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Duisburg: DOR: keine gemeinsame Linie

Duisburg : DOR: keine gemeinsame Linie

Auf großes Interesse stieß gestern die gemeinsame Sitzung der Kulturausschüsse Duisburgs und Düsseldorfs in der Mercatorhalle. Beide Gremien konnten sich nicht auf einen gemeinsamen Antrag verständigen.

Alle wollen das eine: Die Theatergemeinschaft Düsseldorf / Duisburg soll bestehen bleiben. Vertreter aller politischen Parteien aus beiden Städten unterstrichen immer wieder die Bedeutung der Deutschen Oper am Rhein (DOR). Die sei, da waren sich die Kulturdezernenten Hans-Georg Lohe (Düsseldorf) und Karl Janssen (Duisburg) zudem einig, vergleichsweise ausgesprochen kostengünstig.

Trotzdem scheiterte gestern der Versuch, einen gemeinsamen Antrag beider Kulturausschüsse zu verabschieden. Wie berichtet bedroht ein Vorschlag der Duisburger Verwaltung, mit dem sieben Millionen Euro eingespart werden soll, den Fortbestand der Opernehe. Die Düsseldorfer demonstrierten Einmütigkeit: Ein Antrag zum Fortbestehen der Opernehe über das Jahr 2014 hinaus, den die beiden Kulturausschussvorsitzenden Friedrich Conzen (CDU) und sein Duisburger Kollege Frank Albrecht (FDP) formuliert hatten, wurde einstimmig von ihnen angenommen.

Dieser Antrag wurde allerdings mit den Stimmen von SPD, Grünen und Linken im Duisburger Kulturausschuss abgelehnt. Lediglich den ersten Satz des Antrags machte sich Rot-Rot-Grün zu eigen und stellte ihn einem eigenen Antrag voran. Er lautet: "Die Kulturausschüsse der Räte der beiden Städte Düsseldorf und Duisburg sprechen sich für eine Fortsetzung der Operngemeinschaft in der Deutschen Oper am Rhein in der gemeinsamen bereits 122-jährigen Tradition über das Jahr 2014 hinaus aus."

Weiter wollten SPD, Grüne und Linke aber nicht gehen. Insbesondere die Aufforderung an die beiden Städte, "konzeptionell weitere beziehungsweise neue Wege eventuell auch zusammen mit dem Land NRW zu einer Optimierung der vorhandenen Strukturen zu suchen", stieß bei Rot-Rot-Grün nicht auf Gegenliebe. "Unseriöse Lippenbekenntnisse im Wahlkampf reichen nicht aus", erklärte Udo Vohl, kulturpolitischer Sprecher der Duisburger SPD. OB Adolf Sauerland habe die Oper bereits 2010 und 2011 "platt machen" wollen.

"Dies konnten wir abwehren", so Vohl. Im Antrag von SPD, Linken und Grünen heißt es, die Fraktionen sagten zu, "sich intensiv um die Sicherung der Existenz der gemeinsamen Deutschen Oper am Rhein zu bemühen". Frank Heidenreich (CDU) erklärte, das Land sei zu einer Unterstützung bereit — wenn es klare Zusagen beider Städte zur DOR gebe. Genau dies finde nun nicht statt. Die Entscheidung über den Fortbestand der Operngemeinschaft fällt nun bei der nächsten Ratssitzung am 25. Juni.

(RP/rl)