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Duisburg: Ausstellung Kunst und Kohle geht zu Ende

Kunst und Kohle : Abgesang und Signal zum Aufbruch

Mit einer Feuer-Aktion von Timm Ulrichs endete im Museum Küppersmühle das Ausstellungsprojekt „Kunst & Kohle“.

Mit der Verbrennung des Kunstwerks „Kohle-Ofen, brennbar“ von Timm Ulrichs endete im Museum Küppersmühle die Ausstellung „Hommage an Jannis Kounellis“. Gleichzeitig ging am Sonntag auch das städteübergreifende Ausstellungsprojekt „Kunst & Kohle“, an dem insgesamt 17 Ruhr-Kunst-Museen beteiligt waren, zu Ende. Einerseits ein Abgesang auf die Kohle, die der Region Ruß und Reichtum bescherte, andererseits ein Signal zum Aufbruch, wie in einer Diskussionsrunde anlässlich dieser Finissage deutlich wurde.

Auf dem Podium in der Ausstellungshalle: Wolfgang Heit, Vorstandsvorsitzender der Brost-Stiftung, Edwin Jacobs, Leiter des Dortmunder U und Sprecher der Ruhr-Kunst-Museen, Stephanie Reichart, Abteilungsleiterin Kultur beim Ruhr-Tourismus, Kurator Ferdinand Ullrich, Künstler Timm Ulrichs und Walter Smerling, der Direktor des Museums Küppersmühle, der die Runde moderierte.

Dass die Ruhr-Region heute über viele Kunstmuseen verfüge, so machten die Teilnehmer deutlich, sei Folge des Reichtums, den die Kohle hervorbrachte. Es sei heute kaum vorstellbar, aber in den 50er Jahren war Duisburg eine der reichsten Städte in der damals jungen Bundesrepublik gewesen. Kohle und Stahl ließen die Stadt aufblühen. Der Stahl ist noch verblieben, die Kohleförderung in der gesamten Region Geschichte. Die museale Infrastruktur ist vorhanden, die mit dem Projekt „Kunst & Kohle“ erstmals in diesem Umfang vernetzt wurde. Probeläufe gab es schon im Kulturhauptstadtjahr 2010 und im Rahmen der China-Ausstellung. „Diese Zusammenarbeit ist ein wichtiger Punkt“, so Edwin Jacobs, der sich für die Zukunft eine Ausstellung aus Sammlungen der Ruhr-Museen wünscht, die auf Reisen gehen kann, um auch in Berlin oder Brüssel zu zeigen, was an Kunstschätzen in der Region vorhanden ist.

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Für Wolfgang Heit ist das Engagement der Bürger aus der Region selbst ein entscheidender Faktor, denn auch in der Vergangenheit sei die museale Kunst oft eine Sache der privaten Initiativen gewesen. Eine Herausforderung sei allerdings die bessere Vernetzung der Museen. „Die Kohle geht, die Kunst bleibt“ ist Ferdinand Ullrich überzeugt. Die Museen dürften aber nicht vor der fortschreitenden Digitalisierung der Welt die Augen verschließen, denn vor allem junge Leute würden sich erst informieren, um sich dann für einen Besuch zu entscheiden.

Mehr Marketing, mehr PR, mehr überregionale Werbung seien nötig, um für ein derartiges Projekt, wie „Kunst & Kohle“ es darstellte, die Bedeutung zu verleihen, die sie hat., wie Walter Smerling betont: „Der ökonomische Aufwand ist hoch, um bundesweit wahrgenommen zu werden.“

Rund 400.000 Euro betrug der Werbe-Etat nach Angaben von Stefanie Reichart für das städteübergreifende Projekt. 135.000 Besucher wurden insgesamt gezählt. Zu wenig für die einen, nicht relevant für Künstler Timm Ulrichs, der nichts davon hält, wenn Besuchermassen durch Ausstellungshallen geschleust werden.

Auf jeden Fall scheint in der Zusammenarbeit der Museen die Zukunft zu liegen. Die Angst vor großen Projekten in der Art von „Kunst & Kohle“ haben die Macher verloren. Für Ferdinand Ullrich ist Zusammenarbeit „der richtige Weg“. Durch den seien, so Edwin Jacobs, zum einen auch die kleineren Häuser sichtbar geworden, zum anderen werden man in den Düsseldorfer Ministerien viel stärker wahrgenommen.