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Duisburg: Banken schaffen Negativzinsen wieder ab

Nach der EZB-Entscheidung : Sparkasse Duisburg und Volksbank Rhein-Ruhr schaffen Negativzinsen wieder ab

Die Sparkasse Duisburg, Volksbank Rhein-Ruhr und die Sparda-Bank West verzichten nun wieder auf „Verwahrgeld“ ihrer Kunden. Nach der Entscheidung der Europäischen Zentralbank zur Erhöhung des Leitzinses müssen Kunden nun keine Negativzinsen auf ihr Guthaben auf Giro- oder Tagesgeldkonten mehr zahlen.

Die Sparkasse Duisburg und die Volksbank Rhein-Ruhr verlangen von ihren Kunden jetzt keine Negativzinsten für Guthaben auf Giro-oder Tagesgeldkonten mehr. Bekanntlich hatte die Europäische Zentralbank eine Anhebung des Leitzinses um 0,5 Prozentpunkte beschlossen.

Seit vielen Jahren hatte die EZB von Banken und Sparkassen einen Negativzins für bei der EZB hinterlegte Einlagen verlangt, die die Banken zuletzt an ihre Kunden – unter Beachtung von Freigrenzen – weitergegeben hatte.

 Joachim Bonn, Chef der Sparkasse Duisburg.
Joachim Bonn, Chef der Sparkasse Duisburg. Foto: Sparkasse

Durch den Wegfall eines negativen Zinssatzes mit Wirkung zu Mittwoch, 27. Juli, entfalle auch für die Sparkasse Duisburg die Grundlage für ein „Verwahrentgelt“, wie die Sparkasse jetzt mitteilte.. Die Sparkasse Duisburg werde diese Reduzierung an die Kundinnen und Kunden unmittelbar weitergeben und das bisherige Verwahrentgelt in Höhe von 0,5 Prozent streichen. „Wir erfüllen damit unsere Zusage bei Einführung des Verwahrentgeltes, eine Reduzierung oder Streichung zeitgleich mit einer entsprechenden Anpassung durch die EZB an unsere Kundinnen und Kunden weiterzugeben“, kommentierte Sparkassenchef Joachim Bonn die jüngste Entwicklung.

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Bestandskunden hatten bei der Sparkasse einen Freibetrag von 200.000 Euro, bei Neukunden waren es 100.000 Euro. Insgesamt waren rund 1600 Sparkassenkunden von der Neuregelung betroffen – die aber nach Angaben des Instituts beraten wurden, ob sie ihr Geld nicht doch irgendwie anders anlegen wollten.

Auch die Volksbank Rhein-Ruhr hat sich jetzt entschieden, auf die Erhebung von Verwahrentgelten ab dem 1. August zu verzichten. „Wir mussten sofort reagieren. Als Genossenschaftsbank ist es unser Bestreben, fair und transparent mit unseren Mitgliedern und Kunden zusammenzuarbeiten. Daher werden wir ab dem 1. August kein Verwahrentgelt mehr berechnen“ erklärte Thomas Diederichs, Sprecher des Vorstandes, das Vorgehen der Volksbank Rhein-Ruhr.

 Thomas Diederichs, Vorstandssprecher der Volksbank Rhein-Ruhr.
Thomas Diederichs, Vorstandssprecher der Volksbank Rhein-Ruhr. Foto: Volksbank Rhein-Ruhr

Die Bank hatte bis dato ein Verwahrentgelt in Höhe von 0,5 Prozent bei einzelnen Kunden erhoben. Das gilt allerdings nur für die Kunden, die mehr als 100.000 Euro auf dem Konto hatten.

Die Entscheidung der EZB, die Leitzinsen anzuheben, findet Zustimmung auf Vorstandsebene. So betont Diederichs: „Die Entscheidung der EZB war längst überfällig. So kommt sie nunmehr endlich ihrer geldpolitischen Verantwortung nach und mit diesen und sicher noch weiteren Zinsschritten wird sie versuchen, ihrem Ziel einer Inflation im Euroraum nahe zwei Prozent näher zu kommen. Wenngleich eine Zinsanhebung der EZB sicher keine Auswirkungen auf zum Beispiel die hohen Energiekosten haben wird.“

Die Sparda-Bank West hatte bereits dem eigenen Bekunden nach die negativen Zinsen bereits zum 1. Juli wieder abgeschafft. Betroffen waren dort zuvor Kunden, die mehr als 25.000 Euro auf der Girokonto oder mehr als 50.000 Euro auf einem Tagesgeld hatten.

Andere Institute wie die Commerzbank oder die Deutsche Bank hatten bereits im Vorfeld angekündigt, auf Verwahrgeld zu verzichten, sobald die EZB die Banken auch nicht mehr damit belastet. Dass dies mit einem Sprung des Leitzinses um gleich 0,5 Prozentpunkte bereits jetzt passierte, hat viele überrascht. Im Vorfeld hatte die EZB nämlich nur eine Erhöhung des Leitzinses um 0,25 Prozentpunkte angekündigt, um die Inflation einzudämmen.

(mtm)