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Duisburg: Anhaltende Dürre setzt den Feldern zu

Regionale Landwirtschaft in Duisburg : Trockenheit setzt den Bauern zu

Das bis zuletzt anhaltende warme und trockene Wetter besorgt ansässige Bauern. Bereits jetzt rechnen Landwirte, Verbände und die Landwirtschaftskammer NRW mit erheblichen Problemen bei der Ernte im kommenden Jahr.

Auf die Landwirte in Duisburg und der Region kommen schwere Zeiten zu. Erst die lange Dürrezeit im Sommer und jetzt fehlt auch im Herbst Niederschlag. Angesichts des warmen und trockenen Wetters in den vergangenen Wochen und Monaten beklagen viele Bauern Ernteausfälle. Auch für die Ernten im kommenden Jahr sehen Bauernverbände und Landwirte schwarz.

Bei den Duisburger Bauern sind die Folgen des warmen und trockenen Wetters spürbar. Reinhard Mosch, Landwirt in den Rheinauen in Mündelheim, berichtet von „ernstzunehmenden Ernteausfällen“ und rechnet mit bis zu 30 Prozent weniger Ertrag bei Zuckerrüben. „Das liegt an der Trockenheit, die schon seit knapp fünf Monaten vorherrscht“, sagt Mosch.

Für den Landwirt bedeutet ein schwerwiegender Ernteausfall auch immer, dass die Ernte teurer wird. „Die Ernte der Pflanzen kostet für mich jedes Jahr pro Hektar das Gleiche“, erklärt er den Grund für die gestiegenen Kosten. „Doch wenn ich nur noch 60 anstatt 80 Tonnen Ertrag habe, dann sind die Kosten pro Stückgut höher.“ Stückgut bedeutet in dem Fall eine Zuckerrübe, für die der Landwirt mehr Geld aufwenden muss.

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Die Verbraucher müssten nach Ansicht von Mosch allerdings nicht zwingend mit höheren Preisen in den Supermärkten rechnen. „Der Zuckerpreis weltweit ist im Keller“, berichtet er. „Als Landwirt kann man sich fast schon freuen, dass es Ernteausfälle gibt, damit sich der Markt wieder bereinigt.“ Viele Hoffnungen macht sich der Landwirt aber nicht. Er fürchtet billige Importe aus dem günstigen Ausland. Dann bleibe der Preis für Zucker stabil im Keller – obwohl die heimischen Bauern mehr Geld für die Ernte zahlen müssten.

Die Auswirkungen des Wetters werden nach Angaben vieler Experten auch noch im kommenden Jahr spürbar sein. Die Folgen der Dürre seien lange noch nicht ausgestanden, heißt es von der Landwirtschaftskammer NRW. Die Situation sei für die Landwirte unverändert schwierig. Der Raps sei beispielsweise schon unter der Erde, wachse aber kaum. Gleiches gelte für die Wintergerste.

Ähnlich sieht es der Rheinische Landwirtschaftsverband (RLV), der auch für Duisburg zuständig ist. Der RLV gibt an, dass es immer noch zu trocken auf den rheinischen Äckern sei. Viele Erzeuger könnten ihre Anbaupläne bei Raps aufgrund der Trockenheit nicht realisieren, säten erst gar nicht aus oder brächen ihre Felder wieder um, weil nur ein kleiner Teil der Rapskeimlinge durchkomme. Das Dürrejahr 2018 gefährde zudem die Aussaat des Wintergetreides und werde sich deshalb möglicherweise negativ auf die Ernte des kommenden Jahres auswirken.

Rheinard Mosch bestätigt die düsteren Prognosen. Der Duisburger Landwirt hat in den vergangenen Wochen unter anderem Sommergerste, Roggen, Dinkel und Weizen auf seine Felder gesät. „Die Körner brauchen jetzt unbedingt Feuchtigkeit“, berichtet Mosch. Denn viele Körner bekämen nicht genügend Wasser und würden absterben. Eine geeignete Lösung für sein Dilemma hat der Landwirt nicht parat. „Ich könnte die Felder beregnen lassen, um die Qualität der Pflanzen hoch zu halten“, sagt er. „Doch das ist bei Wintergerste absolut unrentabel.“

Es sei entscheidend, was der Winter für Wetter bringe. Erst dann seien Prognosen über die nächste Ernte möglich. „Wir Landwirte müssen nun die Ruhe bewahren, weil wir gerade sowieso nichts tun können“, sagt Mosch. Der Landwirt hofft, dass es bald endlich mehr regnet. Auch der Rheinische Landwirtschaftsverband hofft auf Niederschlag. Denn gute Aussaatbedingungen im Herbst seien der Grundstein für die Ernte im nächsten Jahr. Der RLV bleibt trotz der schwierigen Bedingungen optimistisch. Durch das große Zeitfenster für die Saat von Wintergetreide von Mitte Oktober bis Ende November bleibe die Hoffnung auf gute Startbedingungen auch trotz des bisher vergleichsweise regenarmen Wetters bestehen.