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Duisburg: Das wünschen sich Bürger für das Güterbahnhofsgelände

Wolkenkratzer, Sky Train, Spaßbad, Gondelbahn : Was sich die Duisburger für das Güterbahnhofsgelände wünschen

Die Online-Bürgerbeteiligung für das Güterbahnhofsgelände stößt auf reges Interesse. Inzwischen gibt es bereits zahlreiche Vorschläge. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auch auf der Loveparade-Gedenkstätte.

Die Eingangsfragen sind ganz grundsätzlicher Natur: Wie sieht das Duisburg von morgen aus? Was soll hier nach dem Abriss entstehen? Was sind Eure Ideen? So lauten die Prämissen für die Online-Bürgerbeteiligung für die Gestaltung des Areals des ehemaligen Güterbahnhofgeländes. Das ist für die einen mit dem Begriff „Duisburger Freiheit“ verbunden, fülr andere ist es das „Loveparade-Gelände“. Letzteres stimmt zumindest, und die Gedenkstätte wird auf dem 30 Hektar (42 Fußballfelder) großen Gelände auch in Zukunft stets präsent sein.

Die besondere Bedeutung des Geländes, flankiert mit der bisher einmaligen Online-Bürgerbeteiligung, lässt Oberbürgermeister Sören Link schon fast pathetisch werden;: „Die Zukunft Duisburgs ist nur einen Klick entfernt – hier entsteht Zukunft auf dem Gelände des alten Güterbahnhofs. Und Sie können mitentscheiden“, verkündet er in einem Image-Video auf der Homepage für die Bürgerbeteiligung (siehe Box).

Eigentümerin des Geländes ist inzwischen bekanntlich die städtische Wohnungsbaugesellschaft Gebag. Deren Chef Bernd Wortmeyer möchte da in nichts nachstehen: „Wir wollen kein Entwicklung haben, die nur am Schreibtisch von Fachleuten passiert, sondern wir wollen hier ein lebendiges Stück Duisburg schaffen. Das, was hier passiert, wird die Visitenkarte für die Stadt Duisburg werden.“

Sören Links Appell lautet: „Deswegen bitte ich Sie, bringen Sie sich ein! Diskutieren Sie mit! Entscheiden Sie mit, was hier am Alten Güterbahnhof entstehen soll, ein Quartier, das für die Zukunft der Stadt unfassbar wichtig ist.“

Die Vorschläge werden aufgeteilt in verschiedene geographische Regionen, an die das Projekt angrenzt oder seine Entfaltungskraft ausstrahlen soll: Das reicht von Nord (Duisburger City und Hauptbahnhof) über Nordwest (Dellviertel mit Kantpark), Nordost (Neudorf mit Ludgeriplatz) und MItte (Karl-Lehr-Straße mit Tunnel) bis hin zu West (Autobahn 59), Ost (ICE-Trasse) und Süd (Rheinpark mit 6-Seen-Wedau und Stadion).

Dabei können alle, die online bei der Bürgerbeteiligung mitmachen, bestimmte Sätze vervollständigen. Dazu gehören Aussagen wie „Man sollte berücksichtigen, dass...“, „Ich könnte mir vorstellen, dass...“, „Wichtig für ein attraktives Quartier mit einer Verbindung nach Süden wäre...“, „Wichtig wäre, dass die Gedenkstätte...“ oder auch „Wenn ich mit dem Zug anreise, würde ich mir wünschen...“.

Inzwischen gibt es schon eine ganze Reihe von Vorschlägen, von kleinen Wünschen bis hin zu den ganz großen Würfen. Hier eine kleine Auswahl der bisher eingegangenen Vorschläge, was sich die Duisburger für das Areal wünschen:

Frank G. könnte sich vorstellen, sowohl die Hauptfeuerwehrwache als auch die „Hauptwache“ der Polizei dort angesiedelt zu sehen. Das Polizeipräsidium würde wohl kaum so ohne weiteres umziehen, die Feuerwache 1 könnte aber dort sehr wohl ein neues Domizil finden. Entsprechende Pläne gibt es bereits.

Gleich mehrere Vorschläge befassen sich mit der Gedenkstätte der Loveparade-Katastrophe, die sich bekanntlich ebenfalls aus dem Gelände befindet – und dort auch bleiben soll. Gleich mehrfach wird online der Wunsch geäußert, die Gedenkstätte besser vor Vandalismus zu schützen, zum Beispiel durch Videoüberwachung. Eine weitere Idee ist, die Gedenkstätte von Straßen zu umgeben, welche nach den Opfern benannt werden. Auch eine Erweiterung der Gedenkstätte zu einem „Gedenkpark“ wird angeregt oder auch eine „parkähnliche Landschaft mit Sitzgelegenheiten, dazu einen Rückzugsort für Trauernde.

Eine Gondelbahn, ein Sky-Train, ein Aussichtsturm, und immer wieder der Wunsch nach mehr Grün werden geäußert. Andere wünschen sich ein echtes Studentenviertel mit Wohnheimen, Start-up-Unternehmen und Gastronomie. Auch ein Spaß-, Erlebnis-, Sport- und Freizeitbad wird angeregt oder Hochhäuser mit einer Höhe von über 100 Metern, die die Duisburger Skyline verändern würden. Markthallen wie in Rotterdam, Sportflächen, Radwege, Pendelbusse in die City – der Fantasie der beteiligten Bürger scheinen kaum Grenzen gesetzt.

Die eingesammelten Ideen sollen später in den Wettbewerb von Architekten und Landschaftsplanern mit aufgenommen werden. Diese werden dann untersuchen, was sich im Einzelnen umsetzen lässt. Ähnlich war in der Vergangenheit schon das Planungsverfahren für die Bahnhofsplatte begleitet worden – wenn auch nicht so digital.