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Duisburg: „Bildungsfairbunt“ Marxloh gegründet

Schulkooperation : Chance für Schulen in Marxloh

Fünf Marxloher Schulen tun sich in einem bundesweit einzigartigen Projekt zusammen, um allen Marxloher Kindern den für sie bestmöglichen Bildungsabschluss zu ermöglichen. Stadt, Land und Stiftungen sagen Hilfe zu.

Ihr Appell war eindringlich und hat offenbar an den richtigen Stellen Gehör gefunden: Nachdem sich die Schulleiter von fünf Marxloher Schulen vor einiger Zeit mit einem Brandbrief an Kommune, Bezirksregierung und NRW-Bildungsministerium gewandt hatten (die RP berichtete), ist im Stadtteil viel passiert. Die Schulleitungen haben sich zu Gesprächen getroffen und erste Projekte angeschoben. Am Mittwoch fiel nun der offizielle Startschuss für eine Kooperation der Schulen mit dem Bildungsministerium, der Stadt und der Wübben-Stiftung – einem bundesweit einzigartigen Bildungsprojekt.

Die Kooperation firmiert künftig unter dem Titel „Bildungsfairbunt“ Marxloh. Partner sind neben Stadt, Land und Stiftung die Regenbogenschule, die Grundschule Henriettenstraße, die Grundschule Sandstraße, die Grillo-Gesamtschule und das Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium. Erklärtes Ziel ist es, die Bildungschancen in Marxloh zu verbessern und jedem Schüler den für ihn bestmöglichen Bildungsabschluss zu ermöglichen. Dafür setzen die Schulen in Zeiten des Lehrermangels zum Beispiel auf Austauschkonzepte. So tauschen das Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium und die Grillo-Gesamtschule seit geraumer Zeit im Oberstufenbereich untereinander Lehrkräfte aus. Außerdem gibt es gemeinsame Förderkurse, die die Schüler der Mittel- auf die Oberstufe vorbereiten sollen. Die Grundschulen auf der anderen Seite erarbeiten in Kooperation mit den weiterführenden Schulen Unterrichtsformen und Programme, die den Schülern den Übergang von der einen auf die andere Schulform erleichtern sollen.

Doch diese Maßnahmen sollen erst der Anfang sein. Land, Stadt und Wübben-Stiftung haben in einer Kooperationsvereinbarung am Mittwoch zunächst eine Unterstützung über die kommenden fünf Jahre zugesagt, die den Schulen sowohl finanziell als auch beratend den Rücken dabei freihalten soll, an weiteren Konzepten zu feilen. „Ich bin fest davon überzeugt, dass durch die strukturierte und systematische Vernetzung der pädagogischen Arbeit in Marxloh die Bildungschancen aller Schüler im Stadtteil deutlich verbessert werden können“, sagte NRW-Bildungsministerin Yvonne Gebauer am Rande des Termins. „Wir sprechen hier von schulischer Pionierarbeit, die für Marxloh und Duisburg insgesamt enorm wichtig ist. Ich denke, sie hat das Potenzial, auch jenseits der Stadtgrenzen positive Impulse für eine innovative Schul- und Stadtteilentwicklung zu geben.“

Neben der Bildungsministerin hat auch die private Wübben-Stiftung ihre Hilfe zugesagt. Sie verfolgt das Ziel, Bildungsungerechtigkeit in Deutschland abzubauen. „Wir wissen, dass gute Schulen Kindern und Jugendlichen aus sozioökonomisch schwachen und bildungsfernen Familien eine bessere Bildungsperspektive ermöglichen können“, sagt Stiftungssprecher Markus Warnke. „Dass sich Schulleitungen wie hier in Marxloh auf den Weg machen, Schule neu zu denken und dabei Rückendeckung von allen relevanten staatlichen Akteuren erhalten, ist bundesweit sicherlich nicht häufig zu finden.“