Duisburg: Bombendrohung in Rathaus - Brautpaare mussten anderswo heiraten

Duisburger Rathaus geräumt : Brautpaare mussten wegen Bombendrohung umziehen

Das Duisburger Rathaus ist am Mittwochmorgen wegen einer Bombendrohung gesperrt worden. Die Stadt reagierte schnell und verlegte die Eheschließungen ins Bezirksamt Mitte.

Ausnahmezustand im Duisburger Rathaus. Nachdem am Donnerstagmorgen im Rathaus am Burgplatz eine E-Mail mit einer Bombendrohung entdeckt worden war, ließ die Verwaltung das Gebäude für mehrere Stunden räumen. Der Drohung war bereits am Mittwochabend bei der Behörde eingegangen, aber erst den Mitarbeitern des Frühdienstes aufgefallen.

Die Polizei war mit mehreren Einsatzwagen und einem Sprengstoffhund vor Ort, um die Lage einzuschätzen. Nach einiger Zeit konnten die Beamten Entwarnung geben. „Wir haben das Gebäude zusammen mit dem Hausmeister und einem Spürhund von oben bis unten  abgesucht“, sagte Polizeisprecherin Jaqueline Grahl. „Dabei konnten wir keine Auffälligkeiten feststellen. Die Mitarbeiter können jetzt wieder in ihre Büros.“

Der Hintergrund der Drohung wird nun von der Kriminalpolizei ermittelt. „Wir werden uns die E-Mail genau ansehen“, erläuterte Grahl. „Sprachduktus, Aufbau und Schreibweisen lassen mitunter Rückschlüsse auf den Absender zu.“ Außerdem werde man sich der Botschaft auch auf elektronischem Wege nähern. Ziel ist es, festzustellen, wo die E-Mail abgeschickt worden ist.

Für die Öffentlichkeit blieb das Rathaus zunächst gesperrt. Das war vor allem für die Brautpaare eine denkbar schlechte Nachricht, die sich am Donnerstag im Trauzimmer am Burgplatz das Ja-Wort geben wollten. Doch die Stadt reagierte schnell und verlegte die Eheschließungen ins (weniger festliche) Trauzimmer im Bezirksamt Mitte.

Das Duisburger Rathaus ist am Donnerstagmorgen von der Polizei durchsucht worden. Foto: Christoph Reichwein (crei)

Die Brautpaare nahmen die Entscheidung überwiegend mit Verständnis oder gar Humor auf. „Natürlich war das erst einmal ein Schock“, sagte zum Beispiel Svenja Kulder, die mit ihrer Verlobten Kathrin Mertens zum Heiraten ins Bezirksamt gekommen war. „Ich bin heute Morgen angerufen worden und habe das erst einmal für einen Scherz gehalten, bis ich ins Internet geschaut habe.“ Nach einem Anruf im Rathaus sei die Lösung mit dem Bezirksamt dann aber schnell klar gewesen. Dass das Trauzimmer im Bezirksamt weniger festlich ist als das im Rathaus, störte sie nicht sonderlich. „Das ist ja nur unsere standesamtliche Hochzeit“, sagte sie. „Wir heiraten bald noch einmal richtig. Das wird dann schon noch festlich genug.“ Einen Wermutstropfen gab es dann aber doch noch. „Wir wollten eigentlich mit unserer Familie und unseren Freunden im Innenhof des Rathauses anstoßen“, sagte Kathrin Mertens. „Das wird nun ja leider nicht gehen. Aber okay. Dann werden wir uns eben anderweitig behelfen müssen.“

Der Bräutigam einer weiteren Hochzeit äußerte sich ähnlich, wollte seinen Namen allerdings nicht veröffentlicht wissen. „Es ist gut, dass die Stadt so schnell einen Ausweichort gefunden hat“, sagte er. „Als wir heute morgen von der Bombendrohung gehört haben, waren wir erst einmal verunsichert. Zum Glück hat dann jetzt aber doch noch alles geklappt.“ Einziger Unterschied sei gewesen, dass der Tag jetzt noch etwas stressiger gewesen sei, als er es ohnehin gewesen wäre.“ Das Ausweichen ins Trauzimmer im Bezirksamt empfand er auch nicht als sonderlich störend. Nur um die Trauzeugen habe es ihm Leid getan. „Die mussten den ganzen Aufbau mit Tor und weißem Teppich von A nach B tragen.“