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Duisburg: Drei von vier Etagen sind schon gefüllt

Duisburg : Drei von vier Etagen sind schon gefüllt

Das Innenleben des Stadtfensters nimmt Gestalt an. Die neue Bibliothek füllt sich zusehend mit Büchern und anderen Medien.

Erst rund zwei Wochen ist es her, dass die alte Zentralbibliothek auf der Düsseldorfer Straße geschlossen wurde. Inzwischen sind dort vier von fünf Etagen komplett leer geräumt und im Stadtfenster drei von vier gefüllt. "Alles läuft nach Plan, eigentlich sogar besser", lobt Uwe Holler, Leiter der Zentralbibliothek und stellvertretender Amtsleiter, den Fortgang des Umzugs.

"Die Zusammenarbeit mit den Umzugsprofis von der Firma Kühne klappt hervorragend und ist einfach prima." Anfang März sollen alle Regale am neuen Standort mit Medien bestückt und diese von den Bibliothekskunden über die Zweigstellen wieder ausleihbar sein. Und es sieht gut aus. Das ehrgeizige Vorhaben scheint aufzugehen. Nur wann die neue Bibliothek konkret öffnet, darauf will sich so recht keiner festlegen. "Möglichst vor den Sommerferien", hofft Holler. Und das hieße im Juni.

Dabei sehen die zweite und die dritte Etage mit den zusehend sich füllenden Regalen schon recht ansehnlich aus. Die Männer von Kühne, die einst die Bundestagsbibliothek von Bonn nach Berlin transportiert hatten, wissen stets zuverlässig und mitdenkend anzufassen. Dennoch: Obwohl alle Medien gefüllten Regale im alten Gebäude mit Angaben der entsprechenden Sachgruppen und Regalböden akribisch ausgeschildert wurden, kommt es vor Ort zuweilen vor, dass die rund 7.500 zu füllenden Regalböden im neuen Haus nicht immer eindeutig aufzufinden sind. Dann ist Holler meist zur Stelle, der offenbar immer weiß, wohin was kommt. Etwa 180.000 bis 190.000 Medien, schätzt er, werden bis Ende der Woche vom alten Standort zum neuen gewechselt haben. "Es hätten sogar weit mehr sein können", sagt er, "wenn es nicht unsere Aktion 'Leihen Sie uns leer' gegeben hätte." Denn schätzungsweise 130.000 bis 140.000 Medien hätten sich seinen Angaben zufolge die Kunden bis zum Schließtag mit nach Hause genommen. "Viele Musik-CDs und DVD-Serien waren darunter, und ganz viel Literatur aus der Kinderbibliothek, vor allem Bilder- und Vorlesebücher." Gut auch, dass die Stadtbibliothek kontinuierlich ihren Medienbestand in den letzten Jahren von 450.000 auf 320.000 heruntergefahren habe.

Holler: "Eine öffentliche Bibliothek ist schließlich keine Magazin-Bibliothek, sondern auf Ausleihen bedacht. Von daher muss man sogenannte Ladenhüter löschen, sprich aussortieren - auch, wenn es Bibliothekaren zuweilen schwer fällt."

Alles, was im alten Haus auf vier Medienetagen untergebracht war, muss im Stadtfenster auf drei Etagen Platz finden. Das wird es auch, "denn die gesamte Medienfläche von 2.300 Quadratmetern ist hier dieselbe", beruhigt Holler. "Es gibt insgesamt aber weniger Lagerfläche, kaum Stauraum und kein Magazin mehr. Dafür sind die Büros fast aller 70 Mitarbeiter in der neuen Zentralbibliothek auf einer Etage untergebracht, nämlich im Dachgeschoss. Und das bringt einen großen Vorteil gegenüber früher."

Was in dieser Woche umzugsmäßig vor allem anstehe, sei der Transport der Kinder- und Jugendbibliothek aus dem Erdgeschoss der ehemaligen in den ersten Stock der neuen Bibliothek. Dort wird der Medienaufbau nach dem Konzept der "Reggio-Pädagogik" vorgenommen. Das heißt: Eingangs wird der neue "Teen-Point" stehen, an den sich das Schüler-Center mit 14 dazugehörigen Computern für Recherchen anschließen wird. Dahinter kommen vier sogenannte Kinderhäuser für die Altersgruppen 0-3, 3-6, 6-9 und 9-11 Jahre sowie die Themenmediathek "Eltern". "Eine Trennung von Medien- und Spielangeboten, wie es beispielsweise die Hamburger Bibliothek praktiziert, wird es hier absichtlich nicht geben", sagt Holler.

(RP)