1. NRW
  2. Städte
  3. Duisburg

Duisburg: Drei Wahlen dicht aufeinander

Duisburg : Drei Wahlen dicht aufeinander

Die Duisburger sind aufgefordert, bei der Landtagswahl und einen Monat später bei der OB-Wahl mit voraussichtlicher Stichwahl ihre Kreuzchen zu machen. CDU-Parteichef Mahlberg will nicht mehr in den Landtag.

Am 6. Mai (spätestens in der Woche darauf) ist Landtagswahl. Am 17. Juni geht es um Duisburgs Oberbürgermeister. Weil vermutlich kein Kandidat auf Anhieb mehr als die Hälfte aller Stimmen bekommen wird, steht eine Woche später die Stichwahl zwischen den beiden Bewerbern an, die im ersten Durchgang die meisten Stimmen bekommen haben. Bündeln lassen sich die Wahltermine nicht.

Die Landtagswahl muss spätestens 60 Tage nach der Auflösung des Landtags erfolgen. Und für die OB-Wahl ist bereits amtlich verkündet worden, dass Kandidatenvorschläge bis zum 30. April eingereicht werden können (eine oder zwei Wochen später bereits die OB-Wahl anzusetzen, ist schon allein aus organisatorischen Gründen unmöglich).

Liste ist kein Thema

Die Zeit ist knapp. Und deshalb hat die Duisburger SPD einen straffen Zeitplan aufgestellt. Eine Delegiertenkonferenz am Mittwoch, 28. März, wird die vier Landtagskandidaten benennen. Bei der Landtagswahl 2010 sicherten sich die Sozialdemokraten mit Sören Link, Ralf Jäger, Rainer Bischoff und Gisela Walsken (Süden) alle vier Direktmandate.

Die SPD geht davon aus, dass auch diesmal alle vier Bewerber direkt ins Parlament einziehen. "Um Listenplätze habe ich mich nie gekümmert", sagt Rainer Bischoff. Er geht davon aus, dass Ralf Jäger und er selbst "gesetzt" sind und ihre Wahlkreise auch gewinnen. "Das ist mein Anspruch", sagt Bischoff. Bleiben noch zwei Kreise neu zu vergeben: Sören Link tritt bekanntlich als OB-Kandidat an und fällt damit als Bewerber für den Landtag aus.

Hier werden dem SPD-Ratsherrn Heiko Blumenthal aus Neumühl gute Chancen ausgerechnet. Spannend könnte es im Süd-Wahlkreis werden. Nachdem Gisela Walsken Regierungspräsidentin in Köln wurde, ist auch hier der Posten vakant. Sarah Philipp, Ortsvereinsvorsitzende in Buchholz, gilt als Hoffnungsträgerin der SPD im Süden. Für diesen Wahlkreis könnte es aber auch eine Kampfabstimmung geben. "Ich rechne damit, dass sich mehrere Kandidaten bewerben", sagt Bischoff.

Mehr Zeit können sich die Sozialdemokraten mit der offiziellen Kürung von Sören Link als OB-Kandidat lassen. Sie soll wie geplant im Rahmen des Unterbezirksparteitages am 17. April stattfinden. Wie bei der SPD, so werden auch bei der CDU die Delegierten einberufen, um die Landtagskandidaten festzulegen. Wer in den vier Wahlkreisen antritt, ist noch völlig offen, ebenso der Termin dieses Treffens. Sicher ist: Thomas Mahlberg, Chef der Duisburger Christdemokraten wird nicht mehr für den Landtag kandidieren.

Beste Chancen, in das NRW-Parlament einzuziehen, werden der Piratenpartei prognostiziert. Duisburgs Parteisprecher Hans-Peter Weyer ist guten Mutes, dass in jedem der vier hiesigen Wahlkreise ein "Pirat" antreten wird. Bei einem Treffen in Kürze werden die knapp 100 Mitglieder darüber entscheiden und auch Inhalte für den Wahlkampf festlegen.

Matthias Schneider, Sprecher der Grünen, freut sich auf den bevorstehenden kurzen, aber sicher sehr intensiven Landtagswahlkampf, "und unsere Mitglieder tun es auch.". Mit welchen Kandidatenvorschlägen sich die Mitgliederversammlung (wahrscheinlich in der übernächsten Woche) auseinandersetzen wird, ist noch offen.

Schneider ist allerdings schon heute zuversichtlich, dass im neuen Landesparlament auf der Seite der Grünen ein Mitglied aus Duisburg sitzen wird. Die Prognosen ließen die Hoffnung zu, dass die neue Fraktion mehr Mitglieder als die alte haben wird. "Und wir arbeiten bereits erfolgreich in einigen Fachgremien auf Landesebene mit", sagt er.

Ellerbrock kandidiert

Bei der FDP fallen gleich beide Entscheidungen am 25. März ab 11 Uhr bei einer Wahlkonferenz in der Schifferbörse. "Ich trete wieder als Direktkandidat im Süden an", sagte der Landtagsabgeordnete Holger Ellerbrock gestern. Ob er auf der Landesliste weit vorne landet, ist noch offen. Ellerbrock weiß, dass es für die FDP schwer wird. "Ich lasse mich nicht verbiegen.

In Sachen Haushaltsdisziplin, Kampf gegen die Bevormundung der Bürger wie beim Raucherschutz oder dem Ladenschluss oder bei übertriebenem Umweltschutz wie bei der CO-Pipeline hat die FDP jedenfalls die besseren Argumente", so Ellerbrock.

Die Linken haben sich in ihrer jüngsten Versammlung am Mittwoch für Barbara Laakmann als OB-Kandidatin ausgesprochen. Anna Conrads, Duisburger Landtagsabgeordnete der Partei, hofft erneut auf einen Platz weit oben in der Landesliste — auch wenn es für die Linken schwer sein dürfte, überhaupt wieder in den Landtag einzuziehen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: März 2012: Der NRW-Landtag löst sich auf

(RP/url/jco)