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Duisburg: Doch ein Lagerwahlkampf?

Duisburg : Doch ein Lagerwahlkampf?

Am Montag will sich die SPD angeblich auf einen OB-Kandidaten verständigen, der Dienstag den Bündnispartnern empfohlen werden kann. Doch wahrscheinlicher ist es, dass die Parteien mit eigenen Bewerbern antreten.

Am Montag Vormittag will sich die SPD-Spitze auf einen OB-Kandidaten verständigen. Morgen sollen sich die Bündnispartner mit dem Vorschlag auseinandersetzen. Die beteiligten Parteien haben bereits Mitgliederversammlungen terminiert, bei denen die Kandidatenfrage besprochen werden soll. Dabei deutet vieles darauf hin, dass es den Supermann, die Superfrau gar nicht geben wird, der/die von der FDP ebenso mitgetragen wird wie von den Linken, den Grünen, den Bürgerinitiativlern und von den Sozialdemokraten. Von der CDU ganz zu schwiegen, die zwar mit der SPD-Spitze gesprochen hat, aber in ein eigenes Boot steigen wird.

Ein OB-Wahlkampf mit vielen verschiedenen Kandidaten wird immer wahrscheinlicher, weil es den gesuchten Experten wohl nicht gibt, der Verwaltungserfahrung hat, den Umgang mit der Politik beherrscht, der für einen Neuanfang steht, dem grüne Gedanken ebenso wenig fremde sind wie linke Ideologien und dessen Herz gleichzeitig im sozialdemokratischen Takt schlägt. Ein Alleskönner also, der im Vergleich zu Führungsjobs in der Wirtschaft zudem schlecht bezahlt wird und Kriterien erfüllen soll, bei denen selbst die erfahrene SPD-Bundestagsabgeordnete Bärble Bas abwinkt. "Nichts für mich...", sagte sie am Wochenende gegenüber der RP. Und auch Gisela Walsken, wie Bas stellvertretende Parteivorsitzende und Regierungspräsidentin in Köln, winkt ab.

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Gut möglich, dass sich beide nicht nur wegen des Anforderungsprofils angeblich abgewendet haben, sondern auch, weil wie wissen, wie schwierig es sein wird, künftig Duisburg zu "regieren". Die Stadt braucht Arbeitsplätze und damit Investoren. Doch für die wird das Klima hier seit jüngstem offenbar ziemlich rau. Axel Funke hat dies gerade erst erfahren. Der Geschäftsführer von Multi Development, der uns das Einkaufszentrum "Forum" beschert hat, will bekanntlich an der Mercatorstraße bauen. Nach mehr als einem Jahr Planungsphase (längst sah es nach einem baldigen Baubeginn aus), überlegte sich eine Mehrheit vor ein paar Tagen im Wirtschaftsausschuss, dass die vorliegenden Pläne dann doch nicht verwirklicht werden sollte. Wie lange oder wie oft lassen sich Investoren wohl so vorführen?

(RP/top)