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Duisburg: DVV setzt autonom fahrendes Sicherheits-Fahrzeug „Bobby“ ein

Pilotprojekt in Duisburg : DVV setzt autonom fahrendes Sicherheits-Fahrzeug „Bobby“ ein

Deutschlandpremiere in Duisburg: Ein unbemanntes, autonom fahrendes Fahrzeug dreht seit dem 1. Juni seine Testrunden auf dem Campusgelände Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (DVV). Wir erklären, was dahinter steckt.

Beim DVV-Konzern ist man stolz auf den Einstieg ins autonome Fahren, also dem selbstständigen Fahren ohne einen Menschen am Steuer – weder im Fahrzeug selbst noch von außerhalb. Was man sonst zum Beispiel schon von selbstfahrenden Rasenmähern kennt, erprobt der Konzern nun in größerem Stil. „Wir nähern uns hier mit einem Testprojekt einem großen Zukunftsthema. Das autonome Fahren hat gerade in Innenstädten große Entwicklungsperspektiven. Auf unserem Campus können wir in geschützter Umgebung und mit einem konkreten Anwendungsfall wichtige Erfahrungen sammeln“, sagt DVV-Geschäftsführer Marcus Vunic.

Das von der Belegschaft in einem Namenswettbewerb „Bobby“ getaufte Fahrzeug soll zukünftig die Sicherheitsabteilung des Duisburger Multidienstleistungskonzerns unterstützen und nachts auf dem Campusgelände autonom Streife fahren. „Patrol“ nennt der chinesische Hersteller Neolix die Fahrzeugvariante, die mit Warnleuchten, Lautsprechern und Sicherheitstechnik auf dem Dach ausgestattet ist.

Das drei Meter lange und 1,80 Meter hohe Kleinfahrzeug werde elektrisch angetrieben und sei nicht für die Personenbeförderung geeignet, so die DVV. Ausgerüstet mit mehr als 15 Sensoren, fünf Kameras und einem Touchscreen bewegt sich „Bobby“ autonom in Schrittgeschwindigkeit (6 km/h). Das Fahrzeug ist in der Lage, eigenständig zu navigieren, Hindernissen auszuweichen und zu bremsen. „Autonomes Fahren wird in Zukunft sicherlich von einem leistungsstarken 5G-Mobilfunknetz abhängig sein. Bis es flächendeckend verfügbar ist, bedienen wir uns einer 4G- sowie W-Lan-basierten Übertragungstechnik, die auf dem kompletten Campus verfügbar ist und die Verbindung des Fahrzeugs zur Steuerzentrale ermöglicht,“ sagt Stefan Soldat, IT-Experte bei der DVV. Aufgeschaltet wird die Datenübertragung auf die Notruf- und Service-Leitstelle (NSL) des Konzerns. Von dort aus lässt sich „Bobby“ auch fernsteuern, wenn das notwendig sein sollte.

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Bis „Bobby“ die Sicherheitsabteilung mit nächtlichen Patrouilleneinsätzen auf dem Campusgelände unterstützen wird, seien noch weitere Testphasen erforderlich. Nach der Anlieferung musste das Fahrzeug zunächst das neue Einsatzgebiet „erlernen“. Dazu sei das Gelände mit dem Fahrzeug abgefahren und digital kartografiert worden. In Kooperation mit dem TÜV wird aktuell ein Gutachten erstellt, das dem Konzern die sichere Einsatzfähigkeit des Fahrzeugs bescheinigt und weitere Erprobungsfahrten auf dem Campusgelände ermöglicht. Außerdem wurde in der NSL eine Kontrolleinheit eingerichtet, die jederzeit die komplette Steuerung des Fahrzeugs durch die Leitstelle ermöglicht. „Es wird noch einige Zeit brauchen, bis das Fahrzeug selbständig im Einsatz sein wird. Wir werden im nächsten Schritt Einsätze simulieren und die Sicherheitskräfte im Umgang mit dem Fahrzeug trainieren. Aber schon jetzt ist der Erfahrungsgewinn in diesem innovativen Projekt immens“, sagt Projektleiter Rüdiger Strelow.