Duisburg: Bahn verspricht für den RRX Lärmschutz ohne Lücke

Rhein-Ruhr-Express : Bahn verspricht Lärmschutz ohne Lücke

Vertreter der DB Netze haben am Montag die Ausbauplanungen für den Rhein-Ruhr-Express vom Hauptbahnhof bis zur Stadtgrenze Mülheim vorgestellt. Dort soll es neue durchgehende Lärmschutzwände geben.

Noch in diesem Jahr sollen die neuen Siemens-Züge für den Rhein-Ruhr-Express zwischen Köln und Dortmund unterwegs sein. „Es wird aber wohl mindestens bis zum Jahr 2030 dauern, bis der RRX auf dieser Strecke wie geplant im 15-Minuten-Takt verkehrt“, sagte gestern Michael Kolle, Technischer Projektleiter der DB Netz AG. Denn zuvor sind noch viele Jahre an Planung, Vorbereitung und Ausbau notwendig. Die Bahn nimmt dies in kleinen Abschnitten vor. Gestern stand der knapp drei Kilometer lange Bereich vom Hauptbahnhof bis zur Stadtgrenze Mülheim (siehe Grafik) bei einer öffentlichen Informationsveranstaltung im Fokus. Gemeinsam mit seinem Kollegen Oliver Faber erläuterte Kolle das weitere Prozedere.

So sehen die Ausbaupläne der Bahn für den Bereich zwischen Duisburg Hauptbahnhof und der Stadtgrenze zu Mülheim aus. Foto: ja/Podtschaske

Für die meisten Anwohner in Duissern und Neudorf erfreulich: Es wird deutlich verbesserten Schallschutz geben. „Für den Bereich, der für den RRX ausgebaut wird, gibt es im Wege der Lärmvorsorge eine vier Meter hohe Lärmschutzwand“, so Kolle. Das betrifft eine 650 Meter lange Strecke vom Hauptbahnhof an – also von der Mülheimer Straße bis hinter die Roßstraße, etwa in Höhe der Musik- und Kunstschule. Der Rest der Strecke bis nach Mülheim bekommt einen lückenlosen Anschluss im Rahmen des Lärmsanierungsplanes durch den Bund. Dies sei eine freiwillige Maßnahme, erklärte Oliver Faber. Hier werde die Lärmschutzwand drei Meter hoch. Vermutlich wird sie aus Leichtmetall wie Aluminium gebaut.

Die Kosten für die Lärmschutzwände taxierte Oliver Faber auf rund fünf Millionen Euro. Dazu kommen Kosten für den passiven Lärmschutz: Rund 400 Wohneinheiten haben Anspruch auf Lärmschutzfenster mit entsprechenden Lüftungseinrichtungen. „Diese Maßnahmen werden vom Bund zu 75 Prozent bezuschusst, 25 Prozent müssten die Eigentümer selbst finanzieren“, so Faber. Allerdings handele es sich um eine freiwillige Maßnahme, die aber den Wert der betroffenen Immobilie deutlich steigere. Schließlich sollen Geräusche von den Zügen innerhalb einer Wohnung nicht größer als 27 Dezibel sein. Die acht neuen Weichen sollen dafür sorgen, dass die Züge flexibler und schneller den Hauptbahnhof erreichen und wieder verlassen können. „Die Situation, die wir heute öfter haben, dass Züge vor Einfahrt in den Hauptbahnhof warten müssen, soll dadurch vermieden werden“, so Kolle. Die Pläne für diesen Ausbaubereich werden vom 29. Oktober bis zum 28. November öffentlich ausgelegt. Bis zum 12. Dezember können Bürger dann Einwendungen und Stellungnahmen abgeben.

Bei der Planfeststellung kommt dann auch erstmals eine 3D-Visualisierung zum Einsatz: Bürger können dabei in einer Animation sehen, wie der Lärmschutz an ihrem Haus, in ihrer Straße aussieht, in welchen Bereichen es um welchen Grad leiser wird – aber auch, in wie weit sie durch Schatten der neuen Wände beeinträchtigt werden könnten.

Hintergrund der RRX-Planungen ist die heutige Situation auf der Strecke zwischen Köln und Dortmund, die gerade Berufspendlern nur allzu geläufig ist: Die Platzkapazitäten sind ausgeschöpft, die Infrastruktur ist ausgelastet und anfällig für Verspätungen. Hier soll der RRX für Abhilfe sorgen. Er ist schneller unterwegs, bietet mehr Plätze und soll im Viertelstundentakt fahren. Die Züge sind vollständig videoüberwacht, mit freiem WLAN ausgestattet und haben Multifunktionsbereiche, um Rollstuhlfahrern, Pendlern mit Fahrrädern oder schwerem Gepäck mehr Komfort zu bieten. Die Fensterscheiben ermöglichen einen besseren Handyempfang als in anderen Zügen.

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