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Duisburg: Ausstellung von Martin Schmitz - Holz sprengt Beton

Ausstellung von Martin Schmitz im Kunstraum S13 : Wenn das Holz auch den Stahlbeton sprengt

Im „Treffpunkt für temporären Erfolg“, so heißt nämlich der Kunstort im Salvatorweg 13 in der Duisburger Innenstadt, der von den Duisburger Künstlerinnen Stacey Blatt und Luise Hoyer betrieben wird, ist seit Donnerstag eine neue Ausstellung zu sehen.

„Beton“ heißt sie – „eigentlich müsste sie Stahlbeton heißen“, sagt Schmitz, „da ich bei einfachen Formen zur Vermeidung von Rissen, bei komplexeren aus statischer Notwendigkeit heraus eben mit Stahlbeton arbeite.“

Über 20 Einzelstücke sind in der Werkschau des Künstlers ausgestellt, die bis zum 26. November immer donnerstags von 16 bis 19 Uhr im S13 zu sehen sind. Zumeist sind es Serien, wie die sogenannte Objektstraße „Beziehungen“, die aus sechs verschiedenen Einzelexponaten besteht. Mal sind die „Köpfe“ der Skulpturen einander zugewandt, mal wegschauend, mal in einer Art Verteidigungshaltung.

Raum für Interpretationen des Betrachters der Kunststücke gibt es genug. Das gilt auch für ein Einzelstück, dem Schmitz den Namen „Zelle“ gegeben hat.Alle Arbeiten im S13 sind in den vergangenen 18 Monaten Corona-Zeit entstanden. „Doch jetzt verspürte ich richtigen Druck, mal wieder ausstellen zu wollen“, begründet der Künstler seine Motivation zu der spannenden Werkschau.

Spannend ist aber auch die Mitverwendung von Holz in seinen Betonarbeiten. „Holz in Beton in Verbindung mit Feuchtigkeit hat eine ungeheure Kraft und kann Beton sogar sprengen“, überrascht er seine Zuhörer. Bis zu 25 Kilogramm wiegen seine Betonkunstwerke, die allesamt gegossen sind. „Der Beton braucht etwa zehn Tage vom Gießen bis zum Abbinden, um dann fertig zu sein“, erklärt er.Schmitz ist 1965 in Gelsenkirchen geboren und in Herten aufgewachsen. Von 1986 bis 1995 studierte er an der renommierten RWTH-Universität in Aachen Architektur. Dort schloss er sein Studium als Dipl.-Ing. Architekt ab. Anschließend ging er für elf Jahre nach Berlin. 2006 kam er zurück ins Ruhrgebiet und lebt und arbeitet seitdem in seiner „Wunschheimat“ Duisburg, wie er sein jetziges Domizil nennt. Sein Atelier hat er seit 2007 in einer ehemaligen Garage auf dem Hof des Kunstvereins Duisburg am Weidenweg.