Duisburg: Die SPD und die Klüngelei um den IMD-Chefposten

Kolumne „Rheinkultur“ : (Nieder)rheinische Klüngelei

Die geplante Besetzung des IMD-Chefpostens mit Dezernent Thomas Krützberg stößt nicht überall auf Gegenliebe. Die Grünen wittern Klüngelei. Nachvollziehbar, aber schade: Schließlich ist Krützberg der ideale Kandidat.

Ob Sie es nun hören wollen oder nicht: Duisburg ist nicht nur eine Stadt des Ruhrgebiets. Duisburg ist auch Niederrhein. Und am Niederrhein gibt es ein Problem, das vom etwas weiter südlich gelegenen Rheinland gewissermaßen in den Norden exportiert wurde: den (nieder)rheinischen Klüngel.

Folgt man der Argumentation der Duisburger Grünen, ist der am vergangenen Freitag bekannt gewordene Wechsel von Schul-, Kultur- und Sozialdezernent Thomas Krützberg an die Spitze des Duisburger Immobilienmanagements ein Beispiel für (nieder)rheinische Klüngelei unter SPD-Genossen. Und wissen Sie was: So ganz abwegig ist das überhaupt nicht, was die Grünen da monieren. Sieht man sich die aktuellen Umfragen an, müssen auch die Genossen in Duisburg damit rechnen, dass die Grünen nach der Kommunalwahl 2020 ein Wörtchen mitzureden haben, wenn es um die Besetzung von vakanten Posten im Verwaltungsvorstand geht. Da kommt es natürlich schon gelegen, dass mit Thomas Krützberg ein altgedienter Genosse einen Dezernatsposten bekleidet, den er im Jahr 2021  – also nach der Kommunalwahl – hätte räumen müssen. So kann die SPD bei einer zeitnahen Wiederbesetzung, für die sie bis zur Kommunalwahl das Vorschlagsrecht inne hat, für weitere acht Jahre (so lange ist die übliche Amtszeit eines Dezernenten) Fakten schaffen.

Zur Wahrheit gehört aber natürlich auch – und das ist wirklich wichtig –, dass Krützberg für den schwierigen Posten sehr geeignet erscheint. Der Dezernent gilt (zumindest in unserer Redaktion) als Workoholic. Die ihm übertragenen Aufgaben hat er in der Vergangenheit stets unaufgeregt gemeistert. Wenn es wirklich einen Neuanfang im städtischen Immobilienmanagement geben soll,  braucht es einen Charakter, wie Krützberg einer ist.

Trotzdem: Das Vorgehen der SPD in diesem Fall ist alles andere als… sagen wir mal … stilvoll.  Dem Vernehmen nach sind die Grünen von der kurzfristigen Entscheidung überrascht worden. Auch wenn die Genossen noch auf ein gutes Kommunalwahlergebnis hoffen werden, wäre ihnen sicherlich kein Zacken aus der Krone gebrochen, wenn sie angesichts der aktuellen Umfragen wenigstens das Gespräch mit den anderen Parteien (auch denen, mit denen Sie nicht inoffiziell koalieren) gesucht hätten.

Schließlich lassen sich etliche gute Sachgründe finden, wenn Krützberg tatsächlich der beste Mann für den Posten ist. Und wenn das so ist, dann hätten sicher auch Parteien wie die Grünen nichts dagegen einzuwenden gehabt. So aber riecht es – und das ist angesichts der Personalie, um die es geht, wirklich schade – nach (nieder)rheinischer Klüngelei.