Duisburg: Ärger nach der großen Seetaufe

Kritik am Badbetreiber und der Kirche : Ärger nach der großen Seetaufe in Duisburg

Nach dem Tauffest in Großenbaum müssen der Badbetreiber, aber auch die Evangelische Kirche Kritik einstecken. Es habe im Vorfeld Kommunikationsprobleme gegeben.

Zum Teil heftige Kritik müssen sich der Badbetreiber, aber auch die Evangelische Kirche nach dem Tauffest im Freibad in Großenbaum gefallen lassen. Teilnehmer der großen Seetaufe am vergangenen Samstag machen in den sozialen Medien ihrem Ärger darüber Luft, dass der reguläre Badebetrieb für das Fest nicht komplett eingestellt wurde. Dies sei im Vorfeld anders angekündigt worden.

Außerdem habe der Badbetreiber der Kirche frühzeitig untersagt, kostenlose Getränke an die Tauffamilien zu verteilen. „Wir hatten keine Chance mehr, einen Kaffee zu trinken und Kuchen zu essen“, so eine Teilnehmerin.

Wohl dem, der beim Tauffest ein schattiges Plätzchen fand. Foto: Lars Heidrich

Frank Skrube vom Freibad in Großenbaum gibt zu, dass am Samstag nicht alles rund gelaufen ist. „Da gab es im Vorfeld einige Kommunikationsprobleme und Missverständnisse“, so Skrube, der erst seit kurzer Zeit Vorsitzender des Trägervereins ist. „Ich war in die Planungen nicht eingebunden, bin aber nicht davon ausgegangen, dass wir den Badebetrieb während des Festes komplett unterbrechen.“

Weil einige Badegäste an der Kasse mehr als ungeduldig gewesen seien, habe er in Abstimmung mit den Pfarrern vor Ort 25 bis 30 früher hineingelassen. Skrube: „Sie mussten sich aber im hinteren Bereich aufhalten und haben dadurch die Taufen nicht gestört.“ Dies bestätigt Rolf Schotsch, Sprecher des Evangelischen Kirchenkreises in Duisburg. Er sagt aber auch: „Wir haben am Samstag um 11 Uhr angefangen und hatten die klare Vereinbarung, dass der reguläre Badebetrieb erst um 12.30 Uhr aufgenommen wird“, so Schotsch. „Da hätten wir uns schon gewünscht, dass niemand vorher rein darf.“

Außerdem sei klar vereinbart worden, dass die Teilnehmer der Seetaufe das Fest bei Kaffee und Kuchen ausklingen lassen dürfen. „Die kalten Getränke sollten sich unsere Gäste dann allerdings am Kiosk im Bad kaufen“, sagt Schotsch. Dies sei nicht der Fall gewesen, so Frank Skrube. „Deshalb der Hinweis an den Caterer, aber auch erst um 13.30 Uhr.“

Kritik gibt es auch an dem Tauffest an sich. Eine Teilnehmerin spricht von einer unpersönlichen Massenabfertigung. Sie kritisiert: „Es sind keine schönen Fotos möglich gewesen, es lagen teilweise überall Badegäste auf Decken rum.“ Sitzmöglichkeiten im Schatten seien schon um 10.30 Uhr nicht mehr vorhanden gewesen. „Und das mit teilweise sehr kleinen Kindern in der prallen Hitze.“ Mal abgesehen davon, dass sie mit ihrem Kinderwagen so gut wie gar nicht zum Ziel gekommen sei. Stichwort fehlende Barrierefreiheit. „Wir waren heilfroh, als es endlich vorbei war...“

Schotsch spricht von vielen anderen, weitaus positiveren Reaktionen. Er stellt aber auch klar: „Wenn es bei 35 Grad schnell keine Schattenplätze mehr gibt, kann ich verstehen, dass einige irgendwann gereizt sind und nur noch nach Hause wollen.“ Mitte Juli werde das Tauffest bei einer Nachlese noch einmal intern besprochen. Fest steht bereits: Unabhängig von den Misstönen rund um die Seetaufe am Samstag sucht die evangelische Kirche für das nächste Fest eine andere Location als das Freibad in Großenbaum gesucht. „Dabei werden auch Themen wie Barrierefreiheit und Verkehrsanbindung eine Rolle spielen.“

(dwi)
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