Duisburg: 13 Schützenvereine feiern ein gemeinsames Fest in der City

Erstes Stadtschützenfest : 13 Schützenvereine feiern ein Fest

Mit dem Wetter hatten die Duisburger Schützen nicht gerade einen Volltreffer gelandet. Unabhängig davon kann man aber von einer rundum gelungenen Premiere des gemeinsamen Stadtschützenfestes sprechen.

Am Samstag waren dreizehn Schützenvereine aus dem Stadtgebiet am Start, um gemeinsam auf traditionelle Weise zu feiern. Der Begriff Premiere trifft auf die Gemeinschaftsveranstaltung auf dem noch unbebauten Areal des künftigen Mercator-Quartiers nur zum Teil zu, denn Feste der kirchlich geprägten Bruderschaften und der Bürgerschützenvereine auf Stadtebene gab es bereits in den 1970er- und 1980er-Jahren, wie sich Rainer von Pigage von den Wedauer Bürgerschützen erinnert. Patricia Kerst, Kassiererin des neu gegründeten Vereins „Duisburger Schützenvereine“, kann sich daran nicht mehr erinnern. „Dafür sind wir wahrscheinlich zu jung“, sagt sie schmunzelnd. Das gilt mit Sicherheit auch für Michael Jansen, der als Vorsitzender der noch neuen Vereinigung und absoluter Brauchtumsexperte - Jansen ist Präsident des Hauptausschusses Duisburger Karneval und erster Brudermeister der Großenbaumer St. Hubertus-Schützenbruderschaft - das „1. Duisburger Stadtschützenfest“ mit ins Leben gerufen hat.

Das Schützentreffen in der City bezeichnete er im Vorfeld als „Versuchsballon“, ob daraus sich eine neue Tradition entwickelt, wollte er nach dem erfolgreichen Neustart nicht gleich beantworten: „In vier Wochen treffen wir uns mit den Vereinen, danach sehen wir, wie es weiter geht.“

Duisburgs OB Sören Link hätte wohl nichts dagegen einzuwenden, wie Michael Jansen die erste Reaktion des Oberbürgermeisters interpretierte. Beeindruckend war alleine schon der imposante Festumzug, bei dem mehr als 600 Schützen, begleitet von fünf Musikkapellen, durch die Innenstadt zogen. Bereits am frühen Vormittag gab es zum Auftakt einen ökumenischen Gottesdienst im Zelt auf dem Fest-Gelände, der von Stadtdechant Roland Winkelmann und Superintendent Armin Schneider gehalten wurde.

Feuchtfröhlich ging es beim anschließenden Schießen zu. Und damit ist nicht nur der immer wieder einsetzende Regen gemeint. Auch das eine oder andere Bierchen schmeckte den Zuschauern bereits am frühen Samstag, als sie von der regengeschützten Tribüne aus die Schieß-Wettbewerbe in den verschiedenen Altersklassen verfolgten. Mit dabei war auch der Schützennachwuchs, der je nach Alter den Tell- und den Schülerprinzen ermittelte. Auch das Kronprinzenschießen wurde mit Spannung verfolgt, bevor die Schützenkönige aus 11 Vereinen um die Würde des Stadtschützenkönigs auf den Vogel schossen.

Der hieß nach spannendem Wettbewerb Dieter Horstkamp. Er und seine „erwählte“ Königin Elke Momber sind Mitglieder der St. Sebastianus Schützenbruderschaft von 1420, der ältesten Bruderschaft in der Stadt. „Das ist ein wunderschönes Gefühl“, so der Premieren-Schützenkönig strahlend. Kronprinzessin wurde Anika Helmke, Schülerprinz wurde Felix Kanzen und Tellprinz wurde Luis Bossemeyer. Nachdem die neuen Majestäten ermittelt waren, stand der zu jedem Schützenfest gehörende feierliche Zapfenstreich an. Der wurde direkt vor dem Rathaus abgehalten und vom Oberbürgermeister und den neuen Majestäten vom Rathausbalkon aus begleitet.

Das ist der doppelköpfige Königsvogel, der seine Flügel für das erste Duisburger Stadtschützenfest spreizt. Foto: Christoph Reichwein (crei)
Neuer und erster Stadtkönig wurde Dieter Horstkamp, der hier mit seiner Königin Elke Momber freundlich grüßt. Foto: Christoph Reichwein (crei)

Nicht nur der Wedauer Rainer von Pigage war der Meinung, dass das Stadtschützenfest keine einmalige Sache bleiben sollte: „Eine prima Idee, die Vereine kommen so wieder zusammen, das sollte man beibehalten.“

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