Duisburg: Dokumentation über Loveparade-Mahnmal

Duisburg : Dokumentation über Loveparade-Mahnmal

Am 22. Juni wurde das Mahnmal, das an die 21 Todesopfer der Loveparade erinnert, eingeweiht. An diesem Tag hatte die "Initiative Spendentrauermarsch" ihr Ziel erreicht: In Duisburg wurde von einem Duisburger Künstler ein Werk geschaffen, in dem Mitgefühl zum Ausdruck kommen soll.

Gestern stellten die Initiatoren der "Initiative Spendentrauermarsch" eine beeindruckende Dokumentation vor, in der einfühlsam und sachlich zugleich der Weg von der Idee bis zur Realisierung des Mahnmals, das schließlich der renommierte Künstler Gerhard Losemann gestaltet hat (die RP berichtete ausführlich), in Texten und Bildern beschrieben wird.

In übersichtlich gestalteten Kapiteln schildert die Duisburger Journalistin Marion Kukuk anschaulich, wie aus der Idee eine Initiative wurde. Vorgestellt werden die 39 Künstlerentwürfe, über die die Jury unter Vorsitz von Altoberbürgermeister Josef Krings zu entscheiden hatte. Wie es sich für eine gute Dokumentation gehört, wird der Plagiatsvorwurf gegen den ersten Siegerentwurf, der schließlich verworfen wurde, nicht verschwiegen.

Die Berichte werden ergänzt durch optisch herausgehobene Zitate. Die zahlreichen Fotografien lassen so manche Erinnerung lebendig werden. Die gelungene grafische Gestaltung der Broschüre lag in den Händen von Melanie Berens, Mitarbeiterin bei Duisburg Marketing.

Die Dokumentation, die den schlichten Titel "Ein Mahnmal in Duisburg — Zur Erinnerung an die Opfer der Loveparade" trägt, kann man wie das Mahnmal selber als Teil der Trauerarbeit verstehen, von der in erster Linie die Angehörigen der Opfer betroffen sind, an der aber auch viele Duisburger Anteil nehmen.

Jörg Bunert vom Lions Club Duisburg Rhenania, der die Idee zum — unpolitischen — Trauermarsch hatte, für dessen Verwirklichung er tatkräftige Mitstreiter fand, sagt es so: "Die Stadt Duisburg war nach der Katastrophe wie gelähmt. Auch ich habe mich hilflos gefühlt und wollte irgendetwas tun, um meine Anteilnahme auszudrücken. Ich fand es wichtig, aus Reihen der Bürgerschaft eine Aktion zu starten, die die Trauer der Bürger dieser Stadt widerspiegelt."

Die Dokumentation, die 1000-mal gedruckt wurde, wird in diesen Tagen an die Angehörigen der Opfer und die etwa 300 aktiven Helfer verteilt; sie kann in der Stadtbibliothek eingesehen werden und beim Stadtsportbund, der von Anfang an bei der Initiative Spendentrauermarsch dabei war, gegen eine Gebühr von drei Euro angefordert werden, Tel. 0203 3000 811.

(RP)