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Duisburg-Bergheim: Bauamt sieht am Grabenacker keine Probleme mit Bauvorhaben

Nachbarschaftsärger in Bergheim : Bauamt sieht keine Probleme beim Neubauprojekt Grabenacker

Die Anwohner sehen ihre Bedenken keineswegs ausgeräumt. Da das Bauamt ihre Sorgen nicht teilt, soll nun das Verwaltungsgericht entscheiden.

In einer Videokonferenz haben die Nachbarn des geplanten Bauvorhabens Grabenacker 122-126 noch einmal ihre Bedenken erörtert. Wie berichtet wenden sie sich gegen eine Bebauung mit zwei Wohnhäusern, die mit zusammen 16 Wohnungen, 28 Tiefgaragenplätzen und einer ampelgesteuerten Zufahrt ihrer Meinung nach den Charakter der Wohngegend zuwiderläuft. „Uns als Nachbar stört die vorgesehene Bautiefe, die Anzahl der Wohnungen und die Zufahrt über den Grabenacker – der aktuelle Verkehr fährt bereits heute auch schon über unsere private Straße und ist in den knapp vier Jahren schon sehr stark beschädigt. Die Baukörper fügen sich nicht in die Umgebungsbebauung ein, außerdem halten wir den Bau für rücksichtslos gegenüber den Bestandsbauten“, beklagt Natalie Kornberger. Sie hat beim Verwaltungsgericht Klage gegen das Vorhaben eingereicht.

Die Einwendungen mehrerer Anwohner beim Bauamt endeten aus ihrer Sicht unbefriedigend. Es sei „ausschließlich das Planungsrecht“ zu prüfen, so das Amt. Das Vorhaben sei formal nicht zu beanstanden, so die Verwaltung. Auf die Bedenken der Anwohner geht das Bauamt demzufolge auch gar nicht näher ein. Ein Vorhaben sei zulässig, „wenn es sich nach Art und Maß der baulichen Nutzung, der Bauweise und der Grundstücksfläche, die überbaut werden soll, in die Eigenart der näheren Umgebung einfügt und die Erschließung gesichert ist“, heißt es in einem Schreiben des Bauamtes. Ein „grundsätzlich zulässiges Vorhaben“ könne „nur ausnahmsweise gegen das nachbarschützende Gebot der gegenseitigen Rücksichtnahme verstoßen“. Durch die Zufahrt zur Tiefgarage würden die „Lebensäußerungen auf dem privaten Erschließungsweg mehr, aber nicht rücksichtslos“.

Das sehen einige Anwohner des Grabenacker anders. Weder füge sich das Vorhaben in die Umgebung ein noch sei die Erschließung gesichert. „Die durch ein Ampelsystem geregelte Zufahrt in die geplante Tiefgarage wird zu einem erheblichen Verkehrsaufkommen mit Lärm- und Abgasproblematik führen“, monieren Claudia und Lutz Kohnert. Sie wohnen an der Eigenheimstraße, so dass ihr Garten im rückwärtigen Bereich an die Zufahrt zu den geplanten Mehrfamilienhäusern stößt. Unklar sei ihrer Meinung nach auch, wie man sich die Bewältigung von Lieferverkehren sowie Parkmöglichkeiten für Besucher der Bewohner der neuen Gebäude vorstellt. Der Grabenacker als Zufahrt zu den neuen Häusern sei bereits jetzt ständig komplett zugeparkt. Die Mülltonnen der neuen Häuser müssten zum Grabenacker gebracht werden, da die Zufahrt für Müllwagen zu eng sei. Auch die Feuerwehr bekäme im Notfall ein Zufahrtsproblem. Generell habe man keine Probleme mit einem Neubauvorhaben –  es müsse nur die nachbarrechtlichen Belange in vernünftiger Weise würdigen.

Anne und Kithsiri de Silva empfinden auch die Bebauung mit einem Flachdach als viel zu wuchtig. Die Zufahrt zum zweiten Wohnblock sei für die Feuerwehr gar nicht vorgesehen, da es dort nur einen schmalen Fußweg gebe. Genau dies ist aber nach Angaben des Bauamtes gar nicht Gegenstand der Prüfung gewesen.

Auch die Fraktionen von CDU und SPD haben diesbezüglich einige Fragen an die Verwaltung. Da die Sitzungen der Bezirksvertretung Rheinhausen zuletzt Pandemie-bedingt abgesagt wurden, stehen hier Antworten noch aus.

Fazit: Die Fronten scheinen verhärtet. Vielleicht könnte ein Gespräch zwischen der K&K ImmoProjekt GmbH als Entwickler für ein wenig Entspannung sorgen.

(mtm)