Am Kreuz Kaiserberg Was der neue Autohof in Duisburg bieten soll

Duisburg · Die bayerische Herecon-Unternehmensgruppe will als neue Investorin die Pläne für einen Autohof am Kreuz Kaiserberg wieder aufleben lassen. Die Stadt hofft so, dass weniger Lkw innerstädtisch parken. Das ist am neuen Autohof geplant.

 Der geplante Autohof soll rund 50 Stellplätze für Lkw bieten (Symbolbild).

Der geplante Autohof soll rund 50 Stellplätze für Lkw bieten (Symbolbild).

Foto: dpa/Daniel Karmann

Pläne zur Schaffung eines Autohofs am Kreuz Kaiserberg gibt es bereits seit 20 Jahren. Umgesetzt wurden sie trotz der Bemühungen mehrerer Investoren nie. Nun gibt es einen neuen Anlauf. Die HP Fünfte Vermögensverwaltungs GmbH & Co. KG aus Bernau am Chiemsee, Tochterfirma der dort ebenfalls ansässigen Herecon Unternehmensgruppe, will an der Stadtgrenze zu Mülheim einen neuen Autohof planen.

Dazu gehören soll eine Tankstelle mit Waschanlage, drei Zapfsäulen für Auto, zwei Zapfsäulen für Lkw und fünf Ladesäulen für Elektrofahrzeuge. Geplant sind auch ein eingeschossiges Tankstellengebäude mit Shop und Gastronomie. Nordwestlich der Carl-Benz-Straße könnte zudem ein Hotel in viergeschossiger Bauweise für Übernachtungsmöglichkeiten sorgen.

An dieser Stelle im Hintergrund soll der Autohof entstehen. Erste Pläne hierfür gab es bereits vor 20 Jahren.

An dieser Stelle im Hintergrund soll der Autohof entstehen. Erste Pläne hierfür gab es bereits vor 20 Jahren.

Foto: Andreas Probst/Andreas PRobst

Zurzeit gibt es dort, zwischen Ruhrorter Straße, der Anschlussstelle Duisburg-Kaiserberg der A40 und der Dörnerhofstraße, lediglich landwirtschaftlich genutzte Flächen. Den Investoren scheint es ernst zu sein: Sie haben das Ingenieurbüro VSU GmbH Beratende Ingenieure für Verkehr, Städtebau und Umweltschutz aus Herzogenrath mit den Planungen beauftragt. Dabei übernehmen die Investoren alle anfallenden Planungskosten.

Für das bayerische Unternehmen ist sein solches Projekt kein Neuland: Neben Wohnbauprojekten hat es auch Erfahrung beim Bau von Tankstellen, Autohöfen, Hotels (Holiday Inn Express), Discounter-Immobilien (Aldi) oder Fast-Food-Gebäuden (Kentucky Fried Chicken).

Als nächstes soll nun ein städtebauliches Konzept mit entsprechender Öffentlichkeitsbeteiligung erarbeitet werden, bevor dann ein neuer Bebauungsplan sowie die erforderliche Änderung des Flächennutzungsplans in Angriff genommen werden kann. Die rund 4,2 Hektar (knapp sechs Fußballfelder) große Fläche ist etwa 650 Meter vom Wohngebiet Werthacker entfernt, Speldorf in Mülheim mit dem Raffelbergpark und dem Theater an der Ruhr ist mit 500 Metern sogar noch näher.

Ein Ausbau von Tank- und Rastanlagen für den Güterverkehr ist nach Meinung von Fachleuten gerade für eine Logistikstadt wie Duisburg von besonderer Bedeutung. Auf innerstädtischen Straßen parkende Laster und fehlende Sanitärräume für Brummifahrer insbesondere aus Osteuropa sind schon seit Jahren ein Problem. Trotz eines dichten Autobahnnetzes (A3, A40, A42, A57, A59, A524) gibt es keine Autobahnraststätte und nur den Autohof an der Straße Am Schlütershof in Kaßlerfeld.

Demzufolge hatte die Stadt schon seit Jahren Interesse an einer solchen Einrichtung bekundet. Mit Ausnahme der Grünen stand auch die Mehrheit der Lokalpolitik prinzipiell hinter dem Vorhaben.

Bisherige Anläufe waren nie über das Planungsstadium hinausgekommen. So hatte ein Investor aus Greven im Münsterland bereits 2008 große Pläne mit einer Tankstelle, 70 Lkw- und 100 Pkw-Parkplätzen, gleich zwei Fast-Food-Restaurants, einem „Entertainmentcenter“ mit 72 Geldspielgeräten, Billard-Café, Indoor-Fahr- und Simulationsautomaten, einem Hotel mit 75 Betten sowie einem Erotikfachmarkt einschließlich Kino gehabt. Drei Jahre später plante eine Investorengemeinschaft ein paar Nummern kleiner mit weniger Stellplätzen. Aus dem „Entertainmentcenter“ wurde lediglich eine Konzession für zwölf Geldspielgeräte. Doch auch diese Pläne wurden letztlich nicht verwirklicht.

Gegen die ursprünglichen Pläne hatte sich bereits 2009 eine städteübergreifende Bürgerinitiative gegründet, die sich „Mogelpackung Autohof Kaiserberg“ nannte. Rund 130 Anwohner aus Mülheim und Duisburg fürchteten, letztlich ging es dem Investor in erster Linie um den lukrativen Betrieb einer „überdimensionalen Spielhalle“.

Eine solche Einrichtung ist nach derzeitigem Planungsstand nun vom Tisch – der Autohof würde deutlich kleiner ausfallen als in den ersten Überlegungen von vor 20 oder 15 Jahren.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort