Duisburg: Beifall für Laientheater unter Regie von Horst Naumann

Laientheater spielt Komödie : „Best Ager“ mischen munter das Hotel Savoy auf

Das Duisburger Laientheater unterhält das Publikum bestens mit einer Komödie aus der Feder von  Martina Naumann. Regie führt Horst Naumann.

Eine durchaus souveräne Spielsicherheit bewiesen die „Best Agers“ bei einer kleinen Panne: Ein Darsteller streifte versehentlich das an der Dekowand hängende Schlüsselbrett, das daraufhin polternd auf den Boden fiel. Als gehörte genau dieses Malheur zum Stück, kommentierte es Evelyn Haferkamp, die in der Komödie „Willkommen im Hotel Savoy“ die schrullig-eingebildete „Zarin“ spielt, mit passenden Worten, die nicht im Textbuch standen. Die Zuschauer nahmen die Szene mit Humor und einem Extrabeifall auf.

„Willkommen im Hotel Savoy“ ist das erste zusammenhängende Bühnenstück, dass die Best Agers in ihrem Stammhaus, der Kleinkunstbühne „Die Säule“, stets vor ausverkauftem Haus zeigen. Bislang hatten sich die Laienspieler, die auf die professionelle Regie von Horst Naumann zurückgreifen können, nur an Sketch-Folgen gewagt, bei denen zwischen den einzelnen Stücken Atempausen bleiben. Nun bestand die Herausforderung darin, über 90 Minuten lang einen einzigen Spannungsbogen zu halten. Und das gelingt prima! Säulenchefin Martina Naumann hat das Stück selber geschrieben und dabei die Möglichkeiten der Schauspieler und der Säulen-Bühne im Auge behalten. Die Bühne ist zweigeteilt: Zum einen der Empfangsraum mit Lobby im Kurhotel Savoy, zum anderen der „Wellnessbereich“, der in der Seitenbühne angedeutet ist. An diesen beiden Orten begegnen sich die Gäste, spielen sich die Dinge ab, die die Handlung vorantreiben.

Da lernt man die erwähnte „Zarin“ kennen, die bestenfalls einem verarmten Zweig des russischen Hochadels entstammt, die dennoch die Nase hoch trägt. Ihre gehobene Stimmung verdankt sie jenem Cognac und jenen Gläsern Sekt, die nach dem Frühstück den Kreislauf in Gang bringen sollen... Auch eine Frau Franke (Ellen Esser) tut sehr vornehm. Ob sie es wirklich ist oder ob sie diebische Absichten hegt, gehört zu den Spannungsmomenten des Stücks. Man hat als Zuschauer zwar einen gewissen Verdacht, lässt sich aber dennoch auf das Rätselraten um jenen etwas abgerissenen Herrn ein, der seine paar Kröten zusammengekratzt hat, um einmal in dem vornehmen Hotel Savoy übernachten zu dürfen. Peter Baasen spielt ihn mit viel Sympathie.

Martina Naumann hat auch eine nette Liebesgeschichte eingebaut, bei der ein Handwerker und eine reiche Erbin ohne allen Standesdünkel zusammenkommen. Ohnehin gefällt die Menschenfreundlichkeit, die durch das gesamte Stück durchschimmert und die beim Happyend mit viel Musik von den Darstellern und dem Publikum gleichermaßen gefeiert wird.

„Willkommen im Hotel Savoy“ beschert eineinhalb vergnügliche Stunden. Kompliment an die Autorin, Regisseur Horst Naumann und die Darsteller, von denen namentlich noch mit Beifall zu nennen sind: Wilma Willenbrock, Manuela Georgiadis, Klaus Wüllenweber, Angelika Schacht-Wilhelmi, Carmen Engels, Britta Odenthal, Achim Engels und Herbert Gülden.

Die nächsten Vorstellungen in der Säule sind bereits ausverkauft. Karten gibt es erst für die Vorstellungen ab dem 9. und 10. Februar 2019. Weitere Vorstellungen dann: 8., 9. und 10. März, 18. und 19. Mai, 29. und 30. Juni. Info unter Tel. 0203/ 20125 oder an der Kasse des Stadttheaters unter Tel. 0203/ 28362100.

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