1. NRW
  2. Städte
  3. Duisburg

Duisburg Cafe Vivo: Prozessauftakt wegen Mord

Prozessauftakt am Montag : Mord im Duisburger Café Vivo

Der mit Spannung erwartete Prozess beginnt. Zum Tatmotiv hat der 30-jährige Angeklagte, der seit Monaten in Duisburg in Untersuchungshaft sitzt, keine Angaben gemacht.

Vor dem Duisburger Landgericht beginnt am Montag der Prozess um den Mord im Café Vivo am Innenhafen. Dort war am 3. Mai des Jahres 2017 die Inhaberin Birgül D. (46) mit Kopfschüssen getötet worden.

Wegen Mordes angeklagt ist ein 30-Jähriger, der nach monatelanger erfolgloser Fahndung schließlich im November 2017 von der Polizei in Berlin gefasst wurde. Nachdem er dort eine Seniorin (64) mit einer Eisenstange angegriffen und später einen Ladendetektiv mit einem Messer verletzt hatte, ergab ein Abgleich der Spuren, dass seine DNA mit der am Duisburger Tatort festgestellten identisch war. Was der Prozess nun noch zum Vorschein bringen muss, ist das Tatmotiv. In den bisherigen Vernehmungen hat der Angeklagte, der seit einigen Monaten in Duisburg in Untersuchungshaft sitzt, dazu keine Angaben gemacht.

Laut Anklageschrift soll der mutmaßliche Täter eine Pistole der Marke „Heckler und Koch USP Luger 9 Millimeter“ benutzt haben. Der erste Schuss traf das Opfer an der Wange und drang von dort in den Oberkörper ein. Der zweite aus kurzer Distanz abgegebene Schuss traf durch beide Hände erneut den Kopf und war der tödliche. Das Vorgehen erinnerte an eine brutale Hinrichtung. Die Staatsanwaltschaft Duisburg sieht deshalb laut Angaben von Staatsanwalt Alexander Bayer das Mordmerkmal der Heimtücke als erfüllt an.

Nach der Tat wurden Gerüchte laut, dass dies ein Auftragsmord wegen nicht gezahlter Schutzgelder gewesen sein soll. Türkische Medien mutmaßten, dass die Ermordete eine Mitarbeiterin des Verfassungsschutzes gewesen sein soll und ihr Café als Treffpunkt für Mitarbeiter türkischer Geheimdienste fungierte. Die Staatsanwaltschaft hatte im Oktober 2017 diese Vermutungen als „frei erfunden“ dementiert.

Wie die Duisburger Polizei im Juli des vergangenen Jahres erklärte, war der Angeklagte viele Jahre als Globetrotter unterwegs gewesen. Er lebte lange im Ausland – etwa in mehreren Ländern Südamerikas sowie in Portugal und Spanien. Das Bundeskriminalamt hatte Kontakt mit den Behörden dieser Länder aufgenommen, um zu prüfen, ob dem Mann dort weitere Taten nachgewiesen werden können. Das scheint aber nicht der Fall gewesen zu sein – zumindest steht davon nichts in der Anklageschrift.

(ma)