Duisburg: Der GfB geht die Arbeit nie aus

Arbeitsmarkt : Der GfB geht die Arbeit nie aus

Im 20. Jahr nach der Gründung der Städtischen Gesellschaft für Beschäftigungsförderung gab es 800 Vermittlungen in feste Stellen oder Ausbildungen.

(mo) Auch 20 Jahre nach ihrer Gründung und trotz in den letzten Jahren sinkender Arbeitslosenquote ist der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung (GfB) noch längst nicht die Arbeit ausgegangen: „Es gibt immer noch knapp 12.000 Langzeitarbeitslose. Über 2200 Arbeitslose sind im Alter zwischen 15 und 25 Jahren und haben keinerlei Beschäftigung und Qualifizierung. 4600 Arbeitslose sind über 55 Jahre alt und finden kaum eine Chance“, umreißt Bruno Sagurna, Vorsitzender des GfB-Aufsichtsrates die Lage auf dem Duisburger Arbeitsmarkt: „Auch 20 Jahre nach Gründung ist die Aufgabe der GfB so aktuell wie zuvor.“

Es sei nach wie vor wichtig, dass die Stadt mit der GfB eigene Bemühungen unternimmt, Menschen ohne Arbeit zu helfen. Im Jahr 2018 standen knapp 800 Vermittlungen aus Arbeitslosigkeit in den ersten Arbeitsmarkt oder in Ausbildung bei der GfB zu Buche. Das waren noch einmal 150 Vermittlungen mehr als im Vorjahr. Insgesamt fanden mehr als 2000 Teilnehmer und knapp 2200 Beratungskunden Hilfe durch die GfB.

Es sind durchweg Arbeitslose, an die sich die Angebote der GfB richten. Die einen bekommen eine Umschulung, die anderen beginnen erst einmal mit „Aktivierungsmaßnahmen“, wie GfB-Chef Uwe Linsen formuliert. Wer länger arbeitslos gewesen sei, müsse beispielsweise häufig erst einmal wieder lernen, pünktlich am Arbeitsplatz zu erscheinen: „Eigentlich ist das ein Stück Lebenshilfe.“

Die von der GfB angebotenen Umschulungsmaßnahmen können bis zu zwei Jahre dauern, etwa für künftige Verwaltungs-Fachangestellte, oder auch nur drei Monate wie für angehende Schlosserhelfer. Angeboten werden aber auch reine Beratungen über berufliche Perspektiven, die auch von Berufstätigen in Anspruch genommen werden können oder auch intensive Bewerbungsberatungen über vier Wochen.

156 festangestellte Mitarbeiter hat die GfB derzeit und sieben Standorte im gesamten Stadtgebiet: „Wir wachsen ohne Ende“, sagt Linsen. Vor sechs Jahren habe die GfB weniger als 100 Mitarbeiter gehabt: „Wir haben an allen Standorten zugelegt“, an dreien habe man bereits Container aufgestellt, um mehr Raum zu schaffen.

Ein Beispiel der Arbeit ist die Möbelwerkstatt. Hier werden Möbelstücke gebaut, aber auch von spendenbereiten Bürgern eingesammelt. Zugute kommt dieses Menschen im „ALG II - Bezug“, besser bekannt als „Hartz IV“.

Bis Mitte des Jahres will die Gesellschaft für Beschäftigungsförderung mit dieser Werkstatt aus der Nähe des Rotlichtviertels in der Stadtmitte an einen neuen Standort am Konrad-Adenauer-Ring in Neumühl ziehen.

„Wir setzen eigene Ideen um, wie den Menschen geholfen werden kann, die es alleine nicht in den Arbeitsmarkt schaffen“, betont Bruno Sagurna. Mittlerweile sei die Gesellschaft für Beschäftigungsförderung auch Ansprechpartner für viele Unternehmen, die zusätzliche Kräfte suchen.

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