Duisburg: 650 Schüler nehmen am Projekt des Klavierfestivals Ruhr teil

Schüler-Projekt : Musik baut nachhaltige Brücken

Das Klavier-Festival Ruhr präsentierte die diesjährigen Ergebnisse seines integrativen Education-Projekts.

Seit elf Jahren engagiert sich das Klavier-Festival Ruhr mit seinem Education-Programm im Duisburger Brennpunkt-Stadtteil Marxloh. In enger Zusammenarbeit mit inzwischen sechs Schulen ist ein Modellprojekt zur kulturellen Bildung entstanden, das konkrete Wirkung vor Ort zeigt und zugleich weit über Duisburg hinausstrahlt (die RP berichtet regelmäßig). Anfangs gab es eine Folge von Einzelprojekten, inzwischen arbeiten die verschiedenen Schulen ganzjährig zusammen. Förderschüler, Gymnasiasten und Grundschüler begegen sich jedes Jahr, um gemeinsam zu tanzen und zu musizieren. Kinder aus Neuzuwandererfamilien werden bei der Integration ins deutsche Schulsystem unterstützt, Grundschüler beim Wechsel auf die weiterführende Schule begleitet und Lehrer in schulübergreifenden Fortbildungen weiterqualifiziert.

Auch im laufenden Schuljahr gelang es dem Klavier-Festival, die Zusammenarbeit mit den Marxloher Schulen weiter zu vertiefen. So sind am aktuellen Jahresprojekt über 650 Schülerinnen und Schüler beteiligt. Im Rahmen des regulären Unterrichts sowie in vielen Workshops singen und tanzen sie gemeinsam, entwickeln Choreographien und erfinden eigene Musikstücke. Im Zentrum der jüngsten Aufführung „Charaktere – Präsentation des integrativen Education-Projekts“ in der gut gefüllten Gebläsehalle im Landschaftspark Nord stand die Arbeit im Grundschulbereich sowie der Übergang von der Grundschule auf die weiterführende Schule. Rund 140 Schülerinnen und Schüler der Grundschulen Sandstraße und Henriettenstraße, der Herbert-Grillo-Gesamtschule und des Elly-Heuss-Knapp-Gymnasiums präsentierten eigene Choreographien und Musikstücke, letztere mit Orff-Instrumentarium, also vor allem Schlagwerk. Sie gingen dabei aus von kurzen Klavierstücken vor allem von Béla Bartók, Ludwig van Beethoven und György Ligeti, in der Gebläsehalle dann gespielt von den beiden noch jungen, aber längst erstklassigen Pianisten Fabian Müller und Lorenzo Soulès. Interessant wirkten insbesondere zwei pfiffige Aneignungen von Beethovens Bagatelle op. 33 Nr. 6: Zum einen als Tanz und Musik von der Affenklasse der Grundschule Sandstraße, zum anderen als Tanz von der Klasse 2/3b der Grundschule Henriettenstraße, gefolgt von Ligetis „Musica Ricercata III“. Ein Musterbeispiel war dann die schulübergreifende AG Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium/Grundschule Sandstraße mit Tanz und Musik zu Bartóks Bagatellen Sz 38 op. 6 Nr. 1 und 2.

Am Freitag, 28. Juni, um 19 Uhr, gibt Lorenzo Soulès ein Klavier-Festival-Recital im Lehmbruck-Museum. Auf dem Programm stehen Werke von Robert Schumann („Waldszenen“ op. 82), George Benjamin („Piano Figures“, mit einer musikalischen Einführung durch Kinder und Jugendliche aus Marxloh), Tristan Murail („La Mandragore“, zu deutsch „Die Alraune“) und Maurice Ravel („Gaspard de la nuit“). Die Aufführung „ZusammenSpiel – Präsentation des inklusiven Education-Projekts“ folgt dann am Montag, 1. Juli, um 18 Uhr, in der Gebläsehalle.

Karten gibt es platzgenau im Internet unter www.klavierfestival.de.

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