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Duisburg: Baugebiet Am Alten Angerbach soll Haushalte in Duisburg halten

Neubaugebiet : Bauboom soll Bürger in der Stadt halten

Das Bauprojekt am Alten Angerbach hat stadtweite Bedeutung. Es soll dabei helfen, Duisburger in der Stadt zu halten. In der Vergangenheit sind offenbar viele Bürger abgewandert, weil sie kein passendes Wohnangebot gefunden haben.

Weil es in Duisburg an hochwertigen Baugrundstücken und Wohnungen fehlt, haben in den vergangenen Jahren offenbar viele Duisburger der Stadt den Rücken gekehrt. Das geht aus einer Antwort der Stadtverwaltung auf eine Bürgeranfrage hervor, deren Veröffentlichung der Stadtrat im Rahmen der Offenlegung des Bebauungsplans für das Gelände „Am Alten Angerbach“ in seiner jüngsten Sitzung beschlossen hat. Eine Antwort auf dieses Phänomen soll demnach die Entwicklung des Huckinger Neubaugebietes sein.

Auf dem Gelände in Huckingen soll in den kommenden Jahren bekanntlich ein hochwertiges Wohnquartier entstehen. Der Entwurf wurde zuletzt noch einmal angepasst. Geplant ist nun der Bau von 125 freistehenden Einfamilienhäusern (zuvor geplant waren 89), 110 Doppelhaushälften (statt 138) und fünf Mehrfamilienhäusern mit insgesamt 26 Wohnungen (statt zehn Mehrfamilien- und zehn Stadthäusern). Geplant ist auch die Einrichtung einer Kindertagesstätte für drei bis fünf Gruppen. Eine neue Schule soll es dagegen nicht geben. Die Stadtverwaltung geht davon aus, dass die Schulen in der Umgebung den Mehrbedarf auffangen können. Denkbar sei zu Beispiel, die Grundschule Albert-Schweitzer-Straße dauerhaft fünfzügig zu betreiben.

Im Rahmen der Bürgerbeteiligung waren die Duisburger zuvor zu ihren Sorgen und Nöten hinsichtlich des Projektes befragt worden. Und besonders eine dieser nun bekanntgewordenen Einlassungen lässt aufhorchen. Zwei Bürger hatten sich den Unterlagen zufolge besorgt darüber geäußert, dass die in dem Gebiet entstehenden Grundstücke für derzeit in Duisburg ansässige Haushalte zu teuer sein könnten. Die Antwort der Stadtverwaltung: „Das unzureichende Angebot hochwertiger Baugrundstücke und Wohnungen hat dazu geführt, dass zahlreiche Haushalte Duisburg verlassen und sich im näheren Umland niedergelassen haben.“ Die Stadt betont, dass sie mit dem Neubaugebiet am Alten Angerbach nun vor allem der weiterhin hohen Nachfrage von Duisburgern nach hochwertigem Baugrund Rechnung tragen wolle.

Dass ein großer Teil der Grundstücke an solvente Interessenten aus dem Großraum Düsseldorf gehen könnte, will die Stadt aber zumindest nicht ausschließen. Eine „Quote“ für bereits in Duisburg ansässige Kaufinteressenten sei „rechtlich problematisch und nicht vorgesehen.“

Eine weitere interessante Einlassung aus der Bürgerschaft betrifft die Frage nach einem möglichen Überangebot von Baugrund im Duisburger Süden. Vor allem vor dem Hintergrund, dass mit 6-Seen-Wedau in unmittelbarer Nähe ein weiteres Wohnbau-Großprojekt realisiert werden soll. Die Stadt sieht diesbezüglich aber keine größeren Probleme. Zum einen sei das Wohnungsangebot in den südlichen Stadtteilen derzeit nicht bedarfsgerecht und die bestehende Nachfrage nach modernen Wohnungen und freistehenden Einfamilienhäusern sei „bei Weitem nicht abgedeckt“. Zum anderen seien bei den anderen Bauvorhaben „stärker verdichtete Wohnformen“ geplant. Außerdem würde das Bauprojekt in Wedau „deutlich später“ realisiert werden. Eine Konkurrenz zur Entwicklung des Baugebiets am Alten Angerbach sei hinsichtlich der Vermarktung deshalb nicht zu erwarten.

(th)