Duisburg: Bezirksvertretung Mitte lehnt den Regionalplan ab

Grüne Flächen oder mehr Gewerbe: BV Mitte lehnt den Regionalplan ab

Die einen wollen einen Autohof am Kaiserberg und mehr Gewerbeflächen, die anderen fordern den Erhalt des Waldes zwischen Uni und der A 3. Für die Neuplanung der „Duisburger Freiheit“ gibt’s dagegen ein einstimmiges Votum.

Die gemeinsame Sondersitzung der Bezirksvertretung (BV) Mitte und des Ausschusses für Wirtschaft, Stadtentwicklung und Verkehr endete am Donnerstagabend mit einer Ablehnung des Regionalplanes Ruhr durch die BV – und keinem Votum durch den Ausschuss. Während die Bezirksvertretung über das „Uni-Wäldchen“, Lärmschutz in Neudorf oder den geplanten Autohof am Kaiserberg debattierte, schob der Ausschuss die Beschlussfassung auf den Rat. Schließlich tagten am Abend auch noch die Bezirksvertretungen in Homberg/Ruhrort/Baerl und Walsum, und deren Votum wolle man nicht vorgreifen, erklärte Thomas Susen (CDU) zur Begründung, der sich die übrigen Ausschussmitglieder dann anschlossen.

Lothar Tacke (SPD) hob lobend hervor, dass der Entwurf den geplanten Autohof an der Stadtgrenze zu Mülheim berücksichtige: „Der Autohof ist von uns immer wieder angemahnt worden.“ Außerdem begrüßte er die Ausweisung von Gebieten für den allgemeinen Wohnungsbau. Tacke sprach sich zudem für eine Verlängerung der Brücke der Solidarität in den Bereich Marientor aus: „Sollte es dabei eine Überschneidung mit dem Grünen Ring in Hochfeld geben, gebürt einer Logistikdiagonale der Vorrang“, forderte er.

Frank Albrecht (FDP) schloss sich der Auffassung der der Industrie- und Handelskammer an, dass der Regionalplan in seiner jetzigen Form zu wenig Flächen für neues Gewerbe in Duisburg vorsehe: „Für Duisburg ist die Situation besonders dramatisch. In der Vergangenheit haben sich schon viele Betriebe in unseren Nachbarstädten niedergelassen.“ Industriebrachen seien meist vom Boden her belastet, Grünflächen gebe es hingegen noch genug. Der Wald mache an Stadtgrenzen nicht halt und reiche von Duisburg aus auch nach Mülheim und Ratingen. Die FDP lehne den Regionalplan daher ab. Am Ende stimmten FDP, Grüne, Linke und der parteilose Ulrich Martel gegen den Entwurf des Regionalplans, SPD und CDU votierten dafür. Das bedeutete einen Patt von 6:6 Stimmen – womit der Entwurf des Regionalplans abgelehnt war.

Zuvor hatte Thomas Schönhagen (Grüne) mit zwei Änderungsanträgen zum vorgelegten Entwurf des Regionalplans Ruhr für eine lebhafte Diskussion in der BV Mitte gesorgt. Duisburg sei eine der waldärmsten Städte im Bereich des Regionalplans, so der Bezirksvertreter. Deshalb müsse das Wäldchen zwischen der Universität und der A 3 auf jeden Fall erhalten bleiben. Erweiterungen der Uni sollten auf vorhandenen Flächen stattfinden, zum Beispiel auf dem Uni-Parkplatz. Fredy Wagemeyer (CDU) entgegnete, an dieser Stelle gebe es gar keinen Erweiterungsungsbedarf der Universität, im Übrigen könne man auch nicht den Stadtentwicklungsplan 2027 noch einmal neu aufrollen. Michael Dubielczyk (Linke) erinnerte daran, dass eine durchgehende Lärmschutzwand in Neudorf noch immer nicht realisiert sei und der Verlust des „Uni-Wäldchens“ die lärmgeplanten Neudorfer noch mehr belasten würde. Am Ende lehnte die Mehrheit der Bezirksvertretung den Antrag der Grünen ebenso ab wie den Vorstoß der Grünen, sich gegen einen Autohof auszusprechen.

Ohne größere Aussprache votierte die Bezirksvertretung dann anschließend einstimmig für die Weiterentwicklung der „Duisburger Freiheit“. Dort soll wie berichtet ein ganz neues Stadtquartier entstehen.

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