Duisburg: Ein neuer Treffpunkt für alle im Quartier

Neue Räume : Ein neuer Treffpunkt für alle im Quartier

Im Sozialwerk St. Georg entstand ein neuer Raum zum Klönen, Beraten, Informieren, Kino gucken und mehr. Die Verantwortlichen halten ihn für einen wichtigen Baustein eines lebendigen Quartiers.

g (kui) Hilde Hambach blickt sich um. Was für ein schöner Raum! Hell, modern und praktisch. Durch ein paar Handgriffe wird aus einem Schulungszentrum für die Pflege ein Partysaal für etwa 50 Leute. Ideal, findet Hambach. Sie feiert bald den 85. Geburtstag und freut sich darauf, ihre Gäste in dem hübschen Ambiente empfangen zu können. Neben ihr sitzt Elisabeth Roskothen, Freundin und Mitbewohnerin. Sie fiebert gerade dem ersten Filmnachmittag auf dem großen TV-Bildschirm entgegen, „ich war ewig nicht im Kino!“ Fürs erste bewies der neue Multifunktionsraum im Untergeschoss des Sozialwerks St. Georg, dass er auch als Café funktioniert. An der Kaffeetafel wurde es bei der Präsentation richtig gemütlich.

In den letzten Wochen hat sich hier einiges getan. Aus den tristen 54 Quadratmetern wurde mit viel frischer Farbe eine flotte Location. Es gibt einen neuen Zugang, neue Böden, neue Wände, eine barrierefreie Toilette, dimmbares Licht für Filme und Vorträge. Der Zugang über die Außentreppe wird fürs erste durch einen neuen Handlauf und einen Treppensteiger ermöglicht, mit dem Bewohner, die nicht laufen können, Stufe für Stufe nach unten gelangen. Gerade macht das Personal einen speziellen Führerschein.

Vor dem Umbau trafen sich hier nur Mitarbeiter - jetzt steht der Raum allen offen, wobei der Schwerpunkt auf der Klientel von St. Georg, Menschen mit Demenz und erhöhtem Pflegebedarf, liegt.

„Ziel war es aber, einen Platz für Klienten, Personal und Quartiersnachbarn zu schaffen“, fasst Einrichtungsleiterin Heike Perszewski zusammen. So sollen nicht nur Lesungen, Turn- und Tanz-Angebote starten. Demnächst erwartet das Team Schülergruppen, die für Pflegeberufe gewonnen werden sollen. Auch Initiativen wie der Runde Tisch Demenz und die Seniorenlotsen nutzen den Raum. Außerdem trifft sich hier die neue Selbsthilfegruppe für Menschen mit Depressionen, die am 1. Juli beginnt. Die Nachfrage war so groß, dass eine zweite Gruppe mit jüngeren Patienten einen Treffpunkt im Roten Riesen nutzt.

Weitere Gäste sind willkommen, betonen Perszewski und Aline Wybranietz vom Quartiersmanagement. Vorteil: Der Raum ist von außen erreichbar, bei Bedarf gibt es den Schlüssel, so dass Nutzer unabhängig sind. „Vernetzung ist heute alles“, sagt Perszewski. „Das dient einem lebendigen Quartier.“

Multifunktional und quartiersgebunden – dieses Konzept überzeugte auch den Sponsor. Hierfür war Marcel Groß, Geschäftsführung der Sparkasse-Duisburg-Stiftung vor Ort. Sie finanzierte den Umbau mit 50.000 Euro. Schön wäre es, wenn der neue Raum einen Außenaufzug bekäme, mit dem Menschen mit Handicap selbstständig nach unten gelangt. Ein Projekt für die Zukunft.

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