Duisburg: Bissingheim behält seine Bunker

Überbleibsel aus dem Zweiten Weltkrieg : Bissingheim behält seine Bunker

Die Weltkriegsbunker haben drei Besitzer: ein Wohnungsunternehmen, die Stadt und eine Bundesanstalt. Sie sind sich einig: Die Bunker können bleiben.

Viele Bissingheimer verbinden Kindheitserinnerungen mit ihnen: die Bunker, Überbleibsel aus dem Zweiten Weltkrieg. Wer sich mit ihrer Geschichte näher beschäftigt, dem stellt sich irgendwann eine Frage, die nicht so einfach zu beantworten ist: Wem gehören die Bunker heute? Wer entscheidet über ihre Zukunft? Die Antwort ist dreigeteilt.

Das Wohnungsunternehmen Bunker-Besitzer ist auf jeden Fall das Wohnungsunternehmen Vonovia, dem ein Großteil der Grundstücke in Bissingheim gehört. Nur: So ganz eindeutig ist die Sachlage laut Vonovia-Sprecher Max-Niklas Gille dann doch nicht: „Ein Teil der alten Anlagen befinden sich nicht auf unseren Grundstücken, andere tangieren durch die unterirdische Bauweise auch Bereiche, die nicht in unserem Besitz sind.“ Dazu kommt, dass Vonovia Wohneinheiten mit den dazugehörigen Grundstücken weiterverkauft hat, und diese sich nun im Besitz von Eigentümergemeinschaften befinden. Geplant sei von Seiten des Unternehmens mit den Weltkriegsbunkern allerdings nichts: „Die sind ja seit Jahrzehnten versiegelt und stören nicht weiter.“

Die Stadt Gleich drei Bunker sind im Besitz der Stadt Duisburg. Sie stehen alle auf dem Grundstück am Buchenwäldchen, das von den Straßen Vor dem Tore, Am Südgraben und der Hermann-Grothe-Straße eingegrenzt wird. Sprecher Sebastian Hiedels erläutert, dass es für dieses Grundstück keine weiteren Planungen gibt. Das Wäldchen soll – mit den sich darin befindlichen Bunkern – erhalten bleiben.

Die Bundesanstalt Eine wesentliche Rolle spielt in dem Zusammenhang die Bonner Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA). Nach Auskunft der BImA ist die Behörde zuständig für „ehemalige Luftschutzanlagen, die im Auftrag und auf Rechnung des ,Dritten Reichs’ erbaut wurden“. Das bedeutet: Soweit von den alten Anlagen Gefahren für Gesundheit und Leben von Menschen ausgehen, obliegt die Beseitigung solcher Gefahren dieser Behörde. Die Bunkeranlagen in Bissingheim seien sogenannte Deckungsgräben und gehören nach Aussage der BImA zu ihrem Zuständigkeitsbereich. Deckungsgräben sind Schutzbauwerke, die über eine bombensichere Decke verfügen, allerdings ohne Fundamentplatte gebaut wurden. Ein Deckungsgraben vermochte nur Schutz vor Trümmern, Splittern und Gaseinwirkung zu bieten. Damit konnte er unter günstigen Bedingungen vor verschiedenen Bombentypen schützen, erreichte jedoch nie die Sicherheit eines echten Luftschutzbunkers.

Da sich die Anlagen allesamt in einem guten Zustand befinden, sind Stand jetzt keine weitergehenden Maßnahmen geplant. Die sicherheitsrelevante Zuständigkeit ändert auch nichts an den Eigentumsverhältnissen. Eigentümer der Bunker sind die jeweiligen Grundstücksbesitzer.

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