Duisburg: Deutsche Oper am Rhein zeigt Hänsel und Gretel

Deutsche Oper am Rhein : „Hänsel und Gretel“ – 50 Jahre jung

Die Deutsche Oper am Rhein nahm ihre erfolgreiche Produktion der beliebten Märchenoper nun auch in ihrem Duisburger Haus wieder auf.

Seit 50 Jahren spielt die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf/Duisburg jedes Jahr in beiden Städten ihre Produktion der Märchenoper „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck, die Premiere am 26. Oktober 1969 war im Theater Duisburg.

Vor einigen Jahren unterzog die Spielleiterin Esther Mertel die bewährte, nur ganz wenig in die Jahre gekommene Inszenierung von Andreas Meyer-Hanno einer behutsamen Frischzellenkur, einschließlich des hochpoetischen Bühnenbilds von Gerda Zientek. Die Uraufführung am 23. Dezember 1893 im Weimarer Hoftheater dirigierte kein Geringerer als Richard Strauss. Dieses Werk gelte als die Märchenoper schlechthin, erklärt die Dramaturgin Anne do Paco im Programmheft der Rheinoper: „Eltern in Armut – Kinder in Gefahr - großes Befreiungsfinale - mit Blick zum Himmel ‚Wenn die Not aufs Höchste steigt, Gott der Herr die Hand uns reicht‘. Mit Abendsegen und Lebkuchenhaus der Klassiker zur Weihnachtszeit. Erstes Opernerlebnis für die Kleinen und liebstes Stück für ewige Kinder.“

Gestern nahm die Rheinoper nun „Hänsel und Gretel“ auch in ihrem Duisburger Haus wieder auf. Die Besetzung war gut aus dem Ensemble der Rheinoper gewählt, die Sängerinnen und Sänger erfreuten durch heitere Spielfreude und herzlichen Gesang, allen voran Katarzyna Kuncio und Heidi Elisabeth Meier als herzallerliebstes Geschwisterpaar Hänsel und Gretel. Romana Noack und Anooshah Golesorkhi glänzten als herzensgutes, aber mit der Situation überfordertes Elternpaar Gertrud und Peter. Florian Simson war eine herrlich groteske Hexe. Diese Produktion hat übrigens nicht nur schon viele Generationen von Besucherinnen und Besuchern erlebt (die manchmal später ihre eigenen Enkel mitbringen), sondern auch die Minirollen Sandmännchen und Taumännchen wurden in dieser Zeit von fast ebenso vielen jungen Sängerinnen aus dem Opernstudio verkörpert, gestern profilierten sich Daria Muromskaia und Maria Carla Pino Cury. In dieser Produktion singt nach wie vor der Düsseldorfer Mädchen- und Jungenchor (inzwischen einstudiert von Christian Ludwig), denn damals gab es den Kinderchor am Rhein noch nicht, der mittlerweile an der Rheinoper mitwirkt. Als Dirigent sorgte der Rheinopern-Kapellmeister Christoph Stöcker jetzt für klare und frische Klänge, für lebensfrohe Wärme, nur gelegentlich hätte er sich etwas mehr Zeit lassen können. Diese Musik ist eben einfach zu hören, aber schwer zu dirigieren - Richard Strauss, immerhin der versierteste Dirigent seiner Zeit, hatte damals an den Komponisten geschrieben: „Es ist verteufelt schwer - das Hänselchen!“

Bei der gestrigen Vormittags-Vorstellung war das Theater voll mit überdrehten Schulklassen. Ein Drittel der Grundschüler und Gymnasiasten langweilte sich, der Rest quatschte ungeniert weiter, vor allem während der Ouvertüre und dem sinfonischen Zwischenspiel zwischen dem ersten und zweiten der drei Akte (denn da passierte ja „nichts“). Wann immer der Vorhang auf- und zuging, gab es heftigen Applaus, egal wie leise die Musik gerade war. Erst im dritten Akt mit seiner spannenden Hexen-Handlung wurde es ruhiger im Haus, vielleicht hatte es in der Pause das eine oder andere Machtwort von Lehrer-Seite gegeben.

Haensel_und_Gretel_05_FOTO_Hans_Joerg_Michel.jpg. Foto: Michel/HANS JOERG MICHEL

Es kommt noch eine einzige weitere Vorstellung, am Montag, 23. Dezember, um 18 Uhr. Die Besetzung ist dann etwas anders, aber besonders reizvoll: Es dirigiert Marie Jacquot, es singen Anna Harvey (Hänsel), Lavinia Dames (Gretel), Romana Noack (Gertrud), Stefan Heidemann (Peter) und Morenike Fadayomi (Hexe) sowie Valerie Eickhoff (Sandmännchen) und Maria Carla Pino Cury (Taumännchen). Es gibt noch Karten, am einfachsten per Mail an karten@theater-duisburg.de