Düsseldorfer Orgelfestival mit furiosem Gastspiel in Salvatorkirche

Salvatorkirche : Orgelfestival mit furiosem Gastspiel in Salvator

Das Düsseldorfer Orgelfestival war in der Duisburger Salvatorkirche zu Gast. 400 begeisterte Besucher feierten den musikalischen Crossover-Abend mit stehenden Ovationen.

Dass Orgelkonzerte auf nahezu voll besetzte Kirchenbänke treffen, ist nicht gerade die Regel, doch so geschehen am Samstag in der Salvatorkirche. Dabei stand nicht typische Orgelmusik von Komponisten wie Bach, Buxtehude oder Widor auf dem Programm, sondern Musik von Abba, den Beatles, Queen und Led Zeppelin. Im Rahmen des 14. Internationalen Düsseldorfer Orgelfestivals, das heute zu Ende geht, gastierte Michael Schütz in der Kirche neben dem Rathaus.

Schütz ist Kantor an der Berliner Trinitatiskirche und lehrt zudem Popmusik an der Universität der Künste in Berlin. Nach dem ausverkauften Konzert im vergangenen Jahr konnten ihn die Organisatoren des Festivals auch 2019 wieder für ein Konzert gewinnen. „Abba, Queen und Star Trek“ lautete der Titel des Programms, bei dem Michael Schütz auch musikalische Klassiker weltbekannter Filme in die heilige Halle brachte.

Mit den Abba-Klassikern „Thank you for the music“, „SOS“ und „Dancing Queen“ verleitete Schütz sein Publikum hier und da schon nach wenigen Takten zum Mitsingen oder Mitsummen. Wenn schon nicht laut, so doch zumindest innerlich. Von den Beatles hatte sich der Musiklehrer „Hey Jude“ (geschrieben von Paul McCartney für John Lennons Sohn Julian) und das anrührende „Imagine“ (komponiert von John Lennon im Jahr 1971) ausgesucht. Klangen die Abba-Stücke anfangs noch etwas nach holländischer Drehorgelmusik, führte  Schütz beim Finale von „Hey Jude“ dem Publikum vor Ohren, welches Klangpotential die „Königin der Instrumente“ entwickeln kann.

Nach dem einfühlsamen Song „Russians“ von Sting wandte sich der Organist der Filmmusik zu: „Game of Thrones“ von Ramin Djawadi scheint wie gemacht für eine Kirchenorgel, James Bond (Titelmusik von Monty Norman, „Goldfinger“ vom Trio Bricusse, Newley und Barry) klingt „abgefahren“ an der Kirchenorgel  wie Michael Schütz selbst sagte.

Dann folgte dreimal Queen: „Bohemian Rapsody“, „We are the Champions“ und als persönliche Uraufführung „Don’t stop me now“, bevor der Led Zeppelin-Klassiker „Stairway to Heaven“ das Publikum in Raum und Zeit zur Filmmusik  von Star Trek entführte.

„Music was my first Love“  von John Miles war schon fast zwangsläufig ein furioser  Schlusspunkt eines fulminanten Orgelkonzerts, das die rund 400 Zuhörer mit stehen Ovationen feierten.

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