Duisburg: Bauprojekt 6-Seen-Wedau auf der Zielgeraden

Sondersitzung im Stadtrat : Großprojekt 6-Seen-Wedau auf der Zielgeraden

In einer Sondersitzung am Donnerstag, 30. Januar, soll der Rat der Stadt endgültig grünes Licht für das 6-Seen-Wedau-Projekt geben. Vorrangiges Ziel bleibt es, Besserverdienende nach Duisburg zu locken.

Wegen der vielen Einwendungen und Stellungnahmen war der Bauleitplan bekanntlich gleich zweimal ausgelegt worden: Einmal im Jahr 2018 und dann noch einmal im vergangenen Jahr. Dabei ging es vor allem um Verkehrsfragen, den Zugang zu den Seen und um Fragen des Lärmschutzes. Inzwischen hat die Verwaltung die Stellungnahmen abgewogen und in den neuen Satzungsbeschluss einbezogen.

Bei 6-Seen-Wedau handelt es sich um ein 64,4 Hektar – das entspricht mehr als 90 Fußballfeldern – großes Gebiet, das die Gebag Flächenentwicklung (FE) von der Bahn gekauft hat, um dort ein Städtebauprojekt mit bis zu 3000 Wohneinheiten zu verwirklichen. Die Bezirksregierung Düsseldorf hat den künftigen Wohn- und Wirtschaftsstandort als „regional bedeutsam“ eingestuft. Dabei schielt Duisburg bekanntlich auch in die Landeshauptstadt, um von dort Bürger „anzulocken“. Wörtlich heißt es dazu in der Begründung des Bebauungsplans: „Die Lage in der Nähe der Stadtgrenze zu Düsseldorf ermöglicht bei der Berücksichtigung des Wohnbaulandbedarfs die Übernahme von Wohnbaulandkontingenten aus der Landeshauptstadt (rund 3000 Wohneinheiten).“ Dies entspreche dem strategischen Ziel, insbesondere die Nähe zur Wachstumsregion Düsseldorf zu nutzen, um am Standort Wedau ein zukunftsweisendes Stadtentwicklungsprojekt zu realisieren. Weiter heißt es: „Das Plangebiet 6-Seen-Wedau soll zu einem regional bedeutsamen Wohnstandort entwickelt werden, der regionalplanerisch unter anderem auch den nicht in Düsseldorf zu deckenden Wohnungsbedarf befriedigen soll. Die Stadt verfolgt (...) deshalb vor allem in diesem Quartier das Ziel, die Abmilderung der Einwohnerverluste, die Einwohnerbindung sowie die gezielte Einwohnergewinnung insbesondere einkommensstarke Haushalte und junger Familien zu erreichen.“

Aus diesem Grund soll es auch um private Bauvorhaben „mit besonderer architektonischer Qualität“ gehen. Etwa zehn Prozent des Wohnbestandes soll als geförderter Wohnungsbau errichtet werden – dies ist allerdings im Bebauungsplan selbst nicht festgehalten worden, soll aber mit berücksichtigt werden. Das Gebiet soll ans Schienennetz angebunden werden. Wie berichtet soll es im Falle der Reaktivierung der Ratinger Weststrecke in dem neuen Quartier einen Haltepunkt dafür geben. Ein Nahversorgungszentrum, eine Schule und mehrere Kindergärten sind ebenfalls vorgesehen. Die ufernahe Seepromenade und ein Erhalt beziehungsweise Aufwertung der Grünflächen entlang des Masurensees sind eingeplant. Zwei Brücken über die Bahntrassen mit neuen Fuß- und Radverkehrsverbindungen sollen die Stadtteile Wedau und Bissingheim besser vernetzen. Die auf der jetzigen Brache lebenden Zauneidechsen sollen einen Ersatz-Lebensraum bekommen.

Um den zu erwartenden stärkeren Verkehr fließen zu lassen, soll die Wedauer Straße (L 60) im Einmündungsbereich der nördlichen Masurenallee, der Wedauer Brücke sowie östlich der Bahntrasse in der Bissingheimer Straße ausgebaut werden. Das gilt auch für die Verkehrsknoten zwischen der L 60 under A 3. Hier wäre StraßenNRW zuständig.