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Duisburg: DFG mit vielseitigem Programm

Deutsch-Französische Gesellschaft : Blick nach Frankreich und zurück

Die Deutsch-Französische Gesellschaft Duisburg bietet ab sofort ein vielfältiges Programm. Neben einem großen Kulturangebot beteiligt sich die DFG auch an den von Emmanuel Marcron angeregten Bürgerkonsultationen.

In Deutschland gibt es etwa 200 Deutsch-Französische Gesellschaften; die DFG in Duisburg ist besonders aktiv. Das beweist das aktuelle Programm, das Waltraud Schleser, seit einem Jahr als Nachfolgerin von Wolfgang Schwarzer erste Vorsitzende des Vereins, am Montag bei einem Pressegespräch vorstellte.

Viele Angebote aus dem in einem Flyer aufgelisteten Angebot richten sich auch an Menschen, die die französische Sprache nicht beherrschen. Darunter beispielsweise der deutsch-französische Vorlesespaß, der regelmäßig in der Kinder- und Jugendabteilung der Zentralbibliothek angeboten wird. Dort erzählen – abwechselnd – Ingeborg Christ, Doris Gerwinn-Langner und Francine Steinfels-Baudet Kindergartenkindern und Gründschülern, die in der Regel nur Deutsch verstehen, kleine Geschichten auf Französisch und Deutsch. Die Kinder hätten immer großen Spaß daran, auf solch einfache Weise mit der Fremdsprache bekannt gemacht zu werden, berichtet Frau Schleser, die hauptberuflich als Übersetzerin und interkulturelle Trainerin für Hochschulen und Firmen arbeitet. Der nächste Vorlesespaß ist am Mittwoch, 5. September, 16 bis 17 Uhr, in der Zentralbibliothek.

Die DFG ist regelmäßig im Filmforum präsent. Am 24. und 26. September zeigt es „Tout le monde debout“. Foto: DFG

Ein Schwerpunktthema der Duisburger DFG ist in den kommenden Monaten „Europa“. Dabei beteiligt sich der Verein an den von Staatspräsident Emmanuel Macron angeregten Bürgerkonsultationen mit den Themen „Wirtschaft“ und „Sicherheit/ Verteidigung“. Ein Ziel ist dabei, neben der Information, möglichst kontrovers geführte Debatten, um das jeweilige Thema in allen Facetten zu beleuchten. Mitglieder der Duisburger DFG protokollieren die Diskussionsabende, gegebenenfalls wird sogar eine Resolution verabschiedet. Die Ergebnisse werden an deutsche und französische Botschaften, Institutionen oder auch Regierungsstellen weitergeleitet.

Die Referenten sind allesamt hochkarätig. Den Anfang macht am Donnerstag, 13. September, 19.15 Uhr, Claus Leggiewie, der in der Volkshochschule über die Zukunft der Europäischen Union spricht. Claus Leggewie ist einer der renommiertesten Politikwissenschaftler Deutschlands. Der Titel seines jüngsten Buches, „Europa zuerst!“, ist als Provokation gedacht. Leggewie wendet sich gegen den „fremdenfeindlichen Provinzialismus ewiggestriger Populisten und Nationalisten“. Claus Leggewie ist Professor für Politikwissenschaft und Direktor des „Centre for Global Cooperation Research“ in Duisburg und seit dem Wintersemester 2015/16 erster Amtsinhaber der jüngst etablierten Ludwig Börne-Professur der Justus-Liebig-Universität Gießen. Der Eintritt zu dieser Kooperationsveranstaltung von EUROPE DIRECT EU-Bürgerservice der Stadt Duisburg, Kirchlichem Dienst in der Arbeitswelt Duisburg Niederrhein, Europa-Union Duisburg-Niederrhein, VHS Duisburg, dem Katholischen Bildungswerk Duisburg und eben der Deutsch-Französischen Gesellschaft Duisburg ist frei.

Weitere Europa-Abende, die allesamt deutschsprachig sind, mit Wissenschaftlern unterschiedlicher Fachrichtungen folgen am 8. Oktober und 15. November.

Großgeschrieben wird bei der DFG Duisburg traditionell das Kulturangebot, bei dem auch mit dem Theater der Stadt Duisburg kooperiert wird. DFG-Mitglieder bekommen dabei im Preis ermäßigte Karten, etwa für die Oper „La Traviata“ am 14. September, für das Gastspiel „Caligula“ nach Camus vom Berliner Ensemble am 17. Oktober, für das Ballett „Petruschka“ am 20. Oktober, oder das Stück „Haydi!“ vom Maskentheater Familie Flöz am 25. November.

Regelmäßig ist die DFG auch im Filmforum präsent, um dort Filme im französischen Original mit deutschen Untertiteln vorzustellen. Am 24. und 26. September beispielsweise „Tout le monde debout“, der in der deutschen Fassung heißt: Liebe bringt alles ins Rollen.

Einzelvorträge, Fortbildungen, Fahrten, Treffen für junge Leute, Konversationsabende und Savoir-Vivre-Veranstaltungen (etwa Wein und Poesie) gehören mit zum Angebot des Vereins, der den Blick auf unser Nachbarland und von diesem zurück auf Deutschland öffnen möchte. Die Programmflyer liegen zum kostenlosen Mitnehmen im Stadtfenster (Zentralbibliothek und VHS an der Steinschen Gasse 26) und vielen anderen Einrichtungen aus.