1. NRW
  2. Städte
  3. Duisburg

Duisburg: DVV-Konzern setzt auf Digitalisierung

RP-Serie Wirtschaft 4.0 : Versorger setzt auf Digitalisierung

Der DVV-Konzern organisiert die Versorgung der meisten Duisburger. Die RP, RP Online und die Sparkasse Duisburg erklären, wie sich das Unternehmen für die Zukunft rüstet.

Die Gegenwart ist für kommunale Versorgungsunternehmen wie den DVV-Konzern besonders herausfordernd. Viele unabhängige Kleinversorger und größere Player aus der Privatwirtschaft machen den kommunalen Unternehmen das Leben schwer. Um am Markt bestehen zu können, sehen sich die Verantwortlichen deshalb nach neuen Geschäftsfeldern um und überlegen, wie sie den veränderten Anforderungen unter dem Stichwort Wirtschaft 4.0 am besten begegnen können.

In diesen Jahr legte der DVV-Konzern die Veröffentlichung „Märkte im Umbruch“ vor, in der er seine Mitarbeiter über aktuelle und bevorstehende Maßnahmen informierte. Demnach legt der Großversorger, zu dem unter anderem die Stadtwerke und die Duisburger Verkehrsbetriebe gehören, einen Schwerpunkt auf den Umbau interner Arbeitsabläufe. Diese sollen durch digitale Prozesse in der Zukunft schneller und effizienter ausgearbeitet werden, um Kosten und Risiken zu minimieren, heißt es dazu in der Veröffentlichung. Die ersten richtungsweisenden Entscheidungen in dieser Hinsicht hat die Unternehmensführung bereits getroffen. So hat der DVV-Konzern zum Beispiel die Zahlungsdienstleistungs-Plattform „Taulia“ eingeführt, um seinen rund 2800 Lieferanten dabei zu helfen, ihre Liquiditätsplanung effizienter zu gestalten. Bei „Taulia“ handelt es sich um ein Online-Portal, das für für mehr Transparenz im Zahlungsverkehr sorgen soll, weil es den Lieferanten unter anderem ermöglicht, jederzeit und unkompliziert Einblick in noch ausstehende Rechnungen zu bekommen.

Als weiteres Beispiel für Effizienzsteigerungen im Arbeitsablauf wird in der Veröffentlichung die Einbindung tagesaktueller Verkehrs- und GPS-Daten aufgeführt. Diese Neuerung soll vor allem den Außendienst- und Service-Mitarbeitern zugute kommen. Durch die Einbeziehung solcher Daten bei der Planung von Service-Routen ließen sich bereits jetzt deutliche Zeitverbesserungen erzielen, schreibt der DVV-Konzern.

Darüber hinaus beschreibt „Märkte im Umbruch“ die Möglichkeit von Effizienzsteigerungen im Energiebereich durch die Automatisierung bestimmter Arbeitsabläufe. „So erlaubt der Einsatz von hochsensiblen Sensoren in Kraftwerken, dezentralen Erzeugungsanlagen oder Netzen signifikante Einsparungen durch die Umstellungen der Wartungsintervalle“, heißt es in der Veröffentlichung. Bisher seien die Anlagen nach festgelegten Leistungsperioden gewartet worden. Nun sei es möglich, durch Auswertung der von den Sensoren übermittelten Daten Verschleiß zu erkennen und dann bedarfsgerecht zu reagieren. Das erlaube zudem eine genauere Prognose bei der Ermittlung des zukünftigen Bedarfs.

Die oben beschriebenen Prozesse firmieren beim DVV-Konzern unter dem Slogan „Digitale Umwandlung“. Daneben fußt die Digitalstrategie des Konzerns aber noch auf zwei weiteren Säulen. Als zweites wesentliches Handlungsfeld hat die Versorgungsgesellschaft nämlich die „Digitale Erweiterung“ benannt. Das Unternehmen will digitale Prozesse als „Instrument zur Qualitätsverbesserung an der Kundenschnittstelle“ nutzen. Gemeint sind damit auch – aber nicht nur – Erweiterungen des bestehenden Angebots um neue digitalbasierte Dienstleistungen. Ein Beispiel dafür gibt es bereits: Die Einführung und der konsequente Ausbau des Bus-Taxidienstes myBus sind eine logische Konsequenz dieses Handlungskonzeptes.

Dritte Säule der DVV-Strategie ist das Handlungsfeld „Digitale Erneuerung“. Gemeint ist hiermit die Gewinnung von Kunden und Steigerung von Erlösen durch die Entwicklung neuer Geschäftsfelder. „Die genaue Kenntnis des Erzeugungs- und Verbrauchsprofils einzelner Kunden auf Basis sogenannter ,Smart Meter’ (Stromzähler, die digital Daten erfassen und direkt an den Konzern senden, Anm. d. Red.) ermöglicht es, maßgeschneiderte Produkte für Kunden zu entwickeln“, heißt es in „Märkte im Umbruch“. Ein Wettbewerbsvorteil könne es zum Beispiel sein, künftig Betriebsstunden eigener dezentraler Anlagen an Anlagenbetreiber und andere Kunden zu verkaufen. Auch groß angelegte Kooperationen zur Effizienzsteigerung und Anlagenwartung von ganzen Siedlungen könnten ein Zukunftsmodell sein, bei dem Immobiliengesellschaften, Anlagenhersteller und Energieversorger miteinander kooperieren.

Damit ist unsere Serie „Wirtschaft 4.0“ zur Digitalisierung“ in Duisburg beendet.