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Duisburg: Ein dänischer Bäcker in Duisburg

RP-Serie: Duisburger Cafés : Dänische Backkunst in Duissern

David Kropp und sein Team haben der Bäckerei Lufen in Duissern neues Leben eingehaucht. Die Brötchen und Brote sowie der Kaffee entstehen nun nach dänischem Vorbild.

David Kropp backt seine eigenen Brötchen. Der 34 Jahre alte Bäckermeister aus Dänemark kümmert sich seit Ende März um die „Copenhagen Coffee Lab and Bakery“-Filiale an der Martinstraße. Wie der Name bereits verrät, verkauft der Familienvater in seinem Café bekannte und traditionelle Backwaren aus seiner Heimat. Das Besondere: Jedes Brötchen, jedes Brot und jedes Plunderstück ist handgemacht. „Die Brote werden beispielsweise noch aufgeschlagen und die Brötchen von einem großen Teigklumpen abgehackt“, erklärt er sein tägliches Handwerk. Die anstrengende und aufwendige Handarbeit ist seiner Meinung nach absolut notwendig für seine Produkte: „Nur so erreichen wir die Qualität, die wir haben wollen.“ Zudem verzichtet der Bäckermeister auf Tiefkühlprodukte und Zusatzstoffe.

Mit zwei Kollegen steht Kropp bis zu zwölf Stunden am Tag in der Backstube, darunter ein Bekannter aus Dänemark und ein guter Freund und Bäckermeister aus Deutschland, der sein Handwerk bei größeren Ketten gelernt hat. „Teilweise stehen wir ab ein Uhr nachts in der Stube und backen“, sagt Kropp. „Je später wir anfangen, desto frischer sind unsere Backwaren später und desto wärmer kommen unsere Produkte beim Kunden an.“ Tagsüber werden dann noch einmal Brötchen und Brote nachgebacken.

In der kleinen Backstube ist seit der Übernahme durch den Dänen nicht viel verändert worden. Dort stehen immer noch der alte Ofen der Bäckerei Lufen aus dem Jahr 1978 und der Kneter. „Die Maschinen funktionieren immer noch sehr gut“, sagt Kropp. Einzig ein Kühlhaus musste neu aufgestellt haben, um die Backwaren frisch zu halten und später in die einzigen anderen beiden Filialen von „Copenhagen Coffee Lab and Bakery“ in Deutschland nach Düsseldorf zu liefern.

Valdemar, David Kropp und Oussama (v.l.n.r.), die drei Bäcker aus dem „Copenhagen Coffee Lab and Bakery“, backen viele Stunden täglich traditionelle dänische Backwaren. Foto: RP/Jan Luhrenberg

In Duissern entstehen tagtäglich traditionelle dänische Backwaren. „Die Rezepte sind ganz neu entwickelt worden“, sagt der Däne. „Wir wollten etwas anderes machen und uns von dem, was wir kennen, unterscheiden.“ Besonders beliebt seien die Plunderstücke, die knusprig sind, ohne dabei trocken zu werden. „Mein Favorit ist das Plunder mit Himbeeren“, sagt eine Kundin. „Es hat wie zu meinen Kindertagen geschmeckt.“ Ein absoluter Renner sind die Croissants. Eine andere Kundin bestellt etwa mehrere tiefgefrorene Hörnchen, weil sie nicht einmal im Urlaub auf das geliebte Gebäck verzichten kann. „Das Brot in Mallorca ist eine Katastrophe“, sagt sie. Zudem bieten Kropp und sein Team verschiedene Brotsorten und Brötchen an – oft aus einem Sauerteig gebacken. „Dunkles Brot ist typisch dänisch“, so der 34-Jährige.

Den Kaffee bezieht das Café aus der eigenen Rösterei in Kopenhagen. „Das spezielle an unserem Kaffee ist, dass wir sortenreine Bohnen verwenden“, sagt Kropp. „Zudem rösten wir die Bohnen auf spezielle Art.“ So schmecke der Kaffee weniger bitter. Durch den Prozess erhielten die Bohnen, die aus Brasilien, Guatemala oder Kolumbien importiert werden, zudem natürliche Aromen wie zum Beispiel Vanille, ohne etwas hinzuzugeben.

Kropp ist vor zwölf Jahren das erste Mal nach Deutschland gekommen und hat auf der Arbeit seine Frau kennengelernt. Sie ist ebenfalls Bäckerin. Nach einigen Jahren in seiner dänischen Heimat ist die junge Familie im Januar diesen Jahres zurück nach Deutschland gekommen. „Zu diesem Zeitpunkt hatte ich keinen Job und nichts in Planung“, gibt der Däne zu. Er sei zufällig zu der Chance gekommen, ein eigenes Café zu übernehmen. „Das ist genau das, was ich immer wollte, deshalb musste ich auch nicht lange überlegen.“ Verlassen kann sich Kropp auch in Zukunft auf sein Team aus Bäckern und Verkaufspersonal. „Jeder packt mit an, das Café ist eine wahre Teamleistung“, sagt der Bäckermeister. „Es fühlt sich an wie eine große Familie.“

Der 34-Jährige hat das Gefühl, dass sein Café in Duisburg gut angenommen wird. Am Wochenende kommt es vor, dass die Kundenschlange bis draußen um die Ecke geht. Kropp möchte Stück für Stück neue Produkte auf die Karte setzen: „Die Kunden sollen immer wieder neue Dinge ausprobieren.“ Bis dahin gelte Qualität statt Quantität. So soll die Stückzahl der Backwaren nicht auf Biegen und Brechen steigen, da die Qualität nicht leiden soll.

(jlu)