Duisburg: "25 km/" war im Sommerkino ein großer Publikumserfolf

„25 km/h“ mit Bjarne Mädel : Cineastische Bandbreite im Sommerkino

„25 km/h“ funktioniert auch im Freiluftkino: Zwei Aussteiger auf großer Reise.

Auch der sechste auf dem diesjährigen Duisburger Filmfestival gezeigte Beitrag stellt die besondere Qualität des Sommerkinos im Landschaftspark unter Beweis: Mit „Fisherman’s Friends“, „The General“ und „Der Vorname“ (die RP berichtete) sowie jetzt „25 km/h“, um nur diese Streifen zu nennen, dokumentiert das beliebte Kinofest einmal mehr seine große cineastische Bandbreite: Ob Stummfilmklassiker, Blockbuster oder Film-Preview, ob neuer Deutscher Film oder Produktionen aus Großbritannien, Frankreich oder den USA – Kino dieser Güte kommt bei den Menschen einfach gut an.

So war es kein Wunder, dass bei der Vorführung der Filmkomödie „25 km/h“ am Mittwoch die Tribüne der ehemaligen Gießhalle vom Hochofen 1 erneut bis auf den letzten Platz besetzt war. Und das zu Recht! Denn der Film, dessen Kinostart am 31. Oktober vergangenen Jahres war, ist ungemein rasant, trotz seiner per Titel nur vorgebenden 25 km/h, äußerst witzig, selbst wenn sich zuweilen Nachdenklichkeit einstellt, und manchmal auch nicht wirklich, womit aber zum kindhaften Träumen und Staunen eingeladen wird.

Die Story selbst erzählt vom Aufeinandertreffen zweier Brüder, die sich anlässlich des väterlichen Todes nach 30 Jahren in ihrem kleinen Schwarzwälder Heimatdorf wiedersehen. Dort ist alles wie früher („Der Geruch hier, ist echt Kindheit“). Dagegen scheinen die beiden Jungs von damals andere geworden zu sein. Doch der Schein trügt. Denn beim Wiederfinden ihrer alten Mofas keimt in ihnen plötzlich ihr alter Kindheitstraum auf: Einmal vom Schwarzwald an die Ostsee fahren – nur zum Pinkeln. Und das machen sie dann auch. Sie lassen die Gegenwart und alles Berufliche hinter sich und fahren quasi zurück in die Zukunft (Georg: „Schön oder?“ Christian: „Ja!“).

Besetzt in Stab und Rollen ist der Film mit prominenten Namen: Die Brüder Georg und Christian Schneider werden von Bjarne Mädel („Der Tatortreiniger“ und „Mord mit Aussicht“) und Lars Eidinger (Schaubühne am Lehniner Platz, „Die Blumen von gestern“) gespielt. Selbst die Nebenrollen weisen klangvolle Namen auf, darunter Sandra Hüller, Franka Potente und Wotan Wilke Möhring. Das Drehbuch schrieb Oliver Ziegenbalg („Russendisko“, Frau Müller muss weg!“). Regie führte Markus Goller („Eine ganz heiße Nummer“, „Frau Ella“).

Anders als es normalerweise im Kino üblich ist, gab es in der Gießhalle des Landschaftsparks am Schluss einen Riesenapplaus — bezeichnend für die Atmosphäre im Duisburger Stadtwerke-Sommerkino.

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