Duisburg: Dritter Duisburger erkrankt

Duisburg : Dritter Duisburger erkrankt

Das Gesundheitsamt bestätigt den dritten Fall des HU-Syndroms. Über den Auslöser der Krankheit besteht weiterhin Unklarheit. Spuren nach Norddeutschland machen eine EHEC-Infektion immer wahrscheinlicher.

Der Gesundheitszustand der beiden mit dem HU-Syndrom infizierten Duisburger Patienten ist offenbar kritischer als bisher angenommen. Der 73-jährige Mann und die 45-jährige Frau müssen, Angaben des Gesundheitsamtes zufolge, derzeit auf der Intensivstation behandelt werden.

"Der Zustand der erkrankten Frau ist mittlerweile stabil", erklärt Wolfgang Büchel, Facharzt für Mikrobiologie vom Fachbereich Infektionen des Gesundheitsamtes. Wie es um den betroffenen Senior bestellt ist, sei ihm hingegen nicht bekannt. Da der Patient stationär behandelt werden muss, kann aber ebenfalls von einem ernsthaften Krankheitsverlauf ausgegangen werden.

Eine Infektion mit dem bekannten EHEC-Bakterium des Typs O 104 konnte bis jetzt bei keinem der beiden Patienten nachgewiesen werden. Somit bleibt immer noch die Möglichkeit, dass die in Duisburg festgestellten Fälle des gefährlichen HU-Syndroms (HUS) andere Erreger als Ursache haben könnten. Allerdings, so teilte das Amt mit, gäbe es in beiden Fällen konkrete Verbindungen in den schwer betroffenen norddeutschen Raum.

"Der männliche Patient ist vor kurzem in Schwerin gewesen und die weibliche Patientin nahm vor der Erkrankung an einer Fahrradtour durch Norddeutschland teil," so Büchel. Am Dienstagabend ist ein dritter Duisburger mit den typischen Symptomen in ein städtisches Krankenhaus eingeliefert worden.

Der an blutigem Durchfall und schweren Bauchkrämpfen leidende Mann musste gestern wegen einer plötzlichen Verschlechterung seines Gesundheitszustandes auf die Intensivstation einer Spezialklinik verlegt werden. Auch in diesem Fall gibt es Hinweise auf Verbindungen in die am schwersten betroffene Region des Landes. Der 45-Jährige hat sich in der vergangenen Woche angeblich in Hamburg aufgehalten.

Auch die hiesigen Lebensmittelhändler leiden unter der Situation. So teilte das für die Wochenmärkte zuständige Frischekontor der Stadt mit, dass der Verkauf von Salat, Tomaten und Gurken in Duisburg zurzeit drastisch zurückgeht. "Die Nachfrage der Verbraucher ist zurzeit praktisch bei null," beschriebt eine Sprecherin des Kontors die Situation.

Die einzige Ausnahme sei der Bauernmarkt in der Innenstadt. Beim Händler ihres Vertrauens kaufen die Duisburger wohl immer noch die gefährdeten Gemüsesorten. Um sich mit den dringend benötigten Vitaminen zu versorgen greifen die Kunden nun verstärkt auf saisonale Obstsorten zurück. Erdbeeren, Äpfel und Kirschen ersetzten in vielen Einkaufskörben das beliebte Gemüse.

Hier geht es zur Bilderstrecke: EHEC-Umfrage: Das essen die Duisburger

(RP)