Duisburg: Das Filmforum beteiligt sich an Glücks-Akzenten

Duisburger Akzente : Filmforum zeigt Reihe zum Thema „Glück“

Das Filmforum zeigt zu den Akzenten sechs Filme aus den USA, Europa und Asien, bei denen es auf unterschwellige Weise um das Thema Glück geht. Den Auftakt macht am 9. März die schwarze Komödie „I hired a Contract Killer“.

Von den Millionen von Spielfilmen, die im Laufe der Filmgeschichte gedreht wurden, geht es vermutlich bei der Hälfte um das weite Feld „Glück“. In seiner positiven Variante enden die Filme mit einem Happy End; gerne in Form eines Kusses, von Kirchengeläut zur Hochzeit, eines unverhofften Geldsegens, einer wundersamen Heilung, eines lang ersehnten Regens nach einer Dürre oder einer Versöhnung nach vielen überstandenen Missverständnissen. Angesichts der Fülle der Auswahl ist ein Filmprogramm zum Akzente-Thema Glück anscheinend einfach – doch das Gegenteil ist der Fall, wenn man ein wirklich interessantes und anspruchsvolles Programm zusammenstellen möchte. Der Filmwissenschaftler Alexander Scholz, der seit einigen Jahren unter anderem bei der Duisburger Filmwoche die Öffentlichkeitsarbeit leitet, hat die Aufgabe übernommen, den Akzente-Beitrag des Filmforums zu konzipieren. Scholz ist es in der Tat gelungen, eine interessante, zum Teil überraschende Filmauswahl zu treffen.

Interessant sind auch die grundsätzlichen Überlegungen von Scholz zum Thema „Glück im Kino“. Er schreibt: „Das Verhältnis von Filmen zum Thema Glück wird zumeist von deren Ende her gedacht. Die Frage nach dem Happy End bezieht sich darauf, in welcher Laune ein Werk seine Zuschauer aus dem Kinosaal entlässt: Wenn die Figuren, mit denen man sich mehr als 90 Minuten identifiziert hat, glücklich sind, ist man auch eher geneigt, mit einem guten Gefühl nach Hause zu gehen. Eine wiederhergestellte Harmonie in der fiktiven Welt wirkt zudem auch auf die reale Welt beruhigend.“

Gleichwohl möchte Scholz sich nicht darauf beschränken, solche Happy-End-Filme zu zeigen. Die sechs von ihm ausgewählten Filme beziehen sich eher indirekt auf das Glücksmotiv. Scholz: „Die Filme zeigen zweifelnde Menschen, die eher als glatte Helden zum Mitfühlen einladen. Und sie entwerfen von Beginn an Welten, die wenig harmonisch sind und in denen die Personen eher behelfsmäßig klarkommen. Orte, die immer wieder die Frage aufwerfen, wie Menschen trotz einer ihnen manchmal feindlich gesonnenen Umgebung Zufriedenheit oder gar Glück finden können.“ Ausgewählt hat Scholz schließlich Filme aus den USA, Europa und Japan.

Die Kultstars Liz Taylor und James Dean in „Giganten“. Foto: Warner Bros.

Mit der schwarzen Komödie aus dem Jahr 1990 „I hired a Contract Killer – Vertrag mit meinem Killer“ von Aki Kaurismäki startet am Montag, 9. März, 20.30 Uhr, die Filmforum-Akzente-Reihe. Die Story ist genial konstruiert: Henri Boulanger, ohnehin ein missmutiger Mensch, verliert seinen Job und damit seinen Rest an Lebensmut. Er will sich selber umbringen, stellt dies aber so ungeschickt an, dass er überlebt. Deshalb engagiert er für sich selber einen Profi, der den tödlichen Job übernehmen soll. So kurz vor dem Lebensende gönnt sich Henri den ersten Whisky seines Lebens, lernt dabei eine Blumenverkäuferin kennen, in die er sich auf den ersten Blick verliebt. Klar, jetzt will er doch leben. Davon muss er allerdings noch seinen Auftragskiller überzeugen...

„Shoplifters“ von Hirokazu Koreeda gilt als das japanische Filmereignis aus dem Jahr 2018. Familie Shibata übt sich gekonnt darin, Supermarktregale zu leeren, um über die Runden zu kommen. Als sie die fünfjährige Yuri „adoptiert“, geht es aber viel allgemeiner darum, was es bedeutet, eine Familie zu sein und wer an so etwas wie Familienglück eigentlich teilnehmen darf. Der Film ist am 11. März, 18 Uhr, im Filmforum zu sehen.

„Shoplifters“ von Hirokazu Koreeda gilt als das japanische Filmereignis aus dem Jahr 2018. Foto: Wild Bunch

Roberto Benignis „Das Leben ist schön“ aus dem Jahr 1997 ist ein Muss für diese Filmreihe. Über mehrere Jahre wurde dieser heiter-todtraurige Film, der trotz allem ein Happy End hat, als Publikumswunsch im Filmforum und im Sommerkino gezeigt. Am 12. März, 18 Uhr, ist „Das Leben ist schön“ noch einmal im Filmforum zu erleben.

Die Suche nach Öl als Metapher für die Suche nach dem Glück: das zeigt der Klassiker „Giganten“ von Georges Sevens aus dem Jahr 1956. Vereint sind hier die Kultstars des amerikanischen Kinos: Elizabeth Taylor, Rock Hudson und James Dean. Das Filmforum zeigt „Giganten“ am 15. März, 18 Uhr.

Es gibt nur wenige Filme der gesamten Filmgeschichte, die ihre Besucher so beglückt aus dem Kinosaal entlassen wie „Die fabelhafte Welt der Amélie“ von Jean-Pierre Jeunet aus dem Jahr 2001. Amélie träumt sich ihre Welt schön. Und das so konsequent, dass sich ihre positive Gestimmtheit auf ihre Umgebung sanft überträgt. Wer den Film noch nicht kennt, sollte sich unbedingt den 17. März, 18 Uhr vormerken. Wer ihn schon kennt, möchte ihn bestimmt wiedersehen.

Eine einfache ältere Frau verliebt sich in einen wesentlich jüngeren türkischen Gastarbeiter, der ihre Zuneigung erwidert. Alles könnte gut sein, wenn sich nicht die Familie und die Nachbarschaft der Putzfrau Emmi, wunderbar gespielt von Brigitte Mira, über diese Liebe so brüskieren würde. Mit dem wohl berühmtesten Film von Rainer Werner Fassbinder endet die Akzentereihe. „Angst essen Seele auf“ aus dem Jahr 1974 zeigt das Filmforum am 19. März, 18 Uhr.