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Duigida in Duisburg: Breites Bündnis gegen Pegida

Neuer "Pegida"-Ableger in Duisburg : Breites Bündnis stellt sich gegen "Duigida"

Der NRW-Ableger der "Pegida" in Duisburg ruft für Montagabend zur Kundgebung auf. Drei Gegendemonstrationen mit 1300 Teilnehmern sind bislang angemeldet. Am Theater und am Stadtwerketurm sollen die Lichter ausgehen.

Die islamkritische Bewegung "Pegida" schwappt jetzt auch nach Duisburg über. Für Montag, 19. Januar, hat der NRW-Ableger eine Kundgebung angemeldet. Die "Duigida"-Kundgebung in Duisburg soll um 18.30 Uhr am Kuhtor beginnen. Angemeldet sind laut Polizeisprecherin Daniela Krasch 500 Teilnehmer. Und sie werden Gegenwind bekommen: Bereits bis Mittwochabend wurden bei der Polizei drei Gegendemonstrationen angemeldet, die größte vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) mit 1000 Teilnehmern; die "Initiative gegen Duisburger Zustände" erwartet 200 Teilnehmer, das "Duisburger Netzwerk gegen Rechts" 100 Teilnehmer.

"Wir stellen uns der rassistischen und anti-muslimischen Hetze von Pegida in Duisburg entgegen", kündigen das Duisburger Bündnis für Toleranz und Zivilcourage sowie der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Niederrhein an. Vor dem Stadttheater wolle man am Montag ab 18.30 Uhr "ein sichtbares und friedliches Zeichen setzen gegen diesen Versuch, in Duisburg mit dumpfen Vorurteilen und Fremdenfeindlichkeit Stimmung zu machen". Die Lichter des Theaters sollen, ähnlich wie die am Kölner Dom, symbolisch verlöschen.

Außerdem haben Oberbürgermeister Sören Link und Marcus Wittig, Geschäftsführer der Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (DVV), vereinbart, dass auch am Stadtwerketurm die Lichter ausgehen. "In Duisburg ist kein Platz für Hetze und Populismus gegen Religionsgemeinschaften: nicht gegen Juden, nicht gegen Christen, nicht gegen den Islam", sagt Link und mahnt: "Es ist wichtig, die Pegida-Bewegung nicht zu verharmlosen — sie ist gefährlich und schadet nicht nur Duisburg, sondern ganz Deutschland."

Jäger: Nicht für "verwerfliche Stimmungsmache" instrumentalisieren lassen

Der Duisburger SPD-Vorsitzende und NRW-Innenminister Ralf Jäger appelliert an die Bürger, sich nicht für eine "verwerfliche Stimmungsmache" instrumentalisieren zu lassen. "Pegida und ihre NRW-Ableger wollen mit islamfeindlicher Agitation und ausländerfeindlicher Hetze Vorurteile und Intoleranz anheizen." Pegida biete Rechtsextremisten und Rechtspopulisten eine Plattform. Ihnen gehe es ausschließlich darum, "diffuse Ängste zu schüren und für die eigene Propaganda zu nutzen". Die Organisatoren der Veranstaltungen von "Pegida"-Ablegern in NRW, so Jäger, stammten aus dem rechtsextremistischen Umfeld. "Wir müssen diese Aufwiegler demaskieren. Sie treiben ihr Unwesen auf dem Rücken von rund vier Millionen friedliebenden Muslimen in Deutschland. Besonders schockierend ist die Hetze gegen Flüchtlinge."

Rainer Enzweiler, Chef der CDU-Ratsfraktion, betont: "Pegida und Duisburg passen nicht zusammen. Unsere Stadt ist eine Stadt mit Willkommenskultur." Gleichzeitig appelliert er an alle Demonstranten, friedlich für ihre Positionen zu werben. "Zu einer funktionierenden Demokratie gehört es dazu, inhaltlich über gesellschaftliche Probleme zu diskutieren. Dieser Diskurs muss aber sachlich geführt werden und verlangt eine klare Abgrenzung von Extremismus, das Eintreten für Religions- und Meinungsfreiheit, für Menschenrechte und Gewaltfreiheit."

Selbstverständlich akzeptiere die CDU das Demonstrationsrecht von "Pegida", sie stelle sich aber klar gegen den Populismus der "vermeintlichen Patrioten". Die Demonstrationen am Montag dürften nicht den Radikalen überlassen werden, so Enzweiler: "Ich habe die Sorge, dass sich einige Bürger instrumentalisieren lassen. Dem können wir nur entgegenwirken, wenn wir weiterhin einen offenen Dialog mit allen Seiten führen. Die Ängste und Sorgen der Menschen dürfen wir nicht den Kräften am Rande der Gesellschaft überlassen."

Bürgermeister Erkan Kocalar (Linke), fordert: "Wir müssen bei uns in Duisburg ein klares Zeichen setzen, dass diese intolerante und menschenverachtende Bewegung in keinster Weise zu unserer weltoffenen und bunten Duisburger Gesellschaft gehört."

Viele Bürger seien unzufrieden und hätten Angst, sagt Kenan Ilhan, stellvertretender Vorsitzender des Integrationsrats. Das nutze die "Pegida"-Bewegung aus. Initiatoren seien jedoch Personen und Gruppierungen aus dem rechtsextremen Bereich, die durch den großen Zulauf unterstützt werden. "Darüber müssen sich die Teilnehmer der Demonstrationen im Klaren sein."

(RP)