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Duisburg: Brandgefahr wegen trockener Feldern

Trockenheit : Feuerwehr warnt vor trockenen Feldern

Die lang anhaltende Trockenheit hat Auswirkungen in der Stadt. Neben einer erhöhten Waldbrandgefahr sind auch die Landwirte betroffen. Erste Feldbrände gab es bereits.

So sehr viele unter uns das warme und trockene Wetter auch genießen, für die Förster, Landwirte und Wirtschaftsbetriebe bedeutet die Hitze erhöhte Alarmbereitschaft. Besonders die Landwirte sind durch die Wärme finanziell betroffen.

„Kurz gesagt, bedeutet die aktuelle Wettersituation für die Landwirte einen verfrühten Erntebeginn und Ertragseinbußen“, sagt Marilena Kipp vom Rheinischen Landwirtschaftsverband. „Die Landwirte im Rheinland sind momentan im Erntefieber. Durch den warmen Mai und April haben wir schon zehn Tage früher als geplant mit der Gerstenernte angefangen.“ Gut 70 Prozent der gesamten Gerste wurden bereits abgeerntet.

Auf dem Hof von Marilena Kipp rechnen sie mit ungefähr einer halben Tonne weniger Ertrag als im Vorjahr. „Damit sind wir noch glimpflich davon gekommen, wesentlich mehr Sorgen machen wir uns allerdings um den Weizen. Mit einer durchschnittlichen Ernte können wir nicht mehr rechnen“, so Kipp. Sie rechnet mit Einbußen von zehn bis 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die meisten Landwirte würden laut Kipp schon in der kommenden Woche mit der Weizenernte beginnen. Normal wäre dies aber erst Ende Juli. Um den fehlenden Regen ein wenig auszugleichen, setzen viele Landwirte auf Beregnung. „Das verursacht allerdings hohe Kosten, je länger man darauf setzt“, sagt Kipp.

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Feuer spielt auch bei den Duisburger Förstern in diesem Sommer wieder eine große Rolle. Die Waldbrandgefahr in Duisburg wird durch den deutschen Wetterdienst aktuell auf die zweithöchste Stufe geschätzt. Die Vergangenheit zeigt allerdings, dass die Duisburger Waldgebiete weniger gefährdet sind,  als es den Anschein macht. „Im Stadtgebiet haben wir ganz überwiegend Laubwald. Der ist weniger schnell entflammbar als Nadelwald, da er einen geringeren Harzgehalt und weniger trockene Äste besitzt“, sagt Peter Hildebrands von der Pressestelle der Stadt. Die Feuerwehr hält dies allerdings nicht davon ab, während jeder Trockenperiode Vorkehrungen für den Ernstfall zu treffen. „Besonders wenn viel trockenes Holz durch Baumschäden auf dem Waldboden liegt, kann sich ein Feuer schnell ausbreiten.“

Aus diesem Grund hat die Feuerwehr einen genauen Einsatzplan für den Ernstfall. „Die Einsatzkräfte planen bei einem solchen Einsatz grundsätzlich mit mehreren, je 10.000 Liter Wasser fassenden, Behältern, die zur Brandstelle gebracht werden können“, sagt Hildebrands. So kann die Erstbekämpfung sichergestellt werden, bis eine Wasserleitung verlegt werden kann.

Für Waldbesucher, die ein Feuer entdecken empfiehlt es sich grundsätzlich nicht den Brand selbst zu bekämpfen. „Der Feuerwehr kommt es bei einem Brand auf jede Minute an. Je schneller er gemeldet wird, desto besser kann er bekämpft werden“, sagt Hildebrands. „Nur bei äußerst kleinen Feuern kann man selbst mit Sand gegen die Flammen vorgehen.“

Den Förstern geht es besonders um die Brände, die unter der Oberfläche weiter schwelen könnten. „Schwelbrände können unbemerkt unter Humusauflagen weiter brennen“, so die Erfahrung der Experten. „Selbst wenn man glaubt, man hätte das Feuer bereits gelöscht, kann es sein, dass man kleine Glutnester übersieht.“

Damit es gar nicht erst zu einem Einsatz kommen muss, raten Feuerwehr und Förster übereinstimmend dazu, ausschließlich an ausgewiesenen Grillplätzen zu grillen und hinterher jegliche Asche- und Glutreste sorgfältig abzulöschen. Ansonsten ist jegliches Rauchen oder Feuermachen in Wäldern verboten. Bei einem Verstoß kommt es zu einem Bußgeld von 500 Euro.