Gesundheitsreport Arbeitnehmer in Duisburg waren 2021 im Schnitt 19 Tage krank

Duisburg · 2021 waren in Duisburg weniger Arbeitnehmer krankgeschrieben als noch im Jahr zuvor. Trotzdem liegt die Stadt mit rund 19 Tagen pro Jahr im NRW-Vergleich im oberen Drittel. Das liegt auch an psychischen Erkrankungen.

 Immer wieder werden Arbeitnehmer auch wegen Rückenproblemen krankgeschrieben.

Immer wieder werden Arbeitnehmer auch wegen Rückenproblemen krankgeschrieben.

Foto: dpa/Arno Burgi

Arbeitnehmer in Duisburg waren im vergangenen Jahr weniger oft krankgeschrieben als noch 2020. Das geht aus einem aktuellen Gesundheitsreport der Krankenkasse Barmer hervor hervor. Die Erwerbstätigen in Duisburg fehlten demnach im vergangenen Jahr durchschnittlich an 19,63 Tagen krankheitsbedingt. 2020 hatte der Wert noch bei 19,72 Tagen gelegen. „Das entspricht einem Rückgang um 0,5 Prozent. Damit ist der Rückgang bei uns deutlich geringer als das landesweite Minus von 3,4 Prozent. NRW-weit wurden im vergangenen Jahr 17,39 Tage verzeichnet“, sagt Lisa Wiedig, Geschäftsführerin der Barmer in Duisburg.

Auch im Vergleich zu vielen anderen NRW-Großstädten fiel das Duisburger Minus deutlich geringer aus: zum Beispiel Essen (minus 5,4 Prozent), Düsseldorf (minus 8,5 Prozent) und Bonn (minus 9 Prozent). Im landesweiten Städteranking gehört Duisburg mit seinen 19,63 Tagen zum oberen Drittel mit den Kommunen, die die meisten Fehlzeiten haben. Spitzenreiter ist wie schon 2020 Gelsenkirchen mit 22,56 Tagen. Die wenigsten krankheitsbedingten Fehltage verzeichnet Bonn mit 12,61.

Nach Angaben des Barmer Instituts für Gesundheitsforschung (bifg) sind die regionalen Unterschiede bei den Daten zur Arbeitsunfähigkeit von vielen Faktoren beeinflusst und daher aus wissenschaftlicher Sicht nicht immer eindeutig zu begründen. Die Analysten gehen allerdings davon aus, dass hauptsächlich das Minus bei den Erkrankungen des Atmungssystems für den leichten Rückgang der Fehlzeiten verantwortlich ist. Wegen einer Erkrankung des Atmungssystems waren die Erwerbstätigen in Duisburg 2021 durchschnittlich an 1,58 Tagen arbeitsunfähig – 2020 hatte der Wert bei 2,33 Tagen gelegen. „Dieser Rückgang dürfte auf das Ausbleiben der Grippe- und Erkältungswelle im Frühjahr 2021 zurückzuführen sein“, so Geschäftsführerin Wiedig. „Hierzu dürften diverse Coronaschutzmaßnahmen und maßgeblich die mit der Pandemie zusammenhängenden Veränderungen der Lebensumstände und Verhaltensweisen beigetragen haben.“

Bei den psychischen Erkrankungen und Verhaltensstörungen gab es 2021 laut der Barmer-Analyse mit 4,52 Tagen im Vergleich zu 2020 (4,34 Tage) einen Anstieg. Duisburg liegt hier über dem NRW-Schnitt von 4,1 Tagen. „Wenn wir uns einen längeren Zeitraum ansehen, ist es so, dass die Fehlzeiten im Bereich der psychischen Krankheiten landesweit seit mehr als zehn Jahren stetig ansteigen“, sagt Lisa Wiedig. „Hier müssen wir wachsam sein.“ So sei das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) ein wichtiges Instrument in den Unternehmen, um die Gesundheit der Beschäftigten zu verbessern.

Keine Veränderung der Fehlzeiten verzeichnet die Krankenkasse im Bereich der Muskel- und Skelett-Erkrankungen (unter anderem Rücken). Wegen einer Diagnose aus diesem Bereich waren die Erwerbstätigen in Duisburg 2021 im Schnitt an 4,69 Tagen krankgeschrieben. Damit liegt Duisburg auch hier weiterhin oberhalb des NRW-Schnitts von 3,9 Tagen. „Ich möchte noch einmal betonen, dass die regionalen Unterschiede nicht immer eindeutig zu erklären sind. Dennoch sind die Zahlen für unsere Arbeit wichtige Anhaltspunkte“, sagt Wiedig. Im Bereich der Rückengesundheit gehe es ebenfalls um Prävention. „Das Ziel von Präventionsarbeit der Krankenkassen ist, Menschen zu erreichen, die gesund sind und sich gesund fühlen, aber ungesund leben. Beim Thema Rücken sind das womöglich Menschen, die kein Augenmerk auf die richtige Sitzhaltung im Büro beziehungsweise eine ausgleichende Bewegung legen.“

Vor allem durch die Pandemie sei das Thema Homeoffice ein außerordentlich bedeutendes geworden. „Ebenso bedeutend sollten dabei auch gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen in den eigenen vier Wänden sein“, betont die Geschäftsführerin der Barmer.

Der Gesundheitsreport basiert auf den bundesweiten Daten der Barmer zu rund 3,8 Millionen Erwerbspersonen im Alter zwischen 15 und 64 Jahren. Dazu zählen rund 930.000 Erwerbstätige aus NRW beziehungsweise zirka 17.700 aus Duisburg. Bundesweit sind rund 8,8 Millionen Menschen bei der Barmer versichert – in Nordrhein-Westfalen sind es etwa 2,2 Millionen. In Duisburg hat die Barmer rund 45.000 Versicherte.

(atrie)
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