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Duisburg: Adventskalender to go und Foto-Ausstellung im Kreativquartier Ruhrort

Kreativquartier Ruhrort : Adventskalender to go und Foto-Ausstellung

Der Evangelische Binnenschifferdienst in Duisburg hat sich zum Jahresende im Kreativquartier Ruhrort zwei besondere Aktionen einfallen lassen.

Fünf Jahre ist es her, dass der Evangelische Binnenschifferdienst / Deutsche Seemannsmission Duisburg seinen Sitz von Homberg nach Ruhrort ins dortige Kreativquartier verlegt hat. Das Haus der Schiffergemeinde ist seitdem auf der Dr.-Hammacher-Straße 10 untergebracht, während das Kirchenboot „Johann Hinrich Wichern“ auf den Wasserstraßen und in den Häfen entlang der Rheinschiene verkehrt. Zum Team der Ruhrorter Schifferseelsorge gehören Pfarrer und Seelsorger Frank Wessel als Stationsleiter, Seemannsdiakonin Gitta Samko und Schiffsführer Reinhard Kluge.

Inzwischen ist das Team im Kreativquartier Ruhrort gut vernetzt und bereichert das Stadtteil- beziehungsweise Gemeindeleben mit kreativen Beiträgen – soweit Corona diese zulässt. Dazu gehört zum Beispiel das Adventscafé, dass in diesem Jahr allerdings nicht wie gewohnt stattfinden kann. Die Corona-Alternative für 2020 heißt „Adventskalender to go“ und besteht aus einer Adventstüte in der sich ein Licht, Bratapfel-Tee und ein kleiner Christstollen befinden. Außerdem wird der Beschenkte mit einer Adventsandacht mit Texten und Liedern zum Lesen und Singen, einer kleinen Weihnachtsgeschichte sowie einem Rate-Quiz überrascht. Gedacht ist das Ganze für Freunde der Schifferseelsorge, die es sich in der Adventszeit ab 29. November damit zu Hause gemütlich machen können.

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Ohne öffentliche Vernissage muss auch die Fotodokumentation „Chittagong – Schlachthof der Schiffe“ von Christian Faesecke auskommen. Immerhin sind seine beeindruckenden Fotografien vom 30. November bis 8. Januar jeweils montags bis freitags in der Zeit zwischen 10 und 16 Uhr für die Allgemeinheit zugänglich. Ausgestellt sind die Aufnahmen nämlich in der Mercator-Galerie des gleichnamigen Verlages und Buchladens auf der Dammstraße 25 Ecke Horst-Schimanski-Gasse in Duisburg-Ruhrort. Der Eintritt ist frei.

 Die Ausstellung wird vom 30. November bis 8. Januar zu sehen sein.
Die Ausstellung wird vom 30. November bis 8. Januar zu sehen sein. Foto: Christian Faesecke

Chittagong in Bangladesch ist eines der Zentren der globalen Schiffsabwrackindustrie. Der Fotograf Christian Faesecke ist in den Jahren 2014 bis 2019 mehrfach dorthin gereist und hat mit seiner Kamera dokumentiert, was er in den Abwrackwerften gesehen hat: Auf einem kilometerlangen Strand werden Hochseeschiffe aus aller Welt in ihre Einzelteile zerlegt, und zwar unter widrigsten und gefahrvollsten Bedingungen für Mensch und Umwelt, ohne angemessene technische Hilfsmittel und völlig abseits von der öffentlichen Wahrnehmung.

Über seine Motivation diese Fotoreportage zu machen sagt er: „Über das Abwracken von Schiffen an Stränden habe ich das erste Mal in dem Film ‚Workingman‘s Death‘ von Michael Glawogger aus dem Jahre 2005 erfahren. Das hat mich so sehr fasziniert, dass ich einige Jahre später nach Chittagong gefahren bin, um mir diese absurde Situation selber anzuschauen. Wie die riesigen Containerfrachter da einfach auf dem Strand liegen und Stück für Stück auseinandergenommen werden ist ein ziemlich beeindruckender Anblick, der mich nie ganz losgelassen hat. Als ich dort war, hat mich am meisten die Dimension beeindruckt: Dieser 15 Kilometer lange Strand auf dem zwischen 150 und 200 Schiffswracks in allen Abwrackstadien liegen und die vielen Arbeiter, die unentwegt barfuß durch den knietiefen Matschstrand waten müssen, der voll von scharfkantigen Metallstücken und Ölresten ist.“

Faesecke wurde 1979 in Kiel geboren. Als gelernter Orthopädie-Techniker baut er seit über zehn Jahren hauptberuflich Beinprothesen für Menschen nach Amputationen. Sein Interesse an fernen Ländern, brachte ihn zunächst nach Mittel- und Südamerika (1996-2007), dann nach Kenia und Dubai und später nach Indien und Bangladesch (ab 2008). In seinen Fotoreportagen beleuchtet er Hintergründe der globalen Warenproduktion und Warenverwertungskette und zeigt die Arbeitsbedingungen der Menschen, welche von den Endverbrauchern nicht gesehen oder nicht wahrgenommen werden wollen. Nach Hamburg, Dortmund, Emden und Bremerhaven ist Duisburg nun die fünfte Station für die Ausstellung „Chittagong – Schlachthof der Schiffe“.