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Duisburg: Bistum Essen finanziert Beratung für Missbrauchsopfer

Praxis in Duisburg : Bistum Essen finanziert Beratung für kirchliche Missbrauchsopfer

Betroffene können sich in der Duisburger Praxis für Sexualität über Hilfsangebote informieren und beraten lassen. Das Bistum will so nach eigenen Angaben ein niedrigschwelliges Angebot für Opfer schaffen.

Das Bistum Essen bietet Betroffenen von sexuellem Missbrauch im kirchlichen Umfeld die Möglichkeit zu einer kostenlosen Beratung durch unabhängige Fachleute. Betroffene, Angehörige und Kontaktpersonen könnten sich hierzu bei der Duisburger Praxis für Sexualität unverbindlich über Hilfsangebote informieren und beraten lassen, teilte das Ruhrbistum am Donnerstag in Essen mit. Das entsprechende Angebot werde vom Bistum finanziert, erfolge aber auf Wunsch auch anonym.

„Wir stehen den Menschen zu allen Fragestellungen, Verdachtsmomenten, Einschätzungen und sonstigen Anliegen zur Verfügung“, erklärte Praxis-Gründer und -Geschäftsführer Carsten Müller. „Wir verstehen uns als unabhängige Unterstützung, die individuell mit den Beteiligten eine für sie passende Beratung entwickelt.” Interessierte könnten sich direkt in der Praxis, aber auch telefonisch oder per E-Mail melden oder online einen Termin buchen.

Das Bistum Essen wolle Betroffenen damit ein niederschwelliges Angebot machen, sagte Simon Friede, der Interventionsbeauftragte des Bistums. Natürlich stehe er darüber hinaus auch selbst weiterhin als Ansprechpartner zur Verfügung. „Doch gerade nach einer Leidens-Geschichte mit der Kirche suchen viele Betroffene zunächst lieber eine unabhängige Einrichtung auf“, sagte Friede. In der Duisburger Praxis fänden sie nicht nur ein offenes Ohr, sondern auch unmittelbar die Möglichkeit zu fachkundiger Beratung und Hilfe.

(mlat/epd)