Duisburg: Alpakas suchen eine neue Weide

Zuzug aus Düsseldorf : Alpakas suchen in Duisburg eine neue Weide

Süßer Zuzug aus Düsseldorf: Eine kleine Herde braucht ein neues Zuhause. Ihre Züchter bieten Spaziergänge und Stallbesuche mit den Tieren an. 2019 soll es Nachwuchs geben.

Diese Zuzügler aus der Nachbarstadt Düsseldorf würden die Duisburger wohl mit offenen Armen begrüßen: 13 Alpakas aus der Nachbarstadt haben eine ihrer Weiden verloren. Jetzt ist die pelzige kleine Herde auf der Suche nach einer Neuen – und das gerne im Duisburger Süden.

Wohnzimmer, Schlafzimmer, Bad – auf eine Weide übertragen, ist das in etwa das neue Zuhause, das die Alpakas suchen. 2500 Quadratmeter groß sollte die Weide sein, gerne mit einigen Bäumen bestanden. Erlaubt sein sollte ein Unterstand wie ein Weidezelt, vorhanden ein Wasseranschluss. Dazu eingezäunt oder einzäunbar, damit die Tiere nicht einfach ausbüchsen. Eine Weide in Kalkum haben die neun Stuten und vier Wallache sicher, eine weitere in Wittlaer testen sie gerade. Eine Dritte brauchen sie noch (Kontakt für Angebote: siehe Kasten); schließlich sind die anderen irgendwann buchstäblich abgegrast.

Außer Gras vertragen Alpakas nicht viel – die Tiere sind quasi Diabetiker. Foto: Michael Dahlke

Eine Erfahrung, die Michaela und Detlef Maluche unter anderem Demenzkranken ermöglichen: Regelmäßig sind sie mit ihren Tieren zu Besuch in der Diakonie Kaiserswerth. Wer einmal selber auf Tuchfühlung gehen möchte: Die Maluches bieten auch Weidenbesuche und Spaziergänge mit ihrer Herde an. Der Umgang mit Alpakas tut jedem gut, findet Michaela Maluche: „Man entspannt, man kommt einfach runter.“

Angst vor Alpakasabber müssen Besucher im Regelfall nicht haben. Die in Südamerika heimischen Tiere spucken zwar – aber vornehmlich ihre Artgenossen an. „Da steht man vielleicht mal blöd dazwischen“, sagt die Besitzerin. Zielgerichtet auf einen Menschen aber spucken sie kaum. Zumal es dauert, bis sie nachgeladen haben: Nach einer Spuckattacke haben die Alpakas bis zu einer halben Stunde eine Kiefersperre – selbst Kauen wird dann schwierig.

Michaela und Detlef Maluche halten seit 2011 Alpakas. Bislang im Düsseldorfer Norden – jetzt suchen sie eine neue Weide für ihre Tiere, gerne im Duisburger Süden. Foto: Michael Dahlke

Sie haben halt Charakter, und zwar jedes seinen eigenen. Damit haben sie die Maluches von sich überzeugt. Zufällig trafen sie auf einem Gestüt zum ersten Mal auf Alpakas. „Wenn 50 Tiere an einem vorbeigaloppieren, und man hört nichts, ist das ein Erlebnis“, erinnert sich Detlef Maluche an diese erste Begegnung mit den Tieren, die auf Schwielen statt auf Hufen laufen. 2011 sattelten die Maluches um: Statt Pferden halten sie seitdem Alpakas.

Aus der Zufallsbegegnung wurden rasch zwei eigene Tiere. Jetzt, acht Jahre und einiges an selbstgezüchtetem Nachwuchs später, nennen die Maluches eine Herde von 13 Tieren ihr eigen. Und sie soll weiter wachsen: „Eigentlich wollten wir dieses Jahr decken“, sagt Michaela Maluche. Doch dann kam die Kündigung für eine Weide. So suchen die Maluches für ihre 13 Alpakas jetzt eine neue Weide. Flauschiger Nachwuchs im nächsten Jahr vermutlich inbegriffen.

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