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Duisburg: CDU-Kreisverband zur Wahl von Ralph Brinkhaus

Politik : CDU-Basis hofft nun auf ruhigeres Fahrwasser

Die Wahl von Ralph Brinkhaus zum neuen CDU-Fraktionschef im Bundestag sehen viele als den Anfang vom Ende der Kanzlerschaft Angela Merkels. Die Parteibasis in Duisburg sieht die Abwahl des Kanzlerin-Vertrauten Volker Kauder aber eher gelassen.

Duisburgs CDU-Parteichef Thomas Mahlberg kennt den neuen Fraktionsvorsitzenden Ralph Brinkhaus aus seiner Zeit als Bundestagsabgeordneter schon seit langem. „Er ist ein Super-Typ“, so Mahlberg. Er schätze die Arbeit von Brinkhaus sehr. Dass damit eine Schwächung der Position Angela Merkels verbunden sei, weil ihr Favorit Volker Kauder nicht wiedergewählt wurde, sieht Mahlberg nicht. Dass Politiker wie Christian Lindner (FDP) oder Dietmar Bartsch (Linke) gar davon sprechen, dass die Kanzlerin nun die Vertrauensfrage stellen solle, stört den Duisburger Kreisparteichef nicht: „Das ist doch das normale Spiel der Opposition.“

 Duisburgs CDU-Chef Thomas Mahlberg.
Duisburgs CDU-Chef Thomas Mahlberg. Foto: SPD/CDU

Im Übrigen sei es „im Kleinen“ auch nicht anders: „Auch Oberbürgermeister haben manchmal nicht genau die gleichen Interessen wie die eigene Fraktion. Solche Konflikte muss man halt lösen.“ Mahlberg hofft nun, dass die Bundespolitik wieder in ruhigeres Fahrwasser gerät und die große Koalition bis zum Ende der Legislaturperiode hält.

 Die Duisburger CDU-Landtagsabgeordnete Petra Vogt.
Die Duisburger CDU-Landtagsabgeordnete Petra Vogt. Foto: CDU NRW

Daran hat auch Petra Vogt kaum Zweifel. Die Landtagsabgeordnete ist stellvertretende Kreisvorsitzende der Duisburger Christdemokraten und auch stellvertretende Vorsitzende der Landtagsfraktion. „Ich schätze Ralph Brinkhaus wegen seiner hohen Sachkompetenz“, sagte sie gestern nach einer Schulausschuss-Sitzung des Landtags. Die Wahl des 50-jährigen Ostwestfalen werde sicher für „frischen Wind“ in der Fraktion sorgen, und das sei auch gut so. Es seien schließlich auch viele jüngere Abgeordnete in der Fraktion, die sich eine Erneuerung an der Spitze gewünscht hätten. Dass die CDU-Fraktion mit dieser Wahl eigentlich die Kanzlerin treffen wollte, glaubt Petra Vogt nicht: „Ralph Brinkhaus ist doch kein Revoluzzer. Er hat immer gesagt, dass er loyal zur Kanzlerin steht.“ Allerdings habe er nun die verantwortungsvolle Aufgabe, die beiden Lager der Fraktion zusammenzuführen. Seine ruhige, sachliche Art werde ihm dabei sicher helfen, glaubt Petra Vogt. Auch sie hofft nun, dass sich die politische Situation in Berlin wieder etwas beruhigt: „Jetzt ist es Zeit, nach den Turbulenzen der vergangenen Wochen wieder zur Sacharbeit zurückzukehren.“

 Bürgermeister Volker Mosblech kennt Ralph Brinkhaus persönlich gut.
Bürgermeister Volker Mosblech kennt Ralph Brinkhaus persönlich gut. Foto: Studio Duisburg

Peter Ibe ist stellvertretender CDU-Kreisvorsitzender in Duisburg. Er kann die Aufregung um die Wahl von Brinkhaus nicht nachvollziehen: „Das ist doch ein ganz normaler Vorgang. Das gehört zur Demokratie dazu.“ Auch in Duisburg habe es schließlich Wechsel beim Fraktionsvorsitz gegeben, etwa von Petra Vogt zu Rainer Enzweiler. „Ein Führungswechsel kann auch mal gut tun. Die Wahl von Ralph Brinkhaus war keine Überraschung mehr für mich. Da hat sich doch nur das Wahlverhalten vom Vorjahr fortgesetzt, als Kauder auch nur 75 Prozent Zustimmung hatte.“ Die Motive der Fraktion seien unterschiedlich gewesen: „Viele wünschen sich einen starken Fraktionsvorstand, andere wollten nur einen Denkzettel verpassen“, so Ibe. Die Forderung nach der Vertrauensfrage bezeichnet er als „Quatsch“. „Ich stehe ohne Wenn und Aber zu Angela Merkel. Wir haben doch gar keine Alternative für unser Land.“

Volker Mosblech, Bürgermeister und stellvertretender CDU-Kreisvorsitzender, hat gute Erinnerungen aus seiner Zeit in Berlin an Ralph Brinkhaus. „Als ich vor einigen Jahren als Nachrücker in den Bundestag einzog, war er jeden Donnerstag beim Gottesdienst mit anschließendem Frühstück dabei. Für mich war er immer ein verlässlicher Ansprechpartner.“ Obwohl Volker Kauder seine Arbeit immer gut gemacht habe, sei die Wahl von Brinkhaus aufgrund des Altersunterschiedes ein „Schritt in die Zukunft“, so Mosblech.