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Duisburg: Christian Brückner eröffnet Mercator-Matinéen

Im Stadthistorischen Museum : Christian Brückner eröffnet die Duisburger Mercator-Matinéen

Das Verhältnis zwischen Europa und Amerika ist das Thema der Mercator-Matinéen 2020 im Duisburger Kultur- und Stadthistorischen Museum. Los geht es am kommenden Sonntag.

Obwohl es am Mittwoch bei der Programmvorstellung im Kultur- und Stadthistorischen Museum eigentlich nur um die diesjährigen Mercator-Matinéen gehen sollte, war die Jubiläumsausgabe der zehnten Matinéen im kommenden Jahr latent schon dabei. Dann nämlich geht es um das Thema Frauen mit dem schönen Titel „Die Hälfte des Himmels“.

Im Mittelpunkt der Mercator-Matinéen 2020 stehen dagegen Europa und Amerika, zwei Kontinente, „die seit Columbus durch ein nicht immer ganz einfaches Verhältnis zueinander gekennzeichnet sind“, wie Wilfried Schaus-Sahm, der die seit 2012 bestehende und erfolgreiche Veranstaltungsreihe kuratiert, zu verstehen gibt. „Hatte Europa Ende des 15. Jahrhunderts begonnen, die Welt zu entdecken, auszubeuten und zu unterwerfen, muss Europa zu Beginn des 21. Jahrhunderts nun selbst seinen Platz zwischen den Weltmächten suchen“, schreibt er im Vorwort zum Programmheft. Und „man landet schnell wieder in der Gegenwart, wenn man den Blick zurück auf Mercators Zeitalter lenkt“.

Start der neuen Matinéen ist am kommenden Sonntag, 1. März um 11.15 Uhr, mit einer Lesung des bekannten Schauspielers, Hörspiel- und Synchronsprechers Christian Brückner aus dem Buch „Über die Demokratie in Amerika. Ein Plädoyer für die Freiheit“ von Alexis de Tocqueville (1805-1959). Für den französischen Begründer der vergleichenden Politikwissenschaften war es nur eine Frage der Zeit, wann sich Gleichheit und Demokratie auch in Europa durchsetzen würden.

Um „Christoph Kolumbus und den Mythos der Entdeckung Amerikas“ geht es in der Veranstaltung mit der jungen Doktorandin am Lehrstuhl für Amerikanistik der Universität Erlangen-Nürnberg, Sarah Marak, am 12. April. Ihr Vortrag zeigt auf, „wie die Geschichte von Kolumbus mit den Gründungsmythen der Vereinigten Staaten verwoben ist, wie ein italienischer Seefahrer zur nationalen Ikone konstruiert wurde, obwohl er selbst den Boden der heutigen USA nie betreten hat und wie er von verschiedenen Gesellschaftsteilen über die Jahrhunderte als Kultfigur verehrt und vereinnahmt wurde“, heißt es in der Ankündigung. Vorweg gibt es dazu um 10 Uhr einen Gottesdienst mit Pfarrer Martin Winterberg in der Salvatorkirche.

Vorträge der Professoren Michael Zeuske (3. Mai), Bernd Roeck (7. Juni) und Luise Schorn-Schütte (22. November) sowie des Kulturmanagers Pierre Leich (25. Oktober) mit ganz unterschiedlicher inhaltlicher Couleur schließen sich an. Einer der Höhepunkte der diesjährigen Matinéen, so Schaus-Sahm, würde der Vortrag des Buchautors und Bildrechercheurs Hans Christian Adams werden, der einen Vortrag über den US-amerikanischen Fotografen Edward Sheriff Curtis (1868-1952) und seine künstlerisch hervorragenden Fotografien halten wird. Die Veranstaltung am 27. September ist zugleich die Eröffnung der Ausstellung „Edward Sheriff Curtis: Die Indianer Nordamerikas“, die bis zum 10. Januar des nächsten Jahres im Stadtmuseum zu sehen sein wird.

Schlusspunkt aller acht Mercator-Matinéen in diesem Jahr ist eine Podiumsdiskussion zwischen den Professoren Ulrike Guérot, einer „EU-Schwärmerin“ (Schaus-Sahm), und Kiran Klaus Patel, einem „EU-Skeptiker“ (Schaus-Sahm), moderiert vom Journalisten Jan Jessen, zum Thema „Was wird aus der EU?“

Weitere Informationen zu der Veranstaltungsreihe, wie Eintritt, Adresse, Unterstützer und dergleichen, findet man im Internet unter www.stadtmuseum-duisburg.de.