Duisburg: 50 Millionen Euro Förderung für Marxloh und Alt-Hamborn

Rostock, Plauen, Erfurt – und Duisburg : 50 Millionen Euro für den Norden

Die Stadt Duisburg wurde gemeinsam mit Rostock, Plauen und Erfurt für das Modellvorhaben zur Weiterentwicklung der Städtebauförderung vom Bund ausgewählt. Das Geld fließt in die Stadtteile Marxloh und Alt-Hamborn.

Was könnte man nicht alles mit 50 Millionen Euro tun? Diese Frage sei vor einiger Zeit noch ein Gedankenspiel gewesen. Jetzt sei diese Spekulation Wirklichkeit geworden. So beschrieb am Dienstagnachmittag Oberbürgermeister Sören Link das Förderpaket vom Bund, das den Stadtteilen Marxloh und Alt-Hamborn demnächst zugute kommen soll. Vier Städte bekommen in diesen Tagen die Zusage für eine solche Förderung: Rostock, Plauen und Erfurt sowie – als einzige Stadt im Westen – Duisburg. Gemeinsam mit Martin Linne, Dezernent für Stadtentwicklung und Umwelt, Hendrik Trappmann, Leiter des Amtes für Stadtentwicklung und Projektentwicklung, sowie SPD-Bundestagsmitglied Mahmut Özdemir stellte Link das „Modellvorhaben zur Weiterentwicklung der Städtebauförderung für die Quartiere Marxloh und Alt-Hamborn” vor.

Die Laufzeit der Förderung umfasst sieben Jahre, von 2020 bis 2026. Der Stadt Duisburg wurde eine Förderung des Bundes in Höhe von 25 Millionen Euro für Marxloh und Alt-Hamborn in Aussicht gestellt. Damit ermöglicht der Bund eine Förderung von 50 Prozent der förderfähigen Gesamtkosten. Ein Ko-Finanzierung in Höhe von 15 Millionen Euro wurde vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW in Aussicht gestellt, so dass für die Stadt ein Eigenanteil von zehn Millionen Euro verbleibt. Offiziell muss nur noch der Rat der Stadt in seiner Sitzung am 25. November die Teilnahme an diesem Modellvorhaben genehmigen; die Mittel selber seien genehmigt, wurde beim Pressegespräch versichert.

„Die Aufnahme in das neue Programm ist eine riesige und zugleich fundamentale Chance für Duisburg, städtebauliche Veränderungen in Marxloh und Alt-Hamborn zu ermöglichen”, sagte Link. Er sei davon überzeugt, dass das Projekt eine „positive Impulsgebung über die Quartiere hinaus für den gesamten Duisburger Norden” erzeugen werde. Er fügte hinzu: „Ich danke Mahmut Özdemir, dass er sich in Berlin für unsere Teilnahme am Modellvorhaben erfolgreich eingesetzt hat.” Linne und Trappmann haben eine Liste mit geplanten oder möglichen Maßnahmen erstellt, was mit den 50 Millionen-Euro realisiert oder in Angriff genommen werden soll. So sollen in Marxloh drei Grundschulen zu „multifunktionalen Bildungsstandorten für Jung und Alt“ ausgebaut werden. Eine der ersten Maßnahmen wird vermutlich der Abriss der seit Jahren brach liegenden Rhein-Ruhr-Halle sein; ebenso das leerstehende Gesundheitszentrum an der Parallelstraße soll abgerissen werden. Das Familienzentrum Julius-Birck-Straße soll erweitert werden. Rund 3.8 Millionen Euro sind für die “Freiraumgestaltung” gedacht; der Duisburger Norden soll deutlich grüner werden. Profitieren vom Förderprogramm wird nach den Vorstellungen der Verwaltung auch das Regionalzentrum Nord. Generell werden vom Förderprogramm die Bereiche beziehungsweise Themenfelder „Integration durch Bildung”, „Städtebau” sowie „Umwelt und Lebensqualität” berücksichtigt.

Auf der Verwaltungsliste stehen auch die Punkte „Kriminalprävention” und „Problemimmobilien”. Hendrik Trappmann sagte in diesem Zusammenhang: „Ein einziges Schrotthaus kann eine gesamte Nachbarschaft runterziehen.” Die Umsetzung des Förderprojekts ist personalintensiv, was mit einer Kalkulation von zwei Millionen Euro berücksichtigt wird.

Mit Hilfe des Modellvorhabens soll auch das nach wie vor bestehende Problem behandelt werden, wie Industrie (Stichwort: Störfallbetriebe), Gewerbe und Wohnen vereinbart werden können. Hier seien kreative Lösungen gefragt; Neubau und Bestandsentwicklung sollten sich dabei ergänzen. Linne hofft, dass im Herbst nächsten Jahres die Bagger rollen.

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