Duisburg: Die Stadt ist wieder beim Klavierfestival Ruhr vertreten

Von Mozart bis George Benjamin : So wird das Klavierfestival Ruhr in Duisburg

Vom 7. Mai bis zum 19. Juli beflügeln die Pianisten der Welt wieder die Region beim Klavier-Festival Ruhr. Duisburg ist mit fünf der insgesamt 60 Veranstaltungen vertreten.

Der Duisburger Höhepunkt des Klavier-Festivals Ruhr 2019 ist das Gastkonzert des WDR-Sinfonieorchesters Köln am Freitag, 12. Juli, um 20 Uhr, in der Philharmonie Mercatorhalle. Solist in Wolfgang Amadeus Mozarts groß angelegtem Konzert für Klavier und Orchester Nr. 24 c-Moll KV 491 ist der junge polnische Star-Pianist Rafal Blechacz. Altmeister Christoph Eschenbach dirigiert außerdem die monumentale Sinfonie Nr. 3 d-Moll von Anton Bruckner.

Drei weitere Veranstaltungen steigen in der Gebläsehalle im Landschaftspark Nord. Es beginnt am Donnerstag, 16. Mai, um 20 Uhr, mit dem Recital von Alice Sara Ott. Die 1988 in München geborene deutsch-japanische Pianistin bleibt Duisburg treu, obwohl sie die Diagnose Multiple Sklerose erhalten hat. Sie geht damit offen um, und die Ärzte haben ihr geraten, erst einmal weiter aufzutreten. Otts Programm ist diesmal traumverlorener und überhaupt nächtlicher als bislang, es reicht von der „Suite bergamasque“ und der „Rêverie“ von Claude Debussy über die Nocturnes op. 9 und op. 48 Nr. 1 sowie die Ballade Nr. 1 g-Moll op. 23 von Frédéric Chopin, die erste und dritte „Gnossienne“ sowie die erste „Gymnopédie“ von Erik Satie bis zu dem wiederum halsbrecherischen Zyklus „Gaspard de la nuit“ von Ravel.

Die Education-Aufführungen in der Gebläsehalle gehören zu den alljährlichen Höhepunkten des Klavier-Festivals Ruhr: Kinder und Jugendliche aus allen Schulen des Duisburger Brennpunkt-Stadtteils Marxloh zeigen eigene Musikstücke und Choreographien nach Meisterwerken der Klaviermusik (die RP berichtet hierüber gleichfalls regelmäßig). Bei der Präsentation des integrativen Education-Projekts „Charaktere“ am Mittwoch, 12. Juni, um 18 Uhr, zeigen über 600 Schülerinnen und Schüler, wie sie sich mit kurzen Charakterstücken von Ludwig van Beethoven, Béla Bartók, György Ligeti und George Benjamin beschäftigt haben, die hier von beiden jungen Pianisten Fabian Müller und Lorenzo Soulès gespielt werden. Bei der Präsentation des inklusiven Education-Projekts „ZusammenSpiel“ am Montag, 1. Juli, gleichfalls um 18 Uhr, kommt dazu die Buchholzer Waldschule, das ist eine Förderschule mit dem Schwerpunkt „Geistige Entwicklung“. Müller und Soulès spielen hier unter anderem die „Rhapsody in Blue“ von George Gershwin in der Fassung für zwei Klaviere.

Am Freitag, 28. Juni, um 19 Uhr, kommt das Klavier-Festival endlich einmal wieder ins Lehmbruck-Museum. In seinem Recital kombiniert Lorenzo Soulès die poetischen „Waldszenen“ op. 82 von Robert Schumann mit dem Klavierzyklus „Piano Figures“ von George Benjamin, dem Klavierstück „La Mandragore“ („Die Alraune“) des französischen Klangmagiers Tristan Murail und Ravels „Gaspard de la nuit“. Gespannt sein darf man vor allem auch auf den Beginn des Abends: Gemeinsam mit zwei Schulklassen aus Marxloh, die sich ein Schuljahr lang tänzerisch und musikalisch mit den „Piano Figures“ befasst haben, gibt Soulès eine halbstündige Einführung in die Musik des 1960 geborenen britischen Komponisten – ein vom Klavier-Festival Ruhr entwickeltes Vermittlungsformat, das schon beim Lucerne Festival und im Festspielhaus Baden-Baden für Furore gesorgt hat.

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