumentarfilme eingereicht. Bis zum Ende der Einreichungszeit (30. August) werden es rund 400 Filme sein. Bis Mitte September muss die Auswahlkommission ihre Entscheidung über das endgültige Festivalprogramm getroffen haben, damit noch genügend Zeit bleibt, das Programmheft zu schreiben und zu gestalten. Die Auswahlkommission, deren Mitglieder sich bislang persönlich noch nicht kannten, möchte dabei selber eine Form finden, wie man den eingereichten Filmen gerecht werden kann. Auch das kann ein interessanter (gruppendynamischer) Prozess werden.

Die Filmwoche findet vom 4. bis 10. November im Filmforum am Dellplatz statt. Am Schluss des Festivals werden wie in den Vorjahren die Preise vergeben: Arte-Dokumentarfilmpreis, dotiert mit 6000 Euro, den 3sat-Dokumentarfilmpreis für den besten deutschsprachigen Dokumentarfilmpreis, ebenfalls mit 6000 Euro dotiert, den Carte Blanche-Nachwuchspreis des Landes NRW, dotiert mit 5000 Euro, den Preis der Stadt Duisburg, dotiert mit 5000 Euro sowie den Publikumspreis der Rheinischen Post für den beliebtesten Film des Festivals, dotiert mit 1000 Euro.

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